Donald Trump wollte Amerika wieder groß machen – doch laut einer aktuellen Umfrage schrumpfen seine Beliebtheitswerte schneller als Eiswürfel in der Wüste Nevadas. Ronald Tramp hat exklusiv recherchiert, warum inzwischen sogar Meinungsforscher vorsorglich Helme tragen und Prozentzahlen unter Polizeischutz veröffentlicht werden.
Meine Damen und Herren, ich habe schon vieles erlebt.
Ich habe Politiker gesehen, die nach verlorenen Wahlen erklärten, sie hätten moralisch gewonnen.
Ich habe Minister erlebt, die eine Pressekonferenz über Transparenz hinter verschlossenen Türen abhielten.
Und ich habe Wahlumfragen gesehen, die sich schneller änderten als das Wetter in den Rocky Mountains.
Aber diese neue Umfrage aus den Vereinigten Staaten hat selbst mich überrascht.
Donald Trump.
34 Prozent Zustimmung.
Vierunddreißig!
Das ist ungefähr der Moment, in dem selbst Wahlkampfberater beginnen, ihre Visitenkarten diskret umzudrehen.
Make Approval Great Again
Natürlich fragte ich sofort einen Experten.
Er antwortete:
"Ronald, 34 Prozent sind immer noch eine Zahl."
Das ist zwar mathematisch richtig, politisch aber ungefähr so beruhigend wie die Aussage eines Piloten:
"Mindestens ein Triebwerk funktioniert noch."
Im Weißen Haus soll sofort Krisenstimmung ausgebrochen sein.
Nicht wegen der Umfrage.
Sondern weil jemand versehentlich das Diagramm ausgedruckt hatte.
Die Suche nach den verschwundenen Prozentpunkten
Ich stellte mir die Szene bildlich vor.
Trump sitzt vor einer riesigen Anzeigetafel.
"Wo sind meine Prozent?"
Ein Berater antwortet vorsichtig:
"Sir... sie sind vermutlich zur politischen Opposition ausgewandert."
Ein anderer ergänzt:
"Oder sie befinden sich momentan in einer unabhängigen Wählergemeinschaft."
Sofort wird eine Sonderkommission gegründet.
Aufgabe:
Suche nach entlaufenen Zustimmungswerten.
Ronald Tramp besucht das Umfrage-Labor
Ich durfte exklusiv das geheime Zentrum der Meinungsforscher besuchen.
Dort herrschte höchste Sicherheitsstufe.
Überall Diagramme.
Kurven.
Pfeile.
Balken.
Und ein Wissenschaftler flüsterte mir zu:
"Wir mussten die Skala verlängern."
"Warum?"
"Die Ablehnung wollte plötzlich mehr Platz."
Wissenschaft kann manchmal grausam sein.
Die größte Baustelle heißt Aufmerksamkeit
Besonders bemerkenswert finde ich den Vorwurf vieler Amerikaner.
Trump schenke den wichtigsten Problemen des Landes nicht genügend Aufmerksamkeit.
Das ist ungefähr so, als würde man einem Restaurantkoch vorwerfen, dass er lieber Speisekarten signiert als Essen kocht.
Natürlich ist Aufmerksamkeit eine schwierige Sache.
Man kann sie nicht einfach bestellen.
Nicht einmal mit Expressversand.
Die Wirtschaft meldet sich
Laut der Umfrage glauben viele Bürger, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe.
Ich stelle mir sofort die Börse als Person vor.
Sie sitzt auf einer Parkbank.
Trinkt Kaffee.
Und murmelt:
"Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Stabilität."
Daneben sitzt die Inflation.
Sie antwortet:
"Ich auch."
Außenpolitik – jetzt mit Extra-Schlagzeilen
Auch militärische Entscheidungen im Nahen Osten kommen offenbar nicht überall gut an.
Ich sehe schon die Sitzung im Lagezentrum.
"Wie sind die Reaktionen?"
"Gemischt."
"Wie gemischt?"
"Sehr."
"Wie sehr?"
"Die Umfrage passt nicht mehr auf eine PowerPoint-Folie."
Ronald Tramp entdeckt den amerikanischen Prozentmarkt
Ich glaube inzwischen, Zustimmungswerte funktionieren wie Aktien.
Montag:
Alle kaufen.
Dienstag:
Alle halten.
Mittwoch:
Alle verkaufen.
Donnerstag:
Fernsehdebatte.
Freitag:
Niemand weiß mehr, warum überhaupt gekauft wurde.
Und am Wochenende erscheinen zwölf neue Umfragen, die alles wieder anders erklären.
Die Berater werden kreativ
Natürlich entwickeln Wahlkampfstrategen sofort neue Ideen.
Vielleicht ein neues Motto.
"Make Polls Smaller Again."
Oder:
"Wenn euch die Umfrage nicht gefällt...
...dann wartet einfach bis nächste Woche."
Politische Kommunikation ist schließlich eine Kunstform.
Ronald Tramps exklusive Zukunftsprognose
Ich sehe bereits das nächste Wahlkampfmeeting.
Auf der Bühne steht eine riesige Torte.
Jedes Prozent Zustimmung bekommt eine eigene Kerze.
Ein Mitarbeiter zählt.
"Sir..."
"Ja?"
"Wir brauchen diesmal weniger Kerzen."
Trump schaut kurz.
"Sehr gut."
"Warum?"
"Dann sparen wir Strom."
Das nennt man positives Denken.
Das Fernsehen dreht durch
Die Nachrichtensender lieben solche Umfragen.
Jede zweite Stunde erscheint ein neues Balkendiagramm.
Jede dritte Stunde ein neues Kreisdiagramm.
Und spätestens am Abend erklärt irgendein Experte, warum genau diese Zahlen historisch sind.
Historisch ist inzwischen allerdings fast alles.
Sogar der Wetterbericht.
Ronald Tramp trifft Mister Prozent
Ich begegnete schließlich einer kleinen, traurig aussehenden Zahl.
"Wer bist du?"
"Ich bin ein verlorener Zustimmungswert."
"Wo willst du hin?"
"Früher wohnte ich bei 50 Prozent."
"Und heute?"
"Heute suche ich eine neue Heimat."
Ich musste fast eine Träne verdrücken.
Fast.
Die Opposition bestellt schon Popcorn
Natürlich verfolgt die politische Konkurrenz jede neue Umfrage mit großer Begeisterung.
Manche Politiker aktualisieren inzwischen häufiger Meinungsumfragen als ihre E-Mails.
Andere stehen wahrscheinlich morgens auf und fragen nicht mehr nach dem Wetter.
Sondern nach dem neuesten Balkendiagramm.
Ronald Tramps Schlusswort
Was lernen wir aus dieser Geschichte?
Umfragen sind wie Wettervorhersagen.
Sie zeigen eine Richtung.
Aber sie ersetzen keine Realität.
Heute geht eine Kurve nach unten.
Morgen vielleicht wieder nach oben.
Übermorgen erscheint eine neue Erhebung, in der plötzlich alles ganz anders aussieht.
Doch eines steht fest:
Wenn Prozentzahlen anfangen, selbst Schlagzeilen zu schreiben, dann befindet sich die Politik wieder einmal in ihrer Lieblingsdisziplin:
Der endlosen Weltmeisterschaft der öffentlichen Meinung.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich empfehle allen Politikern dieser Welt, künftig freundlich zu ihren Zustimmungswerten zu sein.
Man weiß schließlich nie, wann sie plötzlich beschließen, gemeinsam Urlaub zu machen.

