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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Bundesministerin erklärt Stau zum Vorschlag: Ronald Tramp deckt Deutschlands heißeste Verkehrstheorie auf

Grafik: Motorräder, Fahrtwind und politische Physik

Bundesministerin, Motorräder und eine erstaunliche Theorie über Fahrtwind und Verkehrsregeln: Ronald Tramp untersucht Deutschlands wohl heißeste Stau-Debatte.

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Freunde, ich habe in meinem Leben viele revolutionäre politische Ideen gehört.

Manche waren großartig.

Manche waren verrückt.

Und manche waren so spektakulär, dass selbst ein Verkehrszeichen kurz darüber nachdenken musste, freiwillig in den Ruhestand zu gehen.

Doch was ich jetzt erleben durfte, hebt alles auf ein neues Niveau.

Deutschland diskutiert über Wirtschaft.

Deutschland diskutiert über Migration.

Deutschland diskutiert über Energie.

Und plötzlich steht die Bundesarbeitsministerin im Fernsehen und eröffnet der Nation eine völlig neue wissenschaftliche Disziplin:

Thermodynamische Verkehrspolitik.

Es begann harmlos.

In einer Talkshow wurde über Motorräder gesprochen.

Ein gefährliches Thema, wie wir heute wissen.

Denn innerhalb weniger Sekunden entwickelte sich die Unterhaltung von einem normalen Gespräch zu einem Verkehrssicherheitsseminar, geleitet von Menschen, die offenbar ebenfalls überrascht waren, dass die Straßenverkehrsordnung existiert.

Die Ministerin erklärte, dass sie sich bei einem Stau mit dem Motorrad gerne durch die Autoschlange bewege.

Warum?

Weil die Maschine heiß werde.

Und dann kam der Satz, der vermutlich noch jahrzehntelang in Fahrschulen analysiert werden wird.

Sinngemäß:

Wenn das Motorrad heiß wird, müsse man da durch.

Freunde.

Ich bin Reporter.

Ich bin kein Ingenieur.

Ich bin kein Physiker.

Aber ich glaube, ich habe gerade die erste politische Theorie erlebt, bei der Verkehrsregeln von der Motortemperatur abhängig gemacht werden.

Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.

Stellen wir uns vor, dieses Prinzip würde konsequent angewendet.

Wenn mein Auto zu warm wird, darf ich über den Bürgersteig fahren.

Wenn die Klimaanlage ausfällt, gilt die rote Ampel nur noch als freundliche Empfehlung.

Und wenn der Kaffee im Getränkehalter abkühlt, darf ich die Gegenfahrbahn benutzen.

Wissenschaft!

Die Moderatorin zeigte sich zunächst irritiert.

Sie erinnerte daran, dass dieses Verhalten möglicherweise gar nicht erlaubt sei.

Ein mutiger Einwand.

Schließlich stellte sie damit eine Theorie infrage, die auf den drei tragenden Säulen moderner Mobilität basiert:

Motor.

Fahrtwind.

Gefühl.

Doch die Ministerin blieb standhaft.

Das Motorrad brauche Luft.

Das Motorrad müsse weiter.

Das Motorrad habe Bedürfnisse.

Und plötzlich wirkte die Maschine weniger wie ein Fahrzeug und mehr wie ein Golden Retriever an einem heißen Sommertag.

"Lasst ihn durch! Er braucht Bewegung!"

Ich stelle mir mittlerweile vor, wie Motorräder künftig eigene Grundrechte erhalten.

Artikel 1:

Die Würde des Motorrads ist unantastbar.

Artikel 2:

Jeder Motor hat Anspruch auf frischen Fahrtwind.

Artikel 3:

Überhitzung ist als verkehrsrechtlicher Ausnahmezustand anzuerkennen.

Das Publikum lachte.

Die Moderatorin lachte.

Die Ministerin lachte.

Vermutlich lachte irgendwo sogar ein Verkehrsrichter.

Allerdings möglicherweise aus anderen Gründen.

Besonders faszinierend wurde es, als die rechtliche Grundlage diskutiert wurde.

