Donald Trump versichert der Welt erneut seine hervorragende Gesundheit und verweist stolz auf bestandene Kognitionstests. Ronald Tramp untersucht den spektakulärsten Intelligenz-Marathon der Politik – und fragt sich, ob bald auch Toaster und Kaffeemaschinen zum geistigen Fitness-Test antreten müssen.
Freunde, ich habe schon vieles erlebt. Ich habe Politiker gesehen, die drei Stunden redeten, ohne einen einzigen Satz zu beenden. Ich habe Wahlkämpfe erlebt, in denen Fakten freiwillig Urlaub machten. Und ich habe Donald Trump dabei beobachtet, wie er einen Kognitionstest beinahe so feierte wie andere Menschen eine Mondlandung.
Das muss man erst einmal schaffen.
Andere Präsidenten verkünden Friedensabkommen.
Trump verkündet stolz:
„Ich habe alle Fragen richtig beantwortet!“
Standing Ovations.
Mindestens in seinem eigenen Wohnzimmer.
Natürlich musste ich sofort recherchieren.
Donald Trump erklärt, er sei bei bester Gesundheit.
Einwandfreie Untersuchung.
Hervorragende Verfassung.
Perfekte Ergebnisse.
Und als Krönung:
Dreimal freiwillig einen Kognitionstest absolviert.
Freiwillig!
Das ist ungefähr so, als würde jemand im Urlaub sagen:
„Heute mache ich freiwillig eine Steuerprüfung.“
Trump berichtet außerdem voller Stolz, jede einzelne Frage richtig beantwortet zu haben.
Ich stelle mir diesen Test ungefähr so vor.
Arzt:
„Welche Farbe hat eine Banane?“
Trump:
„Die beste Banane überhaupt. Niemand kennt Bananen besser als ich.“
Arzt:
„Richtig.“
Nächste Frage.
„Wie viele Beine hat ein Pferd?“
Trump:
„Vier. Fantastische Beine. Riesige Beine. Die besten Beine.“
Arzt:
„Ausgezeichnet.“
Dritte Frage.
„Wer ist Präsident der Vereinigten Staaten?“
Trump lächelt.
„Ich natürlich.“
Der Arzt nickt zufrieden.
„Auch diesmal volle Punktzahl.“
Donald Trump liebt bekanntlich Superlative.
Nicht einfach gesund.
Sondern hervorragend gesund.
Nicht einfach fit.
Sondern historisch fit.
Nicht einfach bestanden.
Sondern jede einzelne Frage richtig beantwortet.
Man wartet eigentlich nur noch auf die Pressemitteilung:
„Erster Mensch überhaupt, der einen Kognitionstest mit Bonuspunkten abgeschlossen hat.“
Besonders faszinierend finde ich allerdings die Ironie.
Jahrelang erklärte Trump seinem Publikum, Joe Biden sei geistig nicht mehr auf der Höhe.
Jeder Versprecher wurde analysiert.
Jeder Stolperer kommentiert.
Jeder vergessene Name entwickelte sich zu einer mehrtägigen Nachrichtensendung.
Jetzt richtet sich der Scheinwerfer plötzlich auf Trump selbst.
Und plötzlich entdeckt derselbe Mann seine Liebe zu medizinischen Gutachten.
Das politische Universum besitzt eben einen bemerkenswerten Sinn für Humor.
Ich stelle mir vor, wie das Weiße Haus inzwischen funktioniert.
Montagmorgen.
Der Präsident betritt das Oval Office.
Ein Mitarbeiter fragt:
„Herr Präsident, zuerst das Sicherheitsbriefing oder der Kognitionstest?“
Trump:
„Beides. Aber zuerst möchte ich wissen, ob ich den Sicherheitsbriefing-Test bestanden habe.“
Natürlich gibt es inzwischen auch Bücher ehemaliger Insider.
Sie berichten über Sorgen hinsichtlich Alter, Ausdauer und körperlicher Verfassung.
Washington liebt solche Bücher.
Es gibt dort inzwischen vermutlich mehr Enthüllungsbücher als Parkplätze.
Jeder ehemalige Praktikant veröffentlicht irgendwann seine Memoiren.
