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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Trump impft jetzt nach Bauchgefühl: „Beweise? Nein. Aber Leute sagen das!“

Grafik: Trump gegen Kombi-Impfung: Ronald Tramp ermittelt

Donald Trump will Amerikas Kinderimpfplan verschlanken und Kombi-Impfungen auseinandernehmen – während die Masern zurückkehren. Wissenschaftliche Belege für seine Autismus-These? Fehlanzeige. Ronald Tramp untersucht eine Gesundheitspolitik, bei der „Ich habe von Leuten gehört“ offenbar kurz davorsteht, als wissenschaftliche Maßeinheit anerkannt zu werden.

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Meine lieben Amerikaner, Europäer, Eltern, Kinder, Ärzte, Apotheker und Menschen, die bei medizinischen Fragen bislang noch völlig altmodisch auf Studien vertraut haben!

Hier spricht Ronald Tramp, wahrscheinlich der gesündeste Reporter der Welt. Fantastische Blutwerte. Mein Arzt schaut sie an und sagt: „Ronald, das sind Zahlen.“ Unglaublich. Niemand hat bessere Zahlen.

Heute reisen wir nach Washington, wo offenbar gerade eine revolutionäre medizinische Methode entwickelt wird:

Evidence-free Healthcare.

Gesundheitspolitik ohne den lästigen Ballast eindeutiger wissenschaftlicher Belege.

Großartig!

US-Präsident Donald Trump will per Dekret die zentralen Impfempfehlungen für Kinder reduzieren. Statt Impfungen gegen bislang mehr Krankheiten sollen nur noch elf als allgemeine Kernempfehlungen gelten.

Hepatitis B?

Raus aus der pauschalen Empfehlung.

Grippe?

Individueller.

Covid-19?

Ebenfalls.

Und die MMR-Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln?

Trump möchte die drei Impfungen möglichst voneinander trennen.

Warum?

Jetzt wird es wissenschaftlich.

Bitte setzen Sie Ihre Schutzbrille auf.

„Gibt es dafür Beweise?“ – „Nein.“

Trump äußerte die Vermutung, gemeinsam verabreichte Impfstoffe könnten möglicherweise gefährlich sein.

Ein Journalist stellte daraufhin diese völlig verrückte, beinahe unverschämte Frage:

Gibt es dafür Belege?

Und Trump antwortete:

Nein.

Meine Damen und Herren!

Das nenne ich Effizienz.

Andere Politiker hätten herumgeredet.

„Die Datenlage befindet sich in einem dynamischen Evaluierungsprozess.“

„Wir prüfen verschiedene wissenschaftliche Perspektiven.“

„Dazu möchte ich der zuständigen Fachkommission nicht vorgreifen.“

Trump?

Nein.

BÄM!

Vier Buchstaben zerstören 400 Seiten wissenschaftliche Methodik.

Aber er habe von Menschen gehört, die so etwas behaupteten.

Und damit betreten wir eine vollkommen neue Epoche der Medizin:

Hörensagen-based Medicine.

Früher gab es Doppelblindstudien.

Heute gibt es:

„Ein Typ hat mir erzählt…“

Ronald gründet sofort eine Universität

Ich erkenne eine Marktlücke.

Willkommen an der Ronald Tramp University of Medical Things People Told Me.

Unsere Studiengänge:

Bachelor of Anecdotal Science.

Master of Facebook Medicine.

Doktor der WhatsApp-Gruppenheilkunde.

Die Abschlussprüfung ist einfach.

Frage:

„Welche Evidenz haben Sie?“

Antwort:

„Meine Cousine kennt jemanden.“

Summa cum laude!

Und ausgerechnet die Masern sind zurück

Besonders bemerkenswert ist das Timing.

Denn während Amerika darüber diskutiert, Impfempfehlungen zurückzufahren, feiern die Masern gerade ein Comeback.

Masern!

Eine Krankheit, die in den USA im Jahr 2000 als eliminiert galt.

