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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Messi wird zum Gott, Mbappé spielt Wasserball und Belgien bekommt Nachwuchs

Grafik: Die verrückteste WM-Nacht des Jahres

Vier Stunden Fußball im Monsun, Messi sprengt die Realität und Belgien feiert Nachwuchs. Ronald Tramp berichtet vom völligen WM-Wahnsinn.

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Freunde, Fußballfans, Wetterfrösche und Menschen, die schon einmal vier Stunden lang auf das Ende eines Fußballspiels gewartet haben – diese Weltmeisterschaft hat endgültig jede Verbindung zur Realität verloren.

Früher dauerte ein Fußballspiel 90 Minuten.

Heute dauert es offenbar ungefähr so lange wie ein Transatlantikflug.

Frankreich gegen Irak begann als Fußballspiel.

Es endete als Naturkatastrophen-Dokumentation mit sportlichen Zwischeneinlagen.

Alles lief zunächst normal.

Kylian Mbappé traf.

Die Franzosen kombinierten.

Die Iraker verteidigten.

Die Zuschauer schauten zu.

Dann öffnete der Himmel seine Schleusen.

Und zwar nicht ein bisschen.

Nicht gemütlich.

Nicht französisch.

Nein.

Der Himmel entschied sich offenbar für die Kategorie „biblische Übertreibung“.

Plötzlich regnete es derart heftig, dass einige Zuschauer vermuteten, Noah parke bereits seine Arche hinter der Haupttribüne.

Der Rasen verwandelte sich in einen See.

Die Linien verschwanden.

Die Physik kündigte ihren Dienst.

Und das Spiel wurde unterbrochen.

Für 132 Minuten.

132!

Das ist länger als manche Hollywoodfilme.

Länger als die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne des Internets.

Und vermutlich länger als einige Ehen in Las Vegas.

Währenddessen saßen die Spieler in den Katakomben.

Trainer analysierten Wetterkarten.

Ordner analysierten Wolken.

Fans analysierten ihre Lebensentscheidungen.

Irgendwann ging es weiter.

Oder besser gesagt:

Es wurde eine Mischung aus Fußball, Wasserball und experimenteller Feldforschung.

Doch Frankreich störte das nicht.

Mbappé sowieso nicht.

Der Mann ist mittlerweile so gut, dass er vermutlich auch auf einem überfluteten Parkplatz drei Tore erzielen könnte.

Sein zweiter Treffer entstand nach einem Fehler der irakischen Defensive.

Ein Geschenk.

Ein Präsent.

Ein Fußballerlebnis, das ungefähr so subtil war wie das Überreichen eines Autoschlüssels.

Mbappé bedankte sich höflich und traf.

Frankreich gewann.

Der Irak ging unter.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch während Philadelphia noch Wasser aus den Schuhen schüttete, geschah in Dallas etwas noch Unglaublicheres.

Lionel Messi erreichte eine neue Evolutionsstufe.

Freunde, ich dachte bisher, Messi sei ein Fußballspieler.

Die Berichterstattung belehrte mich eines Besseren.

Messi ist mittlerweile offenbar eine Mischung aus Fußballer, Mythos, Naturgewalt und religiösem Ereignis.

Argentinien spielte gegen Österreich.

Zumindest offiziell.

In Wirklichkeit bestand das Spiel hauptsächlich daraus, dass Menschen Lionel Messi anstarrten.

Journalisten lagen angeblich auf Betonböden.

Fans sangen seinen Namen.

Smartphones wurden gen Himmel gereckt.

Fehlte eigentlich nur noch, dass irgendwo ein Priester Weihwasser auf Trikots spritzte.

Messi traf zweimal.

Natürlich traf er zweimal.

Er bricht inzwischen Rekorde mit derselben Regelmäßigkeit, mit der andere Menschen ihre Passwörter vergessen.

Der Rekord von Miroslav Klose?

Geschichte.

Vergangenheit.

Archivmaterial.

Messi marschiert einfach weiter.

Oder besser gesagt:

Er schleicht.

Denn laut Berichten verschwand er zwischen Gegenspielern.

Wurde unsichtbar.

Manipulierte Raum und Zeit.

Scannte das Spielfeld wie ein Satellit.

Freunde, ich habe selten einen Spielbericht gelesen, der so klang, als würde Superman gegen die Avengers antreten.

Besonders leid tat mir Paul Wanner.

Der arme Mann bekam die Aufgabe, Messi zu bewachen.

Das ist ungefähr so, als würde man einem Praktikanten den Auftrag geben, einen Tornado mit einem Kescher einzufangen.

Messi bewegte sich.

Wanner bewegte sich.

Dann bewegte sich Messi nicht mehr dort, wo Wanner dachte, dass Messi sich bewegen würde.

Kurz gesagt:

Die Geschichte endete erwartungsgemäß.

Argentinien gewann.

Messi wurde gefeiert.

Die Fußballwelt verlor kollektiv den Verstand.

Und irgendwo saß Miroslav Klose wahrscheinlich vor dem Fernseher und dachte:

„Gut, dass ich jetzt Experte bin.“

Doch damit nicht genug.

Denn während Frankreich Rekorde im Regen aufstellte und Messi offiziell zum außerirdischen Lebensform erklärt wurde, sorgte Belgien für die emotionalste Geschichte des Turniers.

Jeremy Doku flog nach London.

Nicht wegen eines Transfers.

Nicht wegen eines Sponsorentermins.

Nicht wegen einer geheimen Mission.

Sondern weil sein erstes Kind geboren wurde.

Eine wunderschöne Geschichte.

Natürlich gab es sofort Kritik.

Denn offenbar gibt es Menschen, die glauben, ein Fußballspieler müsse sich zwischen Weltmeisterschaft und Geburt seines Kindes entscheiden.

Freunde.

Wenn ein Mann die Geburt seines ersten Kindes erleben möchte, ist das vermutlich wichtiger als die Frage, ob man gegen Iran auf der Ersatzbank sitzt.

Doku flog also nach London.

Sein Sohn wurde geboren.

Der kleine Junge heißt Praise.

Ein großartiger Name.

Und wahrscheinlich die einzige Person auf diesem Planeten, die während dieser WM mehr Aufmerksamkeit bekommen wird als Lionel Messi.

Vielleicht.

Möglicherweise.

Eventuell.

Am Ende dieser verrückten Tage bleiben drei Erkenntnisse:

Erstens: Fußballspiele können inzwischen länger dauern als eine Schicht im Büro.

Zweitens: Lionel Messi hat die Grenze zwischen Mensch und Legende endgültig überschritten.

Und drittens: Während die Welt über Tore, Rekorde und Tabellen spricht, gibt es manchmal wichtigere Siege als jeden WM-Pokal.

Trotzdem bin ich mir sicher:

Wenn diese Weltmeisterschaft so weitermacht, wird das nächste Spiel entweder auf einem Ozean stattfinden, von Außerirdischen kommentiert werden oder fünf Tage dauern.

Und ehrlich gesagt:

Ich würde es mir ansehen.

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Tags: WM 2026 Fußball Frankreich Argentinien Lionel Messi Belgien Jeremy Doku Kylian Mbappé
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