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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Ronald Tramp und die große Weltumbenennung

Grafik: Trump braucht jetzt offenbar einen eigenen Ozean

Nach Golf und See fehlt Donald Trump offenbar nur noch ein eigener Fluss und ein Ozean. Ronald Tramp begleitet die geografische Expansion bis zum letzten Wassertropfen.

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Von Ronald Tramp, Sonderreporter für maritime Größenfantasien, geografische Besitzansprüche und Gewässer mit Namenskrise

Amerika hat ein Problem.

Nicht Inflation. Nicht Schulden. Nicht Infrastruktur. Nicht einmal die Frage, warum Drucker in Behörden grundsätzlich erst dann streiken, wenn das Formular dringend gebraucht wird.

Nein.

Amerika hat offenbar zu viele Gewässer mit falschen Namen.

Und wenn einer dieses Problem erkennt, dann selbstverständlich Donald Trump – jener Mann, der eine Landkarte vermutlich weniger als geografisches Hilfsmittel betrachtet und mehr als sehr großen freien Werbeplatz.

Nach Golf und See könnte nun nämlich der nächste große Schritt folgen: der Ozean.

Ja, richtig gelesen.

Der Ozean.

Denn wenn man schon angefangen hat, geografische Bezeichnungen nach persönlichem Geschmack neu zu sortieren, warum sollte man ausgerechnet bei einigen Milliarden Kubikkilometern Salzwasser plötzlich bescheiden werden?

Trump sinnierte bei einer Veranstaltung darüber, dass Amerika nun zwar einen Golf und einen schönen See habe, aber eigentlich noch ein Fluss und vor allem ein Ozean fehlen würden.

Ronald Tramp hat sofort verstanden:

Hier entsteht keine Politik.

Hier entsteht eine Sammlung.

Andere Präsidenten sammeln historische Erfolge, Briefmarken oder schlechte Umfragewerte. Donald sammelt offenbar Gewässer.

Golf: erledigt.

See: erledigt.

Fluss: gesucht.

Ozean: dringend benötigt.

Irgendwo sitzt vermutlich bereits ein Mitarbeiter des Weißen Hauses vor einer Weltkarte und versucht nervös herauszufinden, welcher Fluss noch keinen emotionalen Besitzer hat.

Der Mississippi?

Zu bekannt.

Der Colorado?

Klingt verdächtig nach einem Bundesstaat.

Der Potomac?

Viel zu schwierig auszusprechen.

Vielleicht einfach „Great Trump River“.

Großartig.

Einfach.

Und wahrscheinlich schon morgen auf Baseballkappen erhältlich.

Besonders reizvoll scheint allerdings die Vorstellung eines eigenen Ozeans zu sein. Denn ein Golf ist nett. Ein See ist hübsch. Aber ein Ozean?

Das ist Präsidentschaft in XXL.

Man stelle sich die Wettervorhersage vor:

„Ein schweres Tief zieht heute vom Trump Ocean auf die Ostküste.“

Sofort wäre nicht mehr klar, ob es sich um Meteorologie oder eine Pressekonferenz handelt.

Noch schöner wäre natürlich „Ocean of America“.

Das klingt weniger nach Geografie und mehr nach einem Themenpark mit Eintritt, Souvenirshop und vergoldeter Wellenmaschine.

Und warum eigentlich beim Wasser stoppen?

Ronald Tramp fragt völlig zu Recht:

Was ist mit Bergen?

Man hat doch nicht ernsthaft riesige Felsbrocken seit Millionen Jahren herumstehen lassen, ohne sie ordentlich zu vermarkten.

Mount Rushmore?

Altmodisch.

Mount Tremendous.

Grand Canyon?

Negativ klingend. „Canyon“ klingt nach Loch.

Besser:

Great American Victory Valley.

Die Rocky Mountains könnten künftig „Very Stable Mountains“ heißen, während Niagara Falls endlich einen Namen erhielte, der ihre enorme Wasserleistung angemessen würdigt:

„Trump Waterfall – tremendous flow.“

Niemand hat jemals mehr Wasser herunterfallen sehen.

Experten wären sprachlos.

Vor allem Geografen.

Mexiko und Kanada dürften derweil mit zunehmender Aufmerksamkeit beobachten, wie sich die amerikanische Namenspolitik langsam der Frage nähert, ob gemeinsame Gewässer eigentlich noch gemeinsame Gewässer sind oder lediglich amerikanische Gewässer, bei denen andere Länder zufällig am Rand wohnen.

Beim früheren Golf von Mexiko wurde bereits deutlich, dass Namen durchaus diplomatische Nebenwirkungen haben können. Der Streit darüber, welche Bezeichnung Medien verwenden, zeigte außerdem: In modernen Zeiten können offenbar sogar Atlanten in einen Kulturkampf geraten.

Früher stritt man über Grenzen.

Heute über Beschriftungen.

Das spart wenigstens Panzer und erhöht dafür den Bedarf an neuen Schulkarten.

Ronald Tramp sieht allerdings enormes wirtschaftliches Potenzial.

Jede Umbenennung bedeutet schließlich Arbeit.

Neue Karten.

Neue Schilder.

Neue Navigationssysteme.

Neue Lehrbücher.

Neue Globen.

Amerika könnte die komplette Geografieindustrie retten.

Vielleicht ist das der eigentliche Masterplan.

Wer Wachstum will, benennt einfach regelmäßig den Planeten um.

Die Möglichkeiten wären praktisch unbegrenzt.

Atlantik wird Trump Ocean.

Pazifik wird Greater Trump Ocean.

Arktischer Ozean wird Cold Trump Ocean.

Indischer Ozean?

Schwierig.

Der liegt geografisch ziemlich weit weg.

Aber Details haben noch nie große Visionen aufgehalten.

Und irgendwann kommt zwangsläufig die ultimative Frage:

Warum heißt die Erde eigentlich Erde?

Ein erschreckend gewöhnlicher Name für einen Planeten, auf dem Donald Trump lebt.

Ronald Tramp erwartet deshalb bereits die historische Pressekonferenz:

„Viele Leute kamen zu mir. Sehr kluge Leute. Wissenschaftler. Astronauten. Wahrscheinlich die besten Astronauten. Und sie sagten: Sir, warum heißt unser wunderschöner Planet eigentlich Erde? Das ist kein guter Name. Sehr schwach. Also nennen wir ihn künftig America One.“

Die NASA aktualisiert ihre Akten.

Google Maps startet vorsichtshalber ein Backup.

Und sämtliche Geografielehrer beantragen gleichzeitig Urlaub.

Denn wenn Donald Trump noch lange genug auf eine Weltkarte schaut, könnte am Ende tatsächlich nichts mehr so heißen wie vorher.

Nur eines wird garantiert bleiben:

Donald Trump.

Denn irgendwo muss schließlich draufstehen, wem der ganze Ozean gehört.

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Tags: USA Donald Trump Geografie Golf von Amerika Ozean Trump Ocean
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