Das war eine fantastische Erfolgsgeschichte der öffentlichen Gesundheit.

Die Menschheit hatte praktisch gesagt:

„Masern, vielen Dank für Ihre Teilnahme, aber Sie sind raus.“

Und jetzt stehen sie wieder vor der Tür.

„Hallo! Lange nicht gesehen! Wir hörten, ihr diskutiert Impfungen?“

Es ist das epidemiologische Comeback, um das niemand gebeten hat.

Wie eine Boyband aus den Neunzigern.

Nur mit Fieber und Ausschlag.

MMR wird zum Drei-Gänge-Menü

Trump möchte außerdem, dass der kombinierte MMR-Impfstoff möglichst aufgeteilt wird.

Masern heute.

Mumps irgendwann später.

Röteln demnächst.

Ein Impfmenü à la carte.

Das Problem: Laut US-Gesundheitsbehörden gibt es keinen belegten besonderen gesundheitlichen Nutzen dieser Aufteilung. Außerdem sind einzelne Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln in den USA derzeit gar nicht verfügbar.

Ein kleines logistisches Detail!

Unbedeutend!

Wir empfehlen etwas, das man momentan nicht kaufen kann.

Das ist ungefähr so, als würde das Verkehrsministerium sagen:

„Zur Entlastung der Autobahnen empfehlen wir allen Amerikanern Teleportation.“

„Gibt es Teleporter?“

„Nein.“

„Funktioniert Teleportation?“

„Nein.“

„Warum empfehlen wir sie?“

„Viele Leute mögen die Idee.“

Autismus betritt wieder die politische Bühne

Noch ernster wird es bei Trumps wiederholter Verbindung von Impfungen und Autismus.

Die WHO kommt nach Auswertung zahlreicher Studien zu einem klaren Ergebnis: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Impfungen Autismus verursachen. Auch für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus wurde in großen Untersuchungen kein Nachweis gefunden.

Das ist keine Kleinigkeit.

Denn zwischen

„Wir sollten etwas weiter untersuchen“

und

„Ich denke, Impfungen beeinflussen Autismus“

liegt ungefähr die gesamte Autobahn wissenschaftlicher Beweisführung.

Und Trump fährt gerade über den Grünstreifen.

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. will mögliche Zusammenhänge zwischen Impfungen, Impfzeitpunkten und Autismus weiter untersuchen.

Untersuchen darf Wissenschaft natürlich alles.

Das ist ihr Job.

Aber aus einer offenen Forschungsfrage darf nicht automatisch eine bereits bewiesene Ursache werden.

Sonst könnte Ronald Tramp morgen verkünden:

„Seit es Smartphones gibt, ist die Zahl der Avocados in Supermärkten gestiegen. Wir müssen dringend untersuchen, ob iPhones Guacamole verursachen.“

Korrelation!

Sehr mächtig.

Sehr gefährlich.

Sehr lecker.

Die Bundesstaaten sagen: Moment mal!

Doch Amerika wäre nicht Amerika, wenn nicht zusätzlich ungefähr 17 Verwaltungsebenen beteiligt wären.

Viele Impfregeln, insbesondere Anforderungen für Schulen, werden von den Bundesstaaten festgelegt.

Das Präsidentendekret verwandelt deshalb nicht automatisch über Nacht sämtliche Impfregeln des Landes.

Außerdem war ein früherer Umbau der Impfpolitik bereits im März von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden.

Die Richter kritisierten sinngemäß, dass etablierte wissenschaftlich und gesetzlich geregelte Verfahren nicht ausreichend eingehalten worden seien.

Übersetzt aus Juristisch:

„Leute, so geht das nicht.“

Und jetzt geht es weiter.

Amerika besitzt damit womöglich das erste Gesundheitssystem, in dem Präsident, Gesundheitsminister, Bundesstaaten, Gerichte, Ärzte und Wissenschaft gleichzeitig unterschiedliche Bedienungsanleitungen lesen.

