Millionen aus Mühlen, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen: Ronald Tramp blickt auf die überraschende Nebeneinkunfts-Liga des Bundestags.
Liebe Freunde der Demokratie, der Zahlen, der Transparenz und der Menschen, die glauben, ein Bundestagsmandat sei ein Vollzeitjob – ich muss heute über eine sensationelle Entwicklung berichten.
Eine Entwicklung, die zeigt, dass Deutschland nicht nur Exportweltmeister, Bürokratie-Weltmeister und Formular-Weltmeister ist.
Nein.
Deutschland ist offenbar auch Weltmeister im Multitasking.
Denn laut einer aktuellen Auswertung haben mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten Nebeneinkünfte.
Mehr als ein Drittel!
232 von 630 Abgeordneten verdienen neben ihrer Tätigkeit im Bundestag noch zusätzlich Geld oder erhalten geldwerte Vorteile.
Freunde, das bedeutet praktisch: Wenn Sie durch den Bundestag laufen und wahllos drei Abgeordnete ansprechen, besteht eine gute Chance, dass einer davon gerade noch irgendwo Geschäftsführer, Vermieter, Unternehmer, Erbe, Berater oder Getreidemühlen-Kaiser ist.
Und ich muss sagen:
Respekt.
Ich schaffe es manchmal kaum, gleichzeitig einen Kaffee zu trinken und eine E-Mail zu beantworten.
Diese Menschen hingegen regieren ein Land und verdienen nebenbei Millionen.
Das ist Effizienz.
Oder zumindest irgendetwas in dieser Richtung.
Der Bundestag als Startup-Inkubator
Früher dachte ich immer, ein Bundestagsabgeordneter hätte einen relativ klaren Tagesablauf.
Morgens Ausschuss.
Mittags Debatte.
Nachmittags Fraktionssitzung.
Abends Talkshow.
Doch offenbar läuft das heute ganz anders.
Morgens Gesetzesentwurf.
Mittags Unternehmensbeteiligung.
Nachmittags Mieteinnahmen.
Abends Dividendenausschüttung.
Und zwischendurch vielleicht noch eine kleine Rede über soziale Gerechtigkeit.
Freunde, das ist moderne Arbeitswelt.
Work-Life-Balance war gestern.
Heute heißt es:
Work-Work-Balance.
Die Königin der Nebeneinkünfte
Besonders beeindruckend ist Platz eins.
Ophelia Nick von den Grünen.
Rund 2,7 Millionen Euro.
Zwei Komma sieben Millionen!
Freunde, das ist keine Nebeneinkunft mehr.
Das ist eine Haupteinkunft mit parlamentarischem Hobby.
Die Summe stammt laut Berichten unter anderem aus Unternehmensbeteiligungen am Technologiekonzern Voith.
Man muss sich das vorstellen.
Normale Menschen sagen:
„Ich habe nebenbei einen Etsy-Shop.“
Andere sagen:
„Ich gebe Nachhilfeunterricht.“
Und dann kommt jemand um die Ecke und sagt:
„Meine Nebeneinkünfte liegen bei 2,7 Millionen Euro.“
Das ist ungefähr so, als würde jemand erzählen, er habe einen Goldfisch – und dann stellt sich heraus, dass es eigentlich eine Yacht ist.
Die Mühle des Erfolgs
Auf Platz zwei folgt CSU-Politiker Alexander Engelhard.
1,5 Millionen Euro.
Fast vollständig aus einer Bio-Getreidemühle.
Freunde, das ist großartig.
In einer Zeit voller künstlicher Intelligenz, Kryptowährungen und Quantencomputer zeigt Deutschland, dass man mit einer Mühle immer noch ganz vorne mitspielen kann.
Während andere Startups Apps entwickeln, mahlt irgendwo ein Mann Getreide und landet damit auf Platz zwei der Bundestags-Charts.
Das ist deutsche Wirtschaftskraft.
Das ist Tradition.
Das ist vermutlich auch die romantischste Millionengeschichte des Jahres.
Der König der Miete
Auf Platz drei folgt Sebastian Maack von der AfD mit rund 439.000 Euro Mieteinnahmen.
Freunde, ich weiß nicht, wie viele Wohnungen man besitzen muss, um auf solche Zahlen zu kommen.
Aber ich vermute, wenn irgendwo eine Tür quietscht, erhält dieser Mann automatisch eine Mietzahlung.
439.000 Euro.
Das ist nicht mehr Vermietung.
Das ist ein eigenes Klimasystem.
Der Bundestag sucht den Superstar
Je länger ich über diese Zahlen nachdenke, desto mehr glaube ich, dass wir das gesamte Parlament neu organisieren sollten.
Warum immer nur politische Debatten?
Warum nicht einmal eine Bundestags-Gala?
Mit Ranglisten.
Mit Pokalen.
Mit Kommentatoren.
Mit Nebeneinkunft des Monats.
Stellen Sie sich das vor:
"Willkommen zur großen Verleihung des Goldenen Nebenjobs!"
Kategorie:
Beste Unternehmensbeteiligung.
Beste Getreideverarbeitung.
Beste passive Einnahmequelle.
Lebenswerk Immobilienwirtschaft.
Freunde, die Einschaltquoten wären gigantisch.
Die große Nebeneinkunfts-Liga
Inzwischen stelle ich mir vor, wie Bundestagsabgeordnete ihre Nebeneinkünfte wie Fußballvereine vergleichen.
„Wie läuft's bei dir?“
„Nicht schlecht. Zwei Beteiligungen, drei Aufsichtsräte.“
„Interessant. Ich habe eine Mühle.“
„Stark.“
„Und du?“
„439.000 Euro Miete.“
„Respekt.“
Irgendwo sitzt vermutlich ein frisch gewählter Abgeordneter und denkt:
„Moment. Habe ich das falsch verstanden? Ich dachte, wir machen hier Politik.“
Die wahre deutsche Leistungsgesellschaft
Natürlich sind Nebeneinkünfte grundsätzlich legal und müssen offengelegt werden.
Genau deshalb kennen wir diese Zahlen überhaupt.
Doch die Dimensionen sind beeindruckend.
10,6 Millionen Euro insgesamt.
Seit Beginn der Legislaturperiode.
Das ist eine Summe, bei der selbst Taschenrechner kurz überlegen, ob sie noch motiviert genug für ihren Job sind.
Und während normale Arbeitnehmer überlegen, ob sie vielleicht am Wochenende noch einen Minijob annehmen sollten, diskutiert der Bundestag offenbar in ganz anderen Größenordnungen.
Am Ende zeigt diese Statistik vor allem eines:
Der deutsche Bundestag ist weit mehr als ein Parlament.
Er ist eine Mischung aus Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Immobilienmesse, Mittelstandsforum und politischer Institution.
Und während viele Bürger glauben, ihre Abgeordneten würden ausschließlich Gesetze machen, stellt sich heraus:
Manche machen zusätzlich Getreide.
Manche machen Immobilien.
Manche machen Dividenden.
Und alle zusammen machen Statistiken, die Ronald Tramp sprachlos zurücklassen.
Zumindest für ungefähr drei Sekunden.
Dann musste ich lachen.
Denn wenn es eine deutsche Superkraft gibt, dann vermutlich diese:
Selbst ein Nebenjob wird hier mit maximaler Gründlichkeit betrieben.

