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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

ICE wird NICE: Wenn Abschiebung plötzlich nett ist

Grafik: ICE wird NICE: Abschiebung im neuen Image

Aus ICE wird NICE – und plötzlich soll Abschiebung freundlich wirken. Ronald Tramp zeigt, wie ein Rebranding politische Realität übertünchen soll.

Ronald Tramp berichtet exklusiv:

Man muss es einfach sagen: Es gibt Ideen, die sind so genial, so unglaublich, so unfassbar brillant, dass man sich fragt, warum noch kein Genie vorher darauf gekommen ist. Und dann gibt es Ideen wie diese hier.

Der große, fantastische, immer bestens gelaunte Präsident – manche sagen, der beste Präsident aller Zeiten, ich sage: definitiv einer der lautesten – hat beschlossen, der berüchtigten Einwanderungsbehörde ICE ein kleines, winziges, völlig harmloses Makeover zu verpassen. Kein großes Ding. Nur ein bisschen Kosmetik. Ein bisschen Lippenstift auf ein politisches Nilpferd.

Und voilà: ICE wird zu NICE.

Ja. NICE. Also „nett“. Freundlich. Herzlich. Kuschelig. Fast wie ein Streichelzoo, nur mit Handschellen.

Ich war sofort begeistert. Wirklich. Ich meine, wer hätte gedacht, dass man mit einem einzigen zusätzlichen Wort – „National“ – aus einer umstrittenen Behörde plötzlich einen sympathischen Nachbarn machen kann? Immigration and Customs Enforcement wird einfach zu „National Immigration and Customs Enforcement“. Zack. Problem gelöst. Image gerettet. Weltfrieden fast erreicht.

Man stelle sich das vor: „Guten Tag, wir sind von NICE. Wir sind heute hier, um Sie abzuschieben – aber bitte fühlen Sie sich dabei wohl.“

Fantastisch. Wirklich fantastisch.

Der Präsident soll die Idee begeistert aufgenommen haben. „GREAT IDEA!!! DO IT“, soll er geschrieben haben. Und ich sage: Natürlich! Warum Probleme lösen, wenn man sie einfach umbenennen kann? Das ist wie wenn man einen Tornado „sanften Windhauch“ nennt und dann erwartet, dass die Häuser stehen bleiben.

Dabei ist die Ausgangslage, sagen wir es vorsichtig, nicht ganz optimal. In den letzten Monaten gab es Kritik. Viel Kritik. Sehr viel Kritik. Einige würden sagen: rekordverdächtig viel Kritik. Besonders nach tödlichen Vorfällen, unter anderem in Minneapolis, wo Einsätze der Behörden eskalierten und Menschen ums Leben kamen (Vox). Aber hey – Details, Details.

Denn was zählt, ist die Marke.

Und die neue Marke ist… NICE.

Ich sehe es schon vor mir: neue Uniformen, vielleicht mit einem kleinen Smiley. Freundliche Durchsagen: „Ihre Abschiebung beginnt in wenigen Minuten. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Flug.“ Vielleicht noch ein Gutschein für einen Kaffee. Oder zumindest ein freundliches Nicken.

Man könnte sogar noch weitergehen. Warum nicht gleich die gesamte Strategie anpassen? Razzien heißen künftig „Überraschungsbesuche“. Festnahmen werden zu „spontanen Umarmungen mit Handschellen“. Und Abschiebungen? Ganz klar: „Reiseangebote ohne Rückflugoption“.

Genial.

Und das Beste: Die Zahlen bleiben beeindruckend. Hunderttausende Festnahmen, Hunderttausende Abschiebungen – aber jetzt alles mit einem Lächeln. Einem sehr, sehr offiziellen Lächeln.

Ich habe mich gefragt: Wer denkt sich so etwas aus? Und dann wurde mir klar: Das ist Marketing auf höchstem Niveau. Silicon Valley könnte sich eine Scheibe abschneiden. Warum ein Produkt verbessern, wenn man einfach den Namen ändert?

Stellen Sie sich vor:

– Ein kaputtes Auto? Einfach „Premium Performance Vehicle“ nennen.

– Schlechter Kaffee? „Artisanale Geschmacksexplosion“.

– Und ein politisches Problem? Ganz klar: neues Logo.

Apropos Logo: Natürlich wurde auch daran gearbeitet. Ein stolzer Adler, wahrscheinlich sehr patriotisch, wahrscheinlich sehr ernst – aber jetzt eben… nett. Ein netter Adler. Vielleicht lächelt er innerlich.

Kritiker – und es gibt immer Kritiker, glauben Sie mir – nennen das Ganze zynisch oder geschmacklos. Manche verweisen darauf, dass ein neuer Name nichts an den grundlegenden Problemen ändert. Aber diese Leute verstehen einfach nicht den Zauber der Kommunikation.

Wenn man oft genug „nett“ sagt, wird irgendwann alles nett. Das ist Wissenschaft. Vermutlich.

Und ich, Ronald Tramp, sage: Das ist nicht nur ein Rebranding. Das ist eine Revolution. Eine sprachliche Meisterleistung. Eine historische Wende. Vielleicht sogar die größte Umbenennung seit der Erfindung des Wortes „Diät“, bei der man weiterhin alles essen darf – nur mit schlechtem Gewissen.

Am Ende bleibt eine Frage: Wird es funktionieren?

Wird die Welt plötzlich sagen: „Ach so, NICE – das klingt ja freundlich, da haben wir uns wohl geirrt“?

Oder wird man merken, dass ein neuer Name allein keine Realität verändert?

Ich habe eine Vermutung. Eine sehr starke Vermutung. Eine, die größer ist als jede Vermutung zuvor.

Aber bis dahin genießen wir den Moment.

Denn eines ist sicher: So viel Selbstvertrauen muss man erst mal haben.

Einfach sagen: „Wir sind jetzt nett.“

Und dann hoffen, dass alle applaudieren.

Ich tue es. Natürlich tue ich es.

Standing Ovations.

Sehr nett.

Tags: USA Donald Trump ICE Rebranding Migration NICE
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