Denn irgendwann stellte sich heraus:

Niemand wusste so ganz genau, ob das eigentlich erlaubt ist.

Ein Moment wahrer politischer Größe.

Millionen Bürger verbringen Wochen damit, herauszufinden, ob sie einen Carport drei Zentimeter zu nah an der Grundstücksgrenze gebaut haben.

Und gleichzeitig sitzt eine Bundesministerin im Fernsehen und entdeckt live vor Publikum die Existenz der Straßenverkehrsordnung.

Das ist Bürgernähe.

Das ist Transparenz.

Das ist Lernen am Arbeitsplatz.

Andere Politiker präsentieren Gesetzesentwürfe.

Hier erleben wir den Gesetzesfindungsprozess in Echtzeit.

Doch damit nicht genug.

Zur Verteidigung der Theorie wurde ein neues Bedrohungsszenario vorgestellt:

Das brennende Motorrad.

Plötzlich hatte ich Bilder vor Augen.

Tausende Motorradfahrer stehen im Stau.

Die Temperatur steigt.

Warnlampen blinken.

Dramatische Musik setzt ein.

Aus dem Auspuff ertönt ein verzweifeltes Röcheln.

Und dann bricht Panik aus.

"Platz da! Platz da! Das Motorrad braucht Frischluft!"

Autofahrer springen hektisch aus dem Weg.

Die Rettungsgasse wird zur Motorradklimazone.

Hubschrauber werfen Eiswürfel ab.

Die Feuerwehr verteilt Fahrtwind.

Ein nationales Notfallprogramm wird aktiviert.

Natürlich gibt es Menschen, die behaupten, Motorräder seien für gewöhnlich so konstruiert, dass sie auch kurze Staus überleben.

Aber wo bleibt denn da die Dramatik?

Wo bleibt die Vision?

Wo bleibt die politische Innovation?

Man muss größer denken.

Viel größer.

Ich fordere deshalb ein neues Ministerium.

Das Bundesministerium für thermisch belastete Fahrzeuge.

Aufgabe:

Überwachung gefährdeter Motorräder.

Bereitstellung von Ventilatoren.

Ausgabe staatlicher Kühlakkus.

Einrichtung klimatisierter Rettungsgassen.

Deutschland wäre Vorreiter.

Wieder einmal.

Besonders bemerkenswert ist, dass die tatsächlichen Regeln offenbar etwas anders aussehen.

Juristen erklären, dass das Durchschlängeln zwischen Autos nicht erlaubt sei.

Bußgelder drohen.

Punkte drohen.

In manchen Fällen sogar Fahrverbote.

Mit anderen Worten:

Der Fahrtwind schützt möglicherweise vor Hitze.

Aber nicht vor Flensburg.

Das könnte noch wichtig werden.

Am Ende bleibt für mich eine große Erkenntnis.

Deutschland ist ein faszinierendes Land.

Anderswo diskutieren Politiker über Staatsfinanzen.

Bei uns wird öffentlich erörtert, ob Motorräder im Stau spontan Feuer fangen und deshalb Sonderrechte benötigen.

Und genau deshalb liebe ich diesen Job.

Denn jeden Morgen denke ich:

Heute kann mich nichts mehr überraschen.

Und jeden Abend beweist Deutschland das Gegenteil.

So bleibt mir nur ein Rat.

Falls Sie demnächst im Stau stehen und plötzlich ein Motorrad im Rückspiegel auftaucht, denken Sie daran:

Vielleicht handelt es sich gar nicht um einen Verkehrsteilnehmer.

Vielleicht erleben Sie gerade einen mobilen Hitzeschutz-Einsatz.

Vielleicht rettet jemand sein Motorrad vor einer vermeintlichen thermischen Katastrophe.

Oder vielleicht möchte einfach nur jemand schneller nach Hause.

In Deutschland weiß man das inzwischen nie so genau.

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Tags: Deutschland Verkehrspolitik Stau Bärbel Bas Motorrad StVO Talkshow
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