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EU verbietet spontane Gedanken – Brüssel führt Formular A38 für Ideen ein

Grafik: EU will spontane Gedanken genehmigen lassen

Die EU will spontane Gedanken offenbar nur noch mit Voranmeldung erlauben. Ronald Tramp kämpft verzweifelt mit Formular A38 und europäischer Denk-Bürokratie.

Meine Damen und Herren, halten Sie sich fest.

Europa hat es wieder geschafft.

Der Kontinent, der bereits Gurkenkrümmungen diskutierte, Staubsauger moralisch bewertete und vermutlich demnächst CO₂-neutrale Büroklammern zertifiziert, hat nun den nächsten großen Schritt gewagt:

Spontane Gedanken sollen künftig genehmigungspflichtig werden.

Ja.

Wirklich.

Laut der neuen Brüsseler Verordnung muss jede spontane Idee mindestens 14 Tage vorher angemeldet werden.

Mit Formular A38.

Natürlich mit Formular A38.

Denn wenn Europa eines wirklich liebt, dann sind es drei Dinge:

Stempel.

Unterformulare.

Und PDF-Dateien, die nur mit Adobe Reader Version 4.7 aus dem Jahr 2003 funktionieren.

Ich selbst wurde bereits Opfer dieses Wahnsinns.

Am Dienstagmorgen hatte ich spontan den Gedanken:

„Vielleicht sollte ich heute ein Croissant essen.“

Großer Fehler.

Keine Voranmeldung.

Keine Ideen-Registrierungsnummer.

Kein Genehmigungscode.

Plötzlich stand vermutlich irgendwo in Brüssel ein Beamter auf, eine Sirene ging los und ein Drucker begann automatisch 480 Seiten Bürokratie auszuspucken.

Die neue Behörde nennt sich angeblich:

„Europäische Agentur für Gedankenkontrolle und spontane Impulsregulierung.“

Abgekürzt:

EAGSIR.

Das klingt nicht wie eine Behörde.

Das klingt wie ein Endgegner aus einem dystopischen Rollenspiel.

Und selbstverständlich gibt es genaue Vorschriften.

Gedanken gelten künftig als:

– „ungeprüfte mentale Aktivitäten“

– „potenziell emotionale Schnellentscheidungen“

– sowie „nicht harmonisierte Hirnprozesse“.

Fantastisch.

Man stelle sich das einmal vor.

Ein Mensch wacht morgens auf und denkt spontan:

„Vielleicht kündige ich meinen Job.“

Sofort erscheint wahrscheinlich eine automatische Meldung:

„Achtung! Dieser Gedanke benötigt Anhang B17 sowie eine Risikoanalyse in dreifacher Ausführung.“

Die EU hat offenbar beschlossen, dass Denken zu gefährlich geworden ist.

Und ehrlich gesagt:

Wenn man manche Kommentarspalten betrachtet, kann ich den Gedankengang fast nachvollziehen.

Besonders herrlich sind die Ausnahmen.

Denn nicht jeder spontane Gedanke ist verboten.

Gedanken über nachhaltige Fahrradinfrastruktur bleiben offenbar weiterhin genehmigungsfrei.

Natürlich.

Währenddessen muss ein deutscher Handwerker vermutlich erst ein Onlineportal durchlaufen, wenn ihm spontan einfällt:

„Vielleicht sollte ich Feierabend machen.“

Doch das Beste kommt noch.

Das Formular A38 soll laut Entwurf ganze 92 Seiten umfassen.

92 Seiten!

Für einen Gedanken!

Das bedeutet:

Der bürokratische Aufwand für eine spontane Idee dauert künftig länger als die eigentliche Idee selbst.

Europa hat damit offiziell die Verwaltung über die Realität gestellt.

Und glauben Sie mir:

Brüssel meint das ernst.

Es soll bereits spezielle „Gedankenwartebereiche“ geben.

Menschen mit nicht angemeldeten Einfällen müssen dort sitzen, bis ihre spontane Idee geprüft wurde.

Stellen Sie sich die Szenen vor.

Ein Franzose denkt plötzlich:

„Vielleicht sollten wir weniger Formulare haben.“

Boom.

Direkt Verdachtsfall.

Ein Italiener bekommt spontan Lust auf Pizza mit Ananas.

Sofort Krisensitzung in Straßburg.

Und ein Deutscher wagt den gefährlichsten aller Gedanken:

„Das könnte man doch pragmatisch lösen.“

Abtransport innerhalb von Sekunden.

Ich selbst habe versucht, meine journalistischen Gedanken ordnungsgemäß anzumelden.

Ein Albtraum.

Zunächst musste ich online bestätigen, dass mein Gedanke:

– keine emotionale Überreaktion,

– keine wirtschaftliche Eigeninitiative,

– und keine unregulierte Kreativität darstellt.

Allein diese Fragen hätten Kafka vermutlich in Therapie geschickt.

Danach kam die schwierigste Aufgabe:

Ich musste angeben, wann genau mir der spontane Gedanke spontan kommen würde.

Das ist großartig.

Die EU verlangt jetzt also die terminliche Planung von Unvorhersehbarkeit.

Das ist ungefähr so logisch wie ein Notfallseminar mit sechs Monaten Vorlaufzeit.

Besonders dramatisch wird die Lage für Künstler.

Kabarettisten dürfen künftig nur noch genehmigte Pointen verwenden.

Musiker müssen Melodien anmelden.

Und Schriftsteller benötigen vermutlich bald eine Baugenehmigung für Metaphern.

Doch die wahre Tragödie trifft ganz normale Menschen.

Flirts.

Stellen Sie sich vor:

Zwei Menschen begegnen sich spontan in einem Café.

Sie lachen.

Die Chemie stimmt.

Ein magischer Moment entsteht.

Und plötzlich sagt jemand:

„Entschuldigung, haben Sie dafür bereits das EU-Formular für romantische Sofortgedanken eingereicht?“

Romantik stirbt nicht durch Zeit.

Romantik stirbt durch Verwaltungsportale.

Natürlich verteidigen EU-Sprecher die Regelung bereits als „wichtigen Schritt für mentale Sicherheit und harmonisierte Denkprozesse“.

Das klingt wie ein Satz, den ein Drucker sagen würde, kurz bevor er explodiert.

Die offizielle Begründung lautet angeblich, spontane Gedanken könnten:

– Desinformation fördern,

– soziale Instabilität erzeugen,

– oder wirtschaftliche Unruhe verursachen.

Mit anderen Worten:

Brüssel hat entdeckt, dass Menschen manchmal überraschende Ideen haben.

Schockierend.

Doch ich sehe bereits die Zukunft.

Menschen sitzen morgens am Frühstückstisch und fragen sich nervös:

„Darf ich das überhaupt denken?“

Kinder beantragen kreative Einfälle über das Schulportal.

Manager reichen Brainstormings beim Finanzamt ein.

Und Influencer verkaufen plötzlich:

„Premium-Spontanität ohne Wartezeit.“

Natürlich im Abo.

Und während Europa langsam im Papierstapel seiner eigenen Realität versinkt, sitzt irgendwo ein EU-Kommissar stolz vor einem Aktenschrank und erklärt:

„Die Freiheit des Denkens bleibt vollständig erhalten – nach erfolgreicher Vorprüfung.“

Meine Damen und Herren:

Das ist nicht mehr Bürokratie.

Das ist Verwaltungs-Magie.

Tags: Europa Bürokratie EU Verordnung Gedanken Brüssel Formular A38
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