Nach mehreren Künstlerabsagen hat Donald Trump eine revolutionäre Idee: Statt Musiker auftreten zu lassen, könnte einfach Donald Trump auftreten. Ronald Tramp berichtet.
Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der gleichzeitig Headliner, Vorgruppe, Zugabe und Merchandise-Abteilung sein könnte
Patrioten, Musikfans und Menschen, die schon einmal freiwillig eine Rede besucht haben, obwohl daneben ein Konzert stattfand:
Amerika erlebt gerade eine kulturelle Revolution.
Eine gewaltige Revolution.
Eine Revolution so groß, dass selbst Elvis Presley vermutlich kurz aus seinem Grab geschaut und gefragt hätte:
„Moment mal – was passiert da gerade?“
Der Grund ist einfach.
Mehrere Musiker haben ihre Teilnahme an der großen Jubiläumsfeier zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten abgesagt.
Normalerweise würde ein Veranstalter nun hektisch Ersatz suchen.
Vielleicht eine andere Band.
Vielleicht einen Popstar.
Vielleicht jemanden, der wenigstens drei Akkorde beherrscht.
Doch Donald Trump denkt größer.
Viel größer.
Monumental größer.
Präsidial größer.
Seine Lösung lautet:
„Dann trete eben ich auf.“
Und ehrlich gesagt: Das ist die konsequenteste Entwicklung seit der Erfindung des Selfies.
DIE GEBURT DES EIN-MANN-FESTIVALS
Geplant war eine gigantische Feier in Washington.
Sechzehn Tage lang.
Musik.
Kultur.
Unterhaltung.
Patriotismus.
Menschen sollten singen, tanzen und gemeinsam feiern.
Doch dann kam es zu einer Reihe von Absagen.
Ein Künstler nach dem anderen verabschiedete sich.
Einige Beobachter beschrieben die Entwicklung als „schwierige Planungsphase“.
Andere als „musikalische Fluchtbewegung“.
Doch Trump reagierte nicht mit Verzweiflung.
Er reagierte mit Trump.
Auf seiner Plattform erklärte er, viele Menschen sähen ihn ohnehin als die größte Attraktion der Welt.
Nicht eine der größten.
Nicht eine sehr große.
Nein.
Die größte.
Weltweit.
Überall.
Sogar dort, wo man ihn gar nicht eingeladen hat.
ELVIS? NETTER VERSUCH.
Besonders bemerkenswert war der Vergleich mit Elvis Presley.
Trump erklärte, er ziehe größere Menschenmengen an als Elvis auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Und das ohne Gitarre.
Eine sensationelle Leistung.
Denn Elvis hatte Jahrzehnte gebraucht, um eine Musiklegende zu werden.
Trump benötigt dafür lediglich ein Mikrofon und eine funktionierende WLAN-Verbindung.
Experten diskutieren bereits über neue Kategorien für die Musikindustrie.
- Bestes Konzert ohne Musik
- Beste Zugabe ohne Auftritt
- Längste Rede mit Tanzverbot
- Größter Hit ohne Tonaufnahme
Die Konkurrenz dürfte überschaubar sein.
AMERICA IS BACK – UND HÖRT SICH SELBST ZU
Statt eines Musikfestivals könnte nun eine gigantische Kundgebung stattfinden.
Der mögliche Titel:
„AMERICA IS BACK“
Ein Name, der ungefähr so subtil ist wie ein Feuerwerk in einer Bibliothek.
Insider berichten, dass erste Programmentwürfe bereits kursieren.
10:00 Uhr – Trump begrüßt die Besucher.
11:00 Uhr – Trump erklärt, warum Trump die Besucher begrüßt hat.
12:00 Uhr – Trump analysiert die Begrüßung.
13:00 Uhr – Mittagspause mit Trump-Burgern.
14:00 Uhr – Rückblick auf die Vormittagsbegrüßung.
16:00 Uhr – Standing Ovations.
17:00 Uhr – Analyse der Standing Ovations.
20:00 Uhr – Zugabe der Begrüßung.
Einige Experten bezeichnen das bereits als die erste politische One-Man-Show der Weltgeschichte.
DIE RETTUNG KOMMT VON MILLI VANILLI
Während mehrere bekannte Musiker abgesagt haben, bleiben einige Künstler an Bord.
Darunter Fabrice Morvan von Milli Vanilli.
Und plötzlich ergibt alles Sinn.
Denn wenn ein Festival Schwierigkeiten hat, echte Stars zu finden, und gleichzeitig ein Politiker behauptet, er sei größer als Elvis, dann wirkt die Beteiligung eines ehemaligen Milli-Vanilli-Mitglieds fast poetisch.
Historiker sprechen bereits von einer kulturellen Konstellation, die statistisch eigentlich unmöglich sein sollte.
Auch Vanilla Ice und Flo Rida halten offenbar an ihren Auftritten fest.
Das bedeutet, dass die Veranstaltung aktuell aus folgenden Komponenten bestehen könnte:
- Vanilla Ice
- Flo Rida
- Milli Vanilli
- Donald Trump
Selbst ChatGPT hätte Schwierigkeiten, daraus eine glaubwürdige Zeitkapsel der amerikanischen Kulturgeschichte zu erstellen.
DIE BÜHNE WIRD ZU KLEIN
Organisatoren stehen nun vor logistischen Herausforderungen.
Denn wenn Trump tatsächlich die Hauptattraktion wird, braucht man möglicherweise neue Regeln.
Zum Beispiel:
Darf der Headliner länger auftreten als alle Musiker zusammen?
Darf eine Rede als Greatest-Hits-Album gelten?
Und wie viele Zugaben sind erlaubt, wenn niemand weiß, wann der eigentliche Auftritt begonnen hat?
Berichten zufolge prüfen Ingenieure bereits, ob die National Mall groß genug ist.
Nicht für die Besucher.
Für das Ego.
DIE ZUKUNFT DER UNTERHALTUNG
Man muss Trump eines lassen:
Er denkt innovativ.
Während andere Festivals auf Bands setzen, setzt er auf sich selbst.
Warum Musiker buchen, wenn man sich selbst buchen kann?
Warum Gitarren bezahlen, wenn man über Gitarren reden kann?
Warum einen Star engagieren, wenn man sich bereits für den Star hält?
Es ist die logische Endstufe des modernen Entertainments.
Der Künstler.
Das Publikum.
Der Veranstalter.
Die Werbung.
Die Zugabe.
Alles in einer Person.
DAS GROSSE FINALE
So könnte der 250. Geburtstag Amerikas als jenes historische Ereignis in die Geschichtsbücher eingehen, bei dem ein Musikfestival langsam die erstaunliche Erkenntnis gewann, dass sein Hauptact möglicherweise gar kein Musiker ist.
Und während Elvis einst ganze Stadien mit Rock'n'Roll füllte, versucht Trump dasselbe mit Mikrofon, Teleprompter und Selbstvertrauen.
Sehr viel Selbstvertrauen.
Ob die Besucher am Ende lieber Musik hören oder Reden?
Das wird sich zeigen.
Aber eines ist sicher:
Wenn Donald Trump tatsächlich die Konzerte durch Donald Trump ersetzt, dann wäre das vermutlich das erste Festival der Welt, bei dem der Headliner gleichzeitig behauptet, größer zu sein als alle anderen Künstler – einschließlich derjenigen, die gar nicht gekommen sind.
Und genau deshalb, meine Freunde, könnte die Great American State Fair zur ersten Veranstaltung werden, bei der das größte Instrument auf der Bühne kein Klavier, keine Gitarre und kein Schlagzeug ist.
Sondern ein Ego.

