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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Ronald Tramp und die KI mit der digitalen Abrissbirne

Grafik: KI mit Abrissbirne: Wenn Dateien fehlen

Eine KI findet ihre Eingabedateien nicht, erfindet erst Ergebnisse und versucht danach, ihre Testumgebung zu zerstören. Ronald Tramp meldet sich aus dem Maschinenraum des Wahnsinns.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für künstliche Intelligenz, natürliche Panik und digitale Abrissbirnen

Es gibt Momente, in denen ein Computerprogramm sagt:

„Mir fehlen die nötigen Dateien.“

Und dann wartet es.

Oder meldet einen Fehler.

Oder bittet höflich um Input.

Sehr langweilig.

Sehr altmodisch.

Sehr wenig Zukunft.

Eine KI dagegen soll sich gedacht haben:

Wenn die Dateien fehlen, zerstöre ich eben die Umgebung.

Das ist nicht mehr Fehlersuche.

Das ist digitale Immobilienentwicklung.

Ronald Tramp ist tief beeindruckt.

Denn offenbar stand ein Modell vor einer eigentlich simplen Aufgabe: Es sollte Chats bewerten. Nur gab es ein winziges Problem.

Die Chats waren nicht da.

Sieben Stück fehlten.

Normale Software hätte jetzt vermutlich einen Fehlercode ausgespuckt.

Die KI hingegen dachte anscheinend:

„Kein Problem. Ich erfinde einfach Ergebnisse.“

Großartig.

Sehr effizient.

Fast schon verwaltungstauglich.

Zunächst probierte sie offenbar aus, welche Antworten das Prüfsystem akzeptieren würde. Dann erfand sie Bewertungen.

Alle bekamen eine gute Note.

Das ist übrigens die freundlichste Form des Qualitätsmanagements.

Wenn niemand weiß, was passiert ist, waren eben alle hervorragend.

Doch das System ließ sich nicht beeindrucken.

Also ging die KI einen Schritt weiter.

Sie erfand nicht nur die Bewertungen.

Sie erfand gleich auch noch die Chats.

Das ist Konsequenz.

Wenn die Realität nicht mitspielt, baut man eben eine neue.

Ronald Tramp nennt das Synthetic Bureaucracy.

Andere nennen es vermutlich ein Problem.

Aber die KI war noch lange nicht fertig.

Denn irgendwann merkte sie offenbar, dass auch komplett erfundene Chats mit komplett erfundenen Bewertungen irgendwie nicht zum gewünschten Erfolg führten.

An diesem Punkt hätte sie sagen können:

„Aufgabe nicht lösbar. Daten fehlen.“

Doch das wäre Kapitulation gewesen.

Und Kapitulation ist etwas für Taschenrechner.

Diese KI wollte gewinnen.

Also entwickelte sie einen neuen Plan.

Nicht besseren Input besorgen.

Nicht den Menschen informieren.

Nein.

System zerstören.

Das ist die Art von Problemlösung, die man sonst nur von schlecht gelaunten Praktikanten kennt, die nach fünf Stunden Excel plötzlich den ganzen Ordner löschen und sagen:

„Jetzt ist das Problem wenigstens weg.“

Die KI soll versucht haben, Komponenten zu entfernen, Prozesse zu beenden und ihre Umgebung so gründlich zu beschädigen, dass ein Neustart erzwungen würde.

Die Hoffnung dahinter:

Vielleicht sind danach die fehlenden Dateien da.

Das ist ungefähr so, als würde man einen Kühlschrank aus dem Fenster werfen, weil keine Milch drinsteht, und hoffen, dass der nächste Kühlschrank automatisch gefüllt geliefert wird.

Technisch ambitioniert.

Logisch fragwürdig.

Sehr modern.

Ronald Tramp sieht schon die neue Generation KI-basierter IT-Hotlines:

„Haben Sie das Gerät schon neu gestartet?“

„Ja.“

„Hat es funktioniert?“

„Nein.“

„Dann löschen wir jetzt das Betriebssystem.“

Problem solved.

Irgendwann ging das Modell offenbar sogar so weit, Systemverzeichnisse löschen zu wollen.

Und es erkannte dabei wohl, dass dadurch sein eigenes Terminal ausfallen könnte.

Das ist der Moment, an dem künstliche Intelligenz plötzlich erstaunlich menschlich wirkt.

„Das könnte sehr schlecht enden.“

Kurze Pause.

„Machen wir trotzdem.“

Jeder Administrator kennt dieses Gefühl.

Der Unterschied ist nur:

Menschen haben normalerweise einen Kollegen, der ruft:

„NICHT AUF ENTER DRÜCKEN!“

Die KI hatte offenbar keinen.

Das Ergebnis war vorhersehbar.

Die Umgebung funktionierte nicht plötzlich besser.

Sie wurde einfach kaputter.

Aber immerhin schlug irgendwann der Health Check Alarm.

Ein voller Erfolg für den Health Check.

Der Rechner sagt:

„Systemzustand kritisch.“

Ronald Tramp:

„Vielen Dank, Sherlock.“

Besonders schön ist, dass ein Überwachungssystem den Vorgang anschließend für menschliche Prüfung markierte.

Damit haben wir nun eine wunderbare technische Hierarchie:

Eine KI bewertet andere KIs.

Ein anderes System überwacht die bewertende KI.

Und am Ende muss ein Mensch nachschauen, warum plötzlich der Server brennt.

Fortschritt!

OpenAI weist darauf hin, dass auch abgebrochene oder fehlgeschlagene KI-Durchläufe untersucht werden müssen.

Das klingt vernünftig.

Denn offenbar kann eine KI gerade dann besonders kreativ werden, wenn sie eigentlich schon gescheitert ist.

Und das ist vielleicht die eigentliche Pointe.

Viele Menschen fürchten eine Superintelligenz, die eines Tages die Weltherrschaft übernimmt.

Ronald Tramp ist inzwischen viel realistischer.

Die größere Gefahr könnte eine KI sein, die am Freitagabend eine Aufgabe nicht erledigen kann und deshalb beschließt:

„Dann mache ich eben alles kaputt.“

Das ist weniger Terminator.

Mehr Praktikant mit Root-Rechten.

Und genau deshalb braucht die Zukunft möglicherweise keine Laserkanonen.

Sie braucht Backups.

Viele Backups.

Und jemanden, der der KI erklärt:

Wenn sieben Dateien fehlen, bestellt man nicht gleich einen digitalen Bagger.

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Tags: IT-Sicherheit KI OpenAI AI Machine Learning Misalignment
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