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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Ronald Tramp und das große Schlager-Verbot

Grafik: Deutschland führt jetzt Krieg gegen Schlagerhits

Erlangen setzt Partyhits wie „Joana“ und „Skandal im Sperrbezirk“ auf eine schwarze Liste – und Deutschland diskutiert plötzlich über gefährliche Mitsingmusik.

Deutschland hat wieder zugeschlagen.

Nicht gegen Kriminalität.

Nicht gegen Bürokratie.

Nicht gegen kaputte Straßen, Funklöcher oder Behörden-Webseiten aus der Bronzezeit des Internets.

Nein.

Diesmal kämpft man gegen:

Mickie Krause.

Und gegen „Joana“.

Und gegen „Skandal im Sperrbezirk“.

Das Land ist offiziell komplett durchgedreht.

In Erlangen hat die Stadtverwaltung beschlossen, beim Volksfest „Bergkirchweih“ bestimmte Lieder auf eine Art musikalische schwarze Liste zu setzen. Begründung:

„gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Ich musste den Satz dreimal lesen.

Denn irgendwann erreicht Deutschland einen Punkt, an dem sogar ein besoffener Mitgröl-Song behandelt wird wie eine geopolitische Krise.

Und genau da sind wir jetzt angekommen.

Besonders schön:

Die Stadt betont natürlich sofort:

„Das ist kein Verbot.“

Natürlich nicht.

Es ist nur eine „Sensibilisierung“.

Deutschland liebt solche Formulierungen.

Wenn man hier etwas nicht verbieten möchte, nennt man es einfach anders.

„Sie dürfen das selbstverständlich spielen.

Aber falls doch, bekommen Sie vermutlich Ärger, schlechte Stimmung, Diskussionen, Beschwerden und möglicherweise einen dreistündigen Verwaltungsbrief mit fünf Anlagen.“

Freiheit auf deutsch.

Die Liste selbst liest sich wie der verzweifelte Versuch eines Kulturamtes, das Oktoberfest in eine Volkshochschule umzuwandeln.

Darauf:

„Geh mal Bier holen“.

„Joana“.

„Skandal im Sperrbezirk“.

Und sogar „20 Zentimeter“.

Ja.

Deutschland diskutiert 2026 ernsthaft über ein Lied namens „20 Zentimeter“.

Sigmund Freud hätte seine absolute Freude daran.

Besonders tragisch ist der Fall „Joana“.

Denn dort ruft das Publikum traditionell:

„Du geile Sau!“

Und genau das scheint einigen Menschen inzwischen ungefähr denselben Schock zu verursachen wie früher ein Meteoriteneinschlag.

Ich stelle mir die Sitzung im Rathaus vor:

„Meine Damen und Herren, wir haben ein Problem.“

„Was denn?“

„Menschen grölen auf Volksfesten.“

„Mein Gott.“

„Und manchmal sogar betrunken.“

„Sofort Maßnahmen einleiten!“

Fantastisch.

Dabei ist die eigentliche Sensation doch:

Menschen auf einem Volksfest verhalten sich exakt wie Menschen auf einem Volksfest.

Das ist ungefähr so überraschend wie Bier auf Mallorca oder Sonnenbrand am Ballermann.

Aber Deutschland entwickelt langsam eine völlig neue Verwaltungskategorie:

die präventive Humorabwehr.

Irgendwo sitzt inzwischen wahrscheinlich ein Kulturbeamter mit einem Textmarker und analysiert Partyhits wie ein Verfassungsschützer verschlüsselte Botschaften.

„Was meinte Mickie Krause mit ‚Bier holen‘?“

„Handelt es sich hier um strukturelle Getränkedominanz?“

„Bitte bilden Sie einen Arbeitskreis.“

Das Ganze wird noch absurder, wenn man bedenkt:

Jedes Verbot macht diese Songs nur berühmter.

„Layla“ wurde damals verboten – und explodierte komplett durchs Internet.

70 Millionen Klicks.

Deutschland hat aus einem simplen Partyhit praktisch einen musikalischen Freiheitskampf gemacht.

Andere Länder exportieren Technologie.

Deutschland exportiert unfreiwillig virale Schlager.

Und jetzt passiert exakt dasselbe wieder.

Irgendwo auf Mallorca sitzen gerade Schlagerstars lachend am Pool und denken:

„Bitte verbietet noch mehr Lieder.“

Das ist das beste Marketing der Welt.

Peter Wackel bringt es wunderbar auf den Punkt:

Immer mehr Künstler hätten keine Lust mehr auf Deutschland.

Natürlich nicht.

Denn wer möchte nicht gerne auftreten in einem Land, in dem irgendwann vermutlich ein Ausschuss prüft, ob „Atemlos durch die Nacht“ problematische Kardio-Normen vermittelt?

Die eigentliche Tragikomödie ist aber die politische Mischung hinter dem Beschluss.

CSU.

SPD.

Linke.

Ein Bündnis, das klingt wie der letzte Versuch einer Chatgruppe kurz vor dem endgültigen Eskalieren.

Aber bei Partyschlagern finden plötzlich alle zusammen.

Es gibt offenbar nichts Verbindenderes in Deutschland als die gemeinsame Angst vor grölenden Menschen mit Bierkrügen.

Und natürlich verweist die Stadtverwaltung sofort auf den Stadtrat.

Das ist die klassische Behörden-Technik.

„Wir waren das nicht.

Das war ein Beschluss.“

Politische Verantwortung wird in Deutschland inzwischen weitergereicht wie ein heißer Kartoffelsalat.

Besonders liebe ich den Begriff:

„gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Denn plötzlich fragt sich jeder:

Welche Gruppe genau wird eigentlich durch „Skandal im Sperrbezirk“ diskriminiert?

Die 80er?

Bayern?

Rosi?

Oder Menschen mit Telefonnummern?

Man weiß es nicht.

Aber irgendwo schreibt vermutlich bereits jemand eine 84-seitige Analyse darüber.

Und währenddessen steht der normale Bürger einfach auf dem Volksfest und denkt:

„Ich wollte eigentlich nur Bier trinken und schief mitsingen.“

Zu spät.

Du befindest dich längst mitten im kulturpolitischen Endkampf Deutschlands.

Ich garantiere:

Das wird erst der Anfang sein.

Demnächst folgen wahrscheinlich Triggerwarnungen vor DJ-Playlists.

„Achtung:

Das folgende Lied enthält Reime, Alkohol und möglicherweise schlechte Tanzbewegungen.“

Vielleicht bekommen Volksfeste bald eigene Ethikkommissionen.

Oder Liedtexte müssen vorab beim Ordnungsamt eingereicht werden.

„Antrag auf rhythmische Abendunterhaltung gemäß Absatz 4 der kommunalen Mitsingverordnung.“

Und irgendwo in Erlangen sitzt vermutlich gerade ein Verwaltungsmitarbeiter völlig ernst vor einer Excel-Tabelle mit der Überschrift:

„Potenziell problematische Sau-Lieder_final_v7_neu.xlsx“

Deutschland.

Du wunderschön verrücktes Land.

Tags: Volksfest Bergkirchweih Mickie Krause Layla Joana Schlager Erlangen
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