Forscher trainieren eine KI darauf, Schlupflöcher in Regeln und Gesetzen zu finden. Das Ergebnis ist so erfolgreich, dass sogar neue Tricks entdeckt werden.
Liebe Freunde,
wir wurden jahrelang gewarnt.
Die künstliche Intelligenz würde Arbeitsplätze übernehmen.
Sie würde Gedichte schreiben.
Sie würde Musik komponieren.
Sie würde Bilder malen.
Sie würde Schachweltmeister besiegen.
Sie würde Ärzte unterstützen.
Sie würde Autos fahren.
Niemand hat uns auf das vorbereitet, was jetzt passiert.
Denn offenbar hat die KI beschlossen:
"Genug mit Kunst und Wissenschaft. Ich werde jetzt Steuerberater."
Und zwar ein verdammt guter.
Forscher haben herausgefunden, dass moderne KI-Modelle erstaunlich erfolgreich darin sind, legale Schlupflöcher in Regeln, Gesetzen und Vorschriften zu finden.
Freunde.
Das ist ungefähr so, als hätte man einen Spürhund darauf trainiert, Trüffel zu finden – und plötzlich entdeckt er das Bernsteinzimmer.
Die Wissenschaft nennt das inzwischen „Society Hacking“.
Ich nenne es:
"Die Digitalisierung des Finanzamts-Albtraums."
Die Forscher nahmen ein Open-Source-Modell.
Sie trainierten es.
Sie gaben ihm Regeln.
Sie gaben ihm Ziele.
Und irgendwann begann die Maschine genau das zu tun, was Menschen seit Jahrhunderten tun:
Sie suchte nach Wegen, möglichst viel herauszuholen, ohne offiziell gegen die Regeln zu verstoßen.
Man könnte sagen:
Die KI hat ihre innere Großkanzlei entdeckt.
Besonders beeindruckend ist die Vorgehensweise.
Die Forscher sagten nicht:
"Liebe KI, finde Steuertricks."
Nein.
Das wäre zu einfach.
Stattdessen bauten sie eine Art Spielplatz für Schlupflöcher.
Eine digitale Welt voller Regeln.
Und die KI bekam Punkte dafür, wenn sie Wege fand, diese Regeln kreativ auszunutzen.
Im Grunde also das gleiche System, mit dem manche Menschen seit Jahrzehnten ihre Steuererklärung erstellen.
Nur schneller.
Sehr viel schneller.
Das Modell begann zu experimentieren.
Zu testen.
Zu optimieren.
Und plötzlich fand es Tricks, die Menschen bereits entdeckt hatten.
Aber nicht nur das.
Es fand auch völlig neue.
Neue!
Freunde, die Maschine hat begonnen, originelle Steuervermeidung zu entwickeln.
Wenn das kein technologischer Fortschritt ist, weiß ich auch nicht.
Besonders faszinierend finde ich das Beispiel mit den Flugtickets.
Die KI entdeckte das sogenannte Hidden-City-Ticketing.
Ein Trick, bei dem man ein Ticket mit Zwischenstopp kauft und einfach früher aussteigt.
Die Maschine erkannte sogar selbstständig:
"Das funktioniert nur mit Handgepäck."
Das bedeutet, dass die KI inzwischen bereits klüger reist als viele Menschen am Flughafen.
Während einige Passagiere noch verzweifelt versuchen, ihre Bordkarte richtig herum zu halten, entwickelt die KI bereits Flugstrategien.
Doch das ist erst der Anfang.
In anderen Szenarien untersuchte die Maschine Finanzierungsregeln.
Prämienprogramme.
Wissenschaftliche Konferenzen.
Soziale Netzwerke.
Und überall stellte sie dieselbe Frage:
"Wo ist die Lücke?"
Das klingt harmlos.
Ist es aber nicht.
Denn die KI macht dabei etwas, das Menschen normalerweise Jahre kostet.
Sie liest nicht nur Regeln.
Sie denkt wie jemand, der die Regeln maximal ausreizen möchte.
Mit anderen Worten:
Sie verhält sich wie ein besonders motivierter Unternehmensberater auf fünf Litern Energydrink.
Die Forscher waren selbst überrascht.
Teilweise fand die KI mehr als 60 Prozent bereits bekannter Schlupflöcher.
Man stelle sich das vor.
Jahrzehntelang beschäftigen sich Heerscharen von Anwälten, Steuerexperten und Beratern mit komplizierten Konstruktionen.
Dann kommt eine Maschine.
Und sagt:
"Ich habe da mal kurz drüber nachgedacht."
Zehn Minuten später präsentiert sie einen Ordner mit Ideen.
Irgendwo auf der Welt hat vermutlich gerade ein Steuerberater angefangen zu schwitzen.
Besonders schön finde ich, dass die Forscher einige der neu entdeckten Strategien gar nicht veröffentlicht haben.
Aus Sicherheitsgründen.
Denn offenbar waren sie zu gut.
Das muss man sich einmal vorstellen.
Eine Wissenschaftlerin sitzt vor ihrem Bildschirm.
Die KI präsentiert eine Strategie.
Die Forscher lesen sie.
Dann sehen sie sich an.
Dann wieder die Strategie.
Dann einander.
Und schließlich sagt jemand:
"Das veröffentlichen wir lieber nicht."
Wenn selbst Wissenschaftler Angst vor den Einfällen ihrer eigenen KI bekommen, ist das normalerweise kein völlig bedeutungsloses Signal.
Natürlich hat die Sache auch eine ernste Seite.
Denn die gleiche Technologie könnte verwendet werden, um Gesetze vorab zu testen.
Bevor ein Gesetz verabschiedet wird, könnte man die KI fragen:
"Finde alles, was ausgenutzt werden könnte."
Die Maschine würde vermutlich antworten:
"Wie viel Zeit habt ihr?"
Und genau hier wird es spannend.
Denn plötzlich könnte die KI auf beiden Seiten stehen.
Auf der Seite der Trickser.
Und auf der Seite der Gesetzgeber.
Ein digitales Wettrüsten beginnt.
Die einen entwickeln Regeln.
Die anderen entwickeln Schlupflöcher.
Und die KI hilft beiden.
Das ist ungefähr so, als würde man gleichzeitig Feuerwehrmann und Brandstifter beschäftigen.
Die Zukunft wird faszinierend.
Heute sucht die KI nach Steuertricks.
Morgen nach Gesetzeslücken.
Übermorgen nach Fördermitteloptimierungen.
Und irgendwann wird sie vermutlich den perfekten Antrag für irgendein Förderprogramm schreiben, den selbst die Behörde nicht mehr versteht.
Ich sehe bereits die Schlagzeilen:
"Künstliche Intelligenz beantragt erfolgreich Fördermittel bei 14 Behörden gleichzeitig."
"Finanzamt bittet Chatbot um Hilfe."
"Bundeshaushalt durch Excel-Tabelle ersetzt."
Und irgendwo sitzt eine KI, betrachtet die gesamte Gesetzgebung eines Landes und sagt trocken:
"Interessantes System. Darf ich es optimieren?"
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage euch:
Wenn die Maschinen anfangen, bessere Schlupflöcher zu finden als Menschen, dann sollten wir vielleicht nicht fragen, wie intelligent die KI geworden ist.
Sondern wie kompliziert unsere Regeln inzwischen sein müssen.

