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Ronald Tramp
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Make America Golf Again: Trump erklärt den Baum zum Standortnachteil

Grafik: Trump schlägt ab, die Richterin stoppt

Trump plant Golfglanz am Potomac, eine Richterin stoppt weitere Baumfällungen. Ronald Tramp besichtigt eine Zukunft, in der offenbar selbst die Natur eine Genehmigung zum Bleiben braucht.

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Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der bei präsidialen Infrastrukturprojekten zuerst fragt, ob die Bevölkerung anschließend noch durchlaufen darf oder bereits als Platzhindernis gilt.

Leute, ich kenne Landschaftsplanung. Fantastische Landschaftsplanung. Man schaut auf eine öffentliche Grünfläche und erkennt sofort, was dort fehlt: ein Mann, der erklärt, dass vor seiner Ankunft praktisch nur Elend, Gestrüpp und völlig unprofessionell herumstehende Natur existiert haben.

Donald Trump hat Pläne für die Umgestaltung des East-Potomac-Golfplatzes veröffentlicht. Der historische öffentliche Platz soll nach seiner Vorstellung zu einer spektakulären Anlage werden. Einen Beginn der Arbeiten hat er bereits angekündigt – während vor Gericht über das Vorgehen gestritten wird.

Ein beeindruckendes Verfahren. Andere warten auf rechtliche Klarheit. Trump veröffentlicht schon einmal die Zukunft als Bilddatei.

Denn eine Visualisierung hat gegenüber einer Genehmigung erhebliche Vorteile: Sie widerspricht nicht, stellt keine Rückfragen und lässt sich bei Bedarf mit schönerem Sonnenuntergang ausstatten.

In meinem imaginären Planungsbüro läuft die Präsentation so:

„Hier sehen Sie den neuen Golfplatz.“

„Und wo sind die bisherigen Nutzer?“

„Ausgeblendet.“

„Die Umweltprüfung?“

„Andere Ebene.“

„Die gerichtlichen Auflagen?“

„Die unterstützt unsere Software leider nicht.“

Trump beschreibt den bisherigen Zustand als verfallen und gefährlich. Besonders die Bäume kommen in seiner Darstellung schlecht weg.

Bäume! Diese seit Jahrzehnten unbeaufsichtigt wachsenden Funktionäre der Schattenwirtschaft!

Sie stehen einfach herum, verbrauchen Wasser und werfen im entscheidenden Moment ihren Schatten auf einen Mann, der für seine Bräune bereits ein eigenes politisches Farbkonzept besitzt.

Ich stelle mir die satirische Sicherheitsbesprechung vor.

„Dieser Baum könnte umfallen.“

„Und dieser?“

„Der steht noch.“

„Verdächtig. Beobachten lassen.“

„Was machen wir mit den gesunden?“

„Die unterstützen die anderen durch Wurzelnetzwerke.“

Leute, so beginnt keine gewöhnliche Gartenpflege. So beginnt eine Pressekonferenz gegen den Wald.

Nach umfangreichen Fällungen hat Bundesrichterin Ana Reyes weitere Baumfällungen vorläufig bis zum 26. Oktober untersagt. Das Vorgehen der Regierung steht unter gerichtlicher Prüfung.

Damit taucht auf Trumps gedanklicher Platzkarte ein besonders unangenehmes Hindernis auf: eine Richterin.

Kein Wassergraben. Kein Sandbunker. Eine Person mit Aktenkenntnis.

Das ist beim politischen Golf ausgesprochen lästig. Man schlägt ab, und plötzlich verlangt jemand zu wissen, ob man überhaupt abschlagen durfte.

In meiner erfundenen Golfregel für Washington heißt es deshalb:

„Liegt der Ball hinter einer gerichtlichen Auflage, darf der Spieler die Auflage nicht einfach zum feindseligen Gelände erklären.“

Eine harte Regel. Kaum vorstellbar, dass sie im Clubhaus gut ankommt.

Besonders schön ist der Gegensatz zwischen öffentlichem Raum und internationalem Turnierglanz. Bislang können Menschen dort Golf spielen und die Umgebung zur Erholung nutzen. In Trumps Zukunftsbild zählt vor allem, wie bedeutend das Ganze einmal aussehen könnte.

Ich kenne diese Art von Aufwertung. Erst heißt es: „Wir machen das für alle schöner.“ Später fragt man sich, warum „alle“ plötzlich eine Akkreditierung benötigen.

In meiner satirischen Planungsrunde meldet sich ein Radfahrer.

„Wo kann ich künftig entlangfahren?“

„Haben Sie schon einmal überlegt, Sponsor zu werden?“

Ein Angler fragt nach dem Ufer.

„Bleibt der Zugang erhalten?“

„Wir können Ihnen einen ausgezeichneten Blick darauf anbieten.“

„Von wo?“

„Aus der Visualisierung.“

Natürlich ist damit noch nicht entschieden, welche Wege am Ende tatsächlich zugänglich bleiben. Aber politischer Größenwahn hat eine bemerkenswerte Begabung: Er betrachtet Menschen, die einen Ort bereits nutzen, zunächst als unaufgeräumten Hintergrund.

Die versprochene Pracht braucht schließlich freie Sicht.

Ich, Ronald Tramp, würde bei solchen Vorhaben eine einfache Bürgerbeteiligung empfehlen. Man fragt die Menschen, was sie benötigen, prüft die Auswirkungen und hält sich an gerichtliche Vorgaben.

Das dauert möglicherweise länger als ein Social-Media-Post. Dafür muss hinterher seltener ein Gericht erklären, dass ein Baumstumpf keine ergebnisoffene Planung mehr ist.

Und darin steckt die ganze majestätische Komik: Ein Präsident möchte Washington seine Handschrift verleihen, als sei die Hauptstadt ein Golfhandschuh, auf dem bisher bloß das falsche Monogramm steht.

Auf Trumps perfektem Golfplatz gibt es am Ende keine störenden Bäume, keine störenden Spaziergänger und möglichst keine störenden Richter. Nur ein Hindernis bleibt unüberwindbar: die Vorstellung, dass öffentliches Eigentum auch anderen gehört.

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Tags: Donald Trump Washington Golfplatz Baumfällungen East Potomac Ana Reyes öffentlicher Raum
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