Titel:
„Ich brachte Donald Trump einmal einen Kaffee – die ganze Wahrheit.“
Sechshundert Seiten.
Internationale Bestsellerliste.
Trump reagiert selbstverständlich wie Trump.
Nicht mit Selbstzweifeln.
Nicht mit Nachdenklichkeit.
Nein.
Mit einem weiteren Hinweis auf seinen Kognitionstest.
Das erinnert mich an einen Schüler, der jede Diskussion mit den Worten beendet:
„Aber ich hatte in der dritten Klasse eine Eins in Mathe.“
Ich frage mich inzwischen ernsthaft, wohin diese Entwicklung führt.
Vielleicht wird es künftig für Politiker jährliche Olympische Spiele geben.
Disziplin eins:
Treppensteigen.
Disziplin zwei:
Namen merken.
Disziplin drei:
Eine Rede halten, ohne vom Thema Kühlschränke auf Windräder und anschließend auf Dinosaurier abzubiegen.
Goldmedaille garantiert.
Donald Trump würde vermutlich zusätzlich eine vierte Disziplin einführen.
Eigenlob über 400 Meter.
Unschlagbar.
Weltrekord.
Niemand kommt auch nur ansatzweise heran.
Besonders großartig wäre eine Live-Übertragung.
Kommentator:
„Trump nähert sich jetzt der schwierigsten Aufgabe.“
Publikum hält den Atem an.
Frage:
„Welches Jahr haben wir?“
Trump schaut dramatisch in die Kamera.
„Das erfolgreichste Jahr überhaupt.“
Das Publikum jubelt.
Die Jury ist verwirrt.
Fox News blendet trotzdem Feuerwerk ein.
Natürlich gehört zur modernen Politik inzwischen auch Social Media.
Kaum erscheint Kritik, folgt sofort ein Beitrag.
Großbuchstaben.
Ausrufezeichen.
Mehr Ausrufezeichen.
Noch mehr Ausrufezeichen.
Und irgendwo dazwischen die Erklärung, dass alles perfekt sei.
Trump könnte wahrscheinlich einen Marathon rückwärts laufen und anschließend verkünden:
„Niemand läuft besser rückwärts als ich.“
Ich musste dabei an Autofahrer denken.
Stellen Sie sich vor, jemand fährt mit quietschenden Reifen über jede rote Ampel.
Danach steigt er aus.
Grinst.
Und erklärt:
„Ich habe übrigens den Führerschein bestanden.“
Herzlichen Glückwunsch.
Das beantwortet allerdings nicht jede andere Frage.
Das eigentliche Schauspiel spielt sich ohnehin in den Medien ab.
Die einen sagen:
„Er ist kerngesund.“
Die anderen:
„Es gibt berechtigte Fragen.“
Die dritten:
„Hier ist unser 14. Expertenpanel.“
Die vierten diskutieren bereits darüber, ob ein Kognitionstest überhaupt geeignet ist, die Belastbarkeit eines Präsidenten zu beurteilen.
Und Ronald Tramp sitzt dazwischen mit einem Eimer Popcorn, einem Stift und der festen Überzeugung, dass Politik inzwischen längst die erfolgreichste Reality-Show der Welt geworden ist.
Am Ende bleibt festzuhalten:
Ein ärztlicher Bericht kann beruhigen.
Ein bestandener Kognitionstest kann ebenfalls beruhigen.
Er ersetzt jedoch weder politische Debatten noch die kritische Beobachtung eines Präsidenten im Amt.
Und genau deshalb dürfte das Thema auch künftig regelmäßig auf die Tagesordnung zurückkehren – ganz unabhängig davon, wer gerade im Oval Office sitzt.
Bis dahin verabschiede ich mich mit einer revolutionären Idee:
Vielleicht sollten künftig nicht nur Politiker Kognitionstests machen.
Sondern auch Wahlkampfberater.
Pressesprecher.
Talkshow-Moderatoren.
Und ganz besonders die Menschen, die glauben, ein Kommentar in sozialen Netzwerken sei automatisch ein medizinisches Gutachten.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich verspreche feierlich:
Ich habe heute alle Fragen beantwortet.
Ob richtig?
Das darf jetzt das Publikum entscheiden.