Europa muss wieder als Argument herhalten

Trump und Kennedy verweisen außerdem auf Europa.

Europa!

Der mystische Kontinent, der in amerikanischen politischen Debatten immer dann erscheint, wenn irgendwo ein passendes Beispiel benötigt wird.

„Europa macht das auch!“

Welches Land?

Egal.

Europa.

Dabei unterscheiden sich die Systeme erheblich. Manche Länder setzen stark auf freiwillige Impfprogramme, andere kennen Pflichtimpfungen oder Nachweispflichten.

Deutschland verlangt beispielsweise einen Masernschutznachweis für bestimmte Einrichtungen wie Schulen und Kitas.

Europa ist eben kein einzelnes Land.

Ich weiß, schockierende Nachricht.

Frankreich und Finnland sind tatsächlich unterschiedliche Orte.

Ich habe nachgesehen.

Ronalds neuer Goldstandard: Fragen Sie jemanden!

Das Faszinierende an dieser ganzen Geschichte ist deshalb nicht, dass Impfempfehlungen diskutiert werden.

Natürlich dürfen medizinische Empfehlungen überprüft und verändert werden.

Wissenschaft lebt sogar davon.

Neue Daten?

Neu bewerten.

Neue Erkenntnisse?

Empfehlungen anpassen.

Aber die Reihenfolge sollte normalerweise sein:

Daten → Prüfung → Schlussfolgerung → politische Entscheidung.

Nicht:

Behauptung → Leute sagen das → Dekret → vielleicht später Daten.

Das wäre, als würde Boeing zuerst ein Flugzeug starten und anschließend fragen:

„Hat eigentlich jemand die Tragflächen berechnet?“

Ronalds sensationeller Kompromiss

Ich habe deshalb einen Vorschlag.

Trump bekommt seinen neuen Impfplan.

Aber jede medizinische Behauptung im Weißen Haus erhält künftig ein riesiges Etikett.

Grün:

durch gute Evidenz gestützt.

Gelb:

wissenschaftlich ungeklärt.

Rot:

Donald hat von Leuten gehört.

Das wäre Transparenz!

Journalisten müssten nicht einmal mehr nachfragen.

Trump tritt ans Mikrofon:

„Ich habe gehört, Brokkoli verursacht möglicherweise WLAN.“

Hinter ihm leuchtet sofort:

🔴

Fertig.

Pressekonferenz beendet.

Das große Finale

Natürlich dürfen Eltern weiterhin medizinische Entscheidungen gemeinsam mit ihren Ärzten treffen. Natürlich darf Forschung bestehende Annahmen überprüfen. Und selbstverständlich können Impfprogramme diskutiert und verbessert werden.

Aber wenn eine Regierung ihre Gesundheitspolitik verändert, während Masernfälle stark steigen, sollte die Begründung außergewöhnlich solide sein.

Nicht außergewöhnlich laut.

Denn Viren und Bakterien interessieren sich nicht für politische Rhetorik.

Masern fragen nicht:

„Republikaner oder Demokrat?“

Sie fragen:

„Immun oder nicht?“

Sehr unhöfliche Krankheit.

Keine Debattenkultur.

Und deshalb lautet mein Urteil:

Untersuchen?

Ja.

Forschen?

Unbedingt.

Empfehlungen anhand belastbarer neuer Erkenntnisse verändern?

Natürlich.

Aber medizinische Politik nach dem Prinzip „Ich habe gehört“?

Meine Freunde, dafür haben wir bereits einen hochentwickelten technischen Begriff:

Gerücht.

Ich bin Ronald Tramp.

Investigativer Reporter, diplomierter Experte für Dinge, die irgendjemand irgendwann irgendwo gesagt haben könnte – und weiterhin großer Anhänger dieser radikalen medizinischen Innovation namens:

Beweis.

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Tags: Donald Trump Robert F. Kennedy Jr. US-Gesundheitspolitik WHO Autismus MMR-Impfung Masern Impfungen
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