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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Starmer geht – London sucht den Nächsten

Grafik: Das große Premierminister-Karussell dreht sich

Keir Starmer kündigt seinen Rücktritt an. Ronald Tramp analysiert den neuesten Personalwechsel im britischen Premierminister-Karussell.

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Freunde, Briten, Teetrinker und Menschen, die versuchen, den Überblick über britische Premierminister zu behalten – ich habe heute Nachrichten aus London.

Große Nachrichten.

Historische Nachrichten.

Nachrichten, die in Großbritannien inzwischen ungefähr so überraschend sind wie Regen am Nachmittag.

Keir Starmer tritt zurück.

Ja.

Schon wieder verlässt ein Premierminister die große politische Bühne.

Und irgendwo auf der Insel seufzt vermutlich ein Beamter und denkt:

„Nicht schon wieder neue Visitenkarten.“

Freunde, die britische Politik hat sich in den letzten Jahren zu einer Art Personalkarussell entwickelt.

Andere Länder wechseln ihre Regierungen.

Großbritannien wechselt gelegentlich ganze Generationen von Regierungschefs zwischen zwei Steuererklärungen.

Manchmal hat man das Gefühl, Premierminister seien dort inzwischen ein Saisonartikel.

Wie Weihnachtsdekoration.

Oder Erdbeeren.

Kaum hat man sich an einen gewöhnt, ist er wieder verschwunden.

Nun also Keir Starmer.

Der Mann, der 2024 nach dem Wahlsieg von Labour ins Amt kam.

Der Mann, der Stabilität bringen wollte.

Der Mann, der beweisen wollte, dass die britische Politik wieder langweilig werden kann.

Und genau da lag vielleicht das Problem.

Langweiligkeit ist in Großbritannien politisch offenbar ein riskantes Geschäftsmodell.

Starmer übernahm das Amt mit großen Hoffnungen.

Menschen jubelten.

Parteifreunde lächelten.

Kommentatoren sprachen von einem Neuanfang.

Experten zeichneten Diagramme.

Sehr viele Diagramme.

Und für kurze Zeit schien alles wunderbar.

Dann kamen die Umfragen.

Freunde, Umfragen sind für Politiker ungefähr das, was Zahnwurzelbehandlungen für normale Menschen sind.

Niemand freut sich darauf.

Und meistens wird es schlechter, je länger man hinschaut.

Die Zustimmungswerte sanken.

Dann sanken sie weiter.

Dann sanken sie so weit, dass manche Meinungsforscher vermutlich nachschauen mussten, ob ihre Tabellen überhaupt noch nach unten erweitert werden können.

Irgendwann kam offenbar der Moment, an dem Starmer auf die Zahlen blickte und dachte:

„Vielleicht sollte ich mit König Charles sprechen.“

Und genau das tat er.

Er sprach mit dem König.

Das klingt natürlich großartig.

Majestätisch.

Historisch.

Wie eine Szene aus einer Netflix-Serie.

Ich stelle mir das ungefähr so vor:

Starmer betritt einen prächtigen Raum.

Charles sitzt dort.

Tee wird serviert.

Ein Corgi läuft vorbei.

Jemand spielt leise klassische Musik.

Und Starmer sagt:

„Majestät, ich habe Neuigkeiten.“

Charles antwortet:

„Die Umfragen?“

„Die Umfragen.“

„Verstehe.“

„Ja.“

„Noch einen Tee?“

„Bitte.“

Freunde, so oder so ähnlich muss es gewesen sein.

Anschließend trat Starmer vor die Öffentlichkeit.

Er kündigte seinen Rücktritt an.

Er versprach seinem Nachfolger Unterstützung.

Er sprach über Verantwortung.

Über die Zukunft.

Über Labour.

Die üblichen Dinge.

Doch ganz Großbritannien stellte sich in diesem Moment eigentlich nur eine Frage:

Wer macht den Job jetzt?

Denn Premierminister zu werden ist eine schwierige Aufgabe.

Man muss Krisen lösen.

Parlamentssitzungen überstehen.

Zeitungen lesen.

Interviews geben.

Und gelegentlich erklären, warum etwas nicht funktioniert hat, obwohl man vorher erklärt hatte, dass es funktionieren würde.

Es ist ein anspruchsvoller Beruf.

Deshalb rechne ich fest damit, dass Labour nun eine spektakuläre Nachfolgesuche veranstaltet.

Vielleicht mit Fernsehshow.

Vielleicht mit Jury.

Vielleicht mit Publikumsvoting.

„Britain's Next Prime Minister.“

Warum nicht?

Die Einschaltquoten wären gigantisch.

Die Kandidaten müssten Herausforderungen bestehen.

Eine Haushaltsdebatte überleben.

Eine Pressekonferenz meistern.

Und drei Minuten lang Fragen beantworten, ohne das Wort „Herausforderungen“ zu benutzen.

Der Gewinner zieht in die Downing Street ein.

Freunde, das wäre zumindest transparenter als manche Parteitage.

Währenddessen diskutieren politische Experten bereits hektisch.

Wer übernimmt?

Wer hat Chancen?

Wer kann Labour retten?

Wer kann die Umfragen drehen?

Wer kann verhindern, dass die Opposition bereits die Möbel für die nächste Regierung bestellt?

Die Spekulationen laufen auf Hochtouren.

Und genau in diesem Moment sitzt vermutlich irgendwo ein britischer Journalist vor seinem Computer und aktualisiert zum achtzehnten Mal den Artikel:

„Mögliche Nachfolger im Überblick.“

Ein Textformat, das in Großbritannien inzwischen vermutlich als eigenes Kulturgut gilt.

Besonders faszinierend bleibt die Geschwindigkeit.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde Starmer als Hoffnungsträger gefeiert.

Heute wird bereits über seine Nachfolge gesprochen.

Morgen diskutiert man möglicherweise schon über die Nachfolge seines Nachfolgers.

So schnell dreht sich das politische Karussell auf der Insel.

Natürlich ist ein Rücktritt immer ein bedeutender Schritt.

Und man sollte ihn respektieren.

Doch gleichzeitig zeigt die Geschichte einmal mehr eine alte Regel der Politik:

Nichts ist so dauerhaft wie ein vorübergehender Erfolg.

Und nichts ist so vorübergehend wie gute Umfragewerte.

Am Ende bleibt die wichtigste Erkenntnis:

Während andere Nationen langfristige Infrastrukturprojekte planen, plant Großbritannien vorsichtshalber schon die nächste Premierminister-Biografie.

Und irgendwo vor der Downing Street steht vermutlich bereits ein Möbelwagen und fragt:

„Für wen ist der nächste Umzug?“

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Tags: König Charles Großbritannien Keir Starmer London Labour Premierminister Downing Street
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