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Trump und der Nobelpreis: Weltfrieden nur mit Applaus

Grafik: Trump und der Nobelpreis - Der goldene Trostlachs

Navi Pillay wird ausgezeichnet, Trump fühlt sich übergangen und Norwegen soll einen unauslöschlichen Fleck haben. Ronald Tramp empfiehlt den Goldenen Trostlachs.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für übergangene Friedensgenies und internationale Preisverleihungen mit beleidigter Sitzordnung.

Liebe Leserinnen und Leser, es ist passiert. Das Nobelkomitee hat den Friedensnobelpreis vergeben – und dabei die wichtigste Voraussetzung für Weltfrieden übersehen: Donald Trump muss hinterher zufrieden sein.

Stattdessen wurde laut der vorliegenden Meldung die südafrikanische Juristin Navi Pillay ausgezeichnet. Menschenrechte, Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, internationale Justiz. Solche Sachen. Offenbar hat das Komitee tatsächlich die Lebensleistung einer Kandidatin geprüft. Ein skandalöser Verfahrensfehler. Ich hätte zuerst nachgesehen, wer bereits eine ausreichend große freie Wand für die Urkunde besitzt.

Trump bezeichnet die Entscheidung als schändlich und blamabel. Außerdem hinterlasse sie einen unauslöschlichen Fleck auf Norwegen. Leute, ich kenne Flecken. Großartige Flecken. Aber ein ganzes Land wegen einer unerwünschten Preisvergabe chemisch reinigen zu müssen, eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Außenpolitik.

Oslo braucht jetzt vermutlich keine Diplomaten mehr, sondern einen sehr leistungsfähigen Teppichreiniger.

Besonders beeindruckend ist Trumps Erklärung, er habe von Pillay noch nie gehört. Gleichzeitig weiß er offenbar genau, dass ihre Auszeichnung falsch ist. Eine faszinierende Kombination. Andere Menschen müssen sich informieren, bevor sie urteilen. Dieser Mann spart den gesamten ersten Arbeitsschritt.

Ich wäre gern bei der Vorbereitung gewesen. In meiner Vorstellung fragt ein Mitarbeiter: „Sollen wir Ihnen ihre Biografie vorlegen?“ Und bekommt zur Antwort: „Wozu? Steht mein Name drauf?“ – „Nein.“ – „Dann wissen wir bereits genug.“

Eine ungeheure Effizienz. Damit könnte man ganze Bibliotheken durch einen Spiegel ersetzen.

Natürlich hätte Trump den Preis gern selbst bekommen. Die durch ihn repräsentierten USA hätten ihn verdient, erklärt er. Ein großzügiger Gedanke: Er nimmt die Ehrung stellvertretend für das Land entgegen, das Land darf stellvertretend für ihn begeistert sein.

So stelle ich mir nationale Einheit vor.

Pillay beschäftigt sich mit Menschenrechten. Trump beschäftigt sich mit der Frage, weshalb Menschen das Recht haben, jemand anderen auszuzeichnen. Zwei unterschiedliche Ansätze, die beim festlichen Abendessen vermutlich eine interessante Geräuschkulisse erzeugen würden.

Dann kommen in der Vorlage noch neue US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof hinzu. Großartig. Man bekommt keinen Friedenspreis und demonstriert anschließend, wie friedlich man die Arbeitsfähigkeit eines Gerichts beschneiden kann.

Das ist ungefähr so, als verlöre jemand einen Höflichkeitswettbewerb und sperrte daraufhin der Jury die Toilette ab.

Ich würde dringend die Nobelregeln modernisieren. Künftig sollte das Komitee seine Entscheidung zunächst dem Bewerber mit dem empfindlichsten Selbstwertgefühl vorlegen. Der darf dann sachlich prüfen, ob die Auswahl ausreichend nach ihm aussieht.

Falls nicht, beginnt die Abstimmung erneut. Das nennt man in meiner erfundenen Preisordnung unabhängige Entscheidungsfindung mit persönlichem Rückgaberecht.

Auch die übrigen Nobelpreise wären schnell geregelt. Physik für die Entdeckung, dass sich die ganze Welt um einen einzigen Mann dreht. Chemie für die Umwandlung von Enttäuschung in diplomatische Drohkulissen. Literatur für den Satz: „Ich kenne sie nicht, aber sie hat es nicht verdient.“

Und Wirtschaft für die Idee, aus einer nicht erhaltenen Medaille einen internationalen Handelskonflikt zu machen.

Norwegen könnte Trump zur Beruhigung einen Ersatzpreis anbieten: den Goldenen Trostlachs. Sehr repräsentativ. Liegt gut in der Hand. Lässt sich auf Pressebildern mit etwas Abstand problemlos für eine Auszeichnung halten. Allerdings müsste vorher geprüft werden, ob der Lachs jemals etwas Kritisches über ihn gedacht hat.

Pillay könnte währenddessen einfach ihre Arbeit fortsetzen. Ein unerhörter Affront. Wer nicht ständig über seine eigene Großartigkeit spricht, bringt das komplette Wettbewerbsmodell durcheinander.

Am Ende bleibt mein Vorschlag: Trump bekommt eine riesige goldene Medaille, größer als alle anderen. Auf der Rückseite befindet sich ein Spiegel. So kann er jederzeit überprüfen, ob der würdigste Preisträger noch anwesend ist.

Und den Friedensnobelpreis erhält künftig automatisch, wer ihm erklärt, dass es sich dabei leider nur um eine Teilnehmermedaille handelt – und diesen Satz überlebt, ohne dass sein Land sanktioniert wird.

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Tags: Donald Trump Menschenrechte Friedensnobelpreis Norwegen Navi Pillay Nobelkomitee
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