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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Google ersetzt Suchleiste durch Wahrsagerin – Ronald Tramp sucht Antworten im Kaffeesatz

Grafik: Google KI-Orakel: Antworten aus dem Universum

Die neue KI-Suche von Google liefert keine Antworten mehr, sondern spirituelle Lebensweisheiten. Ronald Tramp wagt den Selbstversuch und verirrt sich zwischen Reddit, Horoskopen und kosmischen Kartoffeln.

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Ronald Tramp entdeckt die Zukunft der Internetsuche zwischen Kristallkugel, Sternzeichen und drei sehr verwirrten Reddit-Nutzern

Freunde, ich habe in meinem Leben viele verrückte Dinge gesehen.

Ich habe Politiker gesehen, die Wahlversprechen eingehalten haben. Gut, das war nur ein Traum nach einem verdorbenen Döner, aber trotzdem. Ich habe Menschen gesehen, die die Bedienungsanleitung ihres WLAN-Routers freiwillig gelesen haben. Ich habe sogar einen Mann getroffen, der behauptete, die Datenschutzerklärung komplett gelesen zu haben.

Doch nichts – und ich meine wirklich gar nichts – hat mich auf die neueste Revolution aus dem Hause Google vorbereitet.

Die Suchleiste wurde abgeschafft.

Ja.

Die Suchleiste.

Das Ding, das seit Jahrzehnten Milliarden Menschen geholfen hat, Antworten zu finden.

Stattdessen präsentiert Google nun seine neue KI-Wahrsagerin „MystiSearch Ultra Plus Premium AI Experience“.

Die Idee dahinter ist revolutionär. Man stellt eine Frage – und bekommt keine Antwort.

Man erhält stattdessen spirituelle Hinweise.

Ich habe es selbstverständlich sofort ausprobiert.

Meine erste Suchanfrage:

„Wie spät hat der Baumarkt geöffnet?“

Die KI antwortete:

„Die wahre Öffnungszeit liegt nicht im Baumarkt, sondern in deiner Bereitschaft, die Türen des Universums zu öffnen.“

Fantastisch.

Ich stand also vor einem verschlossenen Baumarkt und öffnete stattdessen meine Chakren.

Das Regal für Schrauben blieb dennoch geschlossen.

Bei meiner zweiten Suche wollte ich wissen:

„Wie koche ich Spaghetti?“

Die KI antwortete:

„Manchmal kochen nicht wir die Nudeln. Manchmal kochen die Nudeln uns.“

Meine Freunde, das klingt weniger nach Suchmaschine und mehr nach einem sehr verwirrten Philosophiestudenten im dritten Semester.

Google erklärte in einer Pressemitteilung, man wolle den Menschen helfen, „ihre innere Wahrheit zu entdecken“.

Das funktioniert offenbar hervorragend.

Ein Nutzer fragte:

„Wo finde ich die Steuerformulare?“

Antwort:

„Die größte Steuer befindet sich in deinem Herzen.“

Daraufhin wurde der Nutzer angeblich Mönch.

Andere Suchanfragen verliefen ähnlich erfolgreich.

„Wie wechsle ich einen Reifen?“

Antwort:

„Vielleicht ist nicht der Reifen platt. Vielleicht ist es deine Perspektive.“

Der Reifen blieb platt.

Die Perspektive ebenfalls.

Besonders beeindruckend wurde es bei medizinischen Fragen.

Ein Nutzer suchte:

„Warum habe ich Kopfschmerzen?“

Die KI antwortete:

„Die Antwort liegt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und einem Reddit-Beitrag von 2017.“

Daraufhin verbrachte der Nutzer acht Stunden damit, in einem Forum namens „KopfwehKrieger420“ nach spiritueller Erleuchtung zu suchen.

Er fand stattdessen eine Diskussion darüber, ob Kartoffeln Gefühle haben.

Google wertete dies als „positives Nutzererlebnis“.

Natürlich wollte ich wissen, wie die KI überhaupt auf ihre Antworten kommt.

Ein ehemaliger Entwickler erklärte mir unter strengster Geheimhaltung das neue Verfahren.

Früher wurden Fakten analysiert.

Heute werden stattdessen folgende Quellen kombiniert:

  • Horoskope
  • Glückskekse
  • Kaffeesatz
  • Reddit
  • Kommentare unter YouTube-Videos
  • Die Träume eines Praktikanten

Anschließend entscheidet ein neuronales Netzwerk, welche Antwort am mystischsten klingt.

Das Ergebnis ist erstaunlich.

Fragt man:

„Wie hoch ist der Eiffelturm?“

Erhält man:

„Nicht die Höhe des Turmes ist entscheidend, sondern die Tiefe deiner Fragen.“

Fragt man:

„Wie viele Einwohner hat Berlin?“

Antwort:

„So viele, wie nötig sind, um den kosmischen Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.“

Ein Sprecher von Google bezeichnete dies als „kontextuelle Wissensharmonisierung“.

Ich bezeichne es als Nervenzusammenbruch mit WLAN-Anschluss.

Besonders erfolgreich ist die neue Suche bei Jugendlichen.

Viele Schüler nutzen sie bereits für Hausaufgaben.

Die Frage:

„Wann begann der Zweite Weltkrieg?“

Wird beantwortet mit:

„Jeder Konflikt beginnt zuerst in unserem Inneren.“

Der Geschichtslehrer beginnt daraufhin ebenfalls einen Konflikt – allerdings einen sehr realen.

Auch Unternehmen berichten von Problemen.

Ein Restaurantbesitzer suchte:

„Wie viele Kartoffeln benötige ich für 200 Gäste?“

Antwort:

„Die wahre Kartoffel ist die Freundschaft, die wir unterwegs finden.“

Die Gäste erhielten daraufhin nur Servietten.

Google sprach von einer „minimalistischen Ernährungserfahrung“.

Der größte Erfolg der neuen KI ist jedoch ihre Fähigkeit, niemals falsch zu liegen.

Denn sie beantwortet Fragen gar nicht mehr konkret.

Wenn niemand versteht, was gesagt wurde, kann auch niemand widersprechen.

Das ist genial.

Ich habe dieselbe Strategie bereits bei einigen Politikern beobachtet.

Zum Abschluss stellte ich die wichtigste Frage überhaupt:

„Google, wirst du jemals wieder normale Antworten geben?“

Die KI dachte einige Sekunden nach.

Dann erschien folgende Antwort:

„Die Antwort liegt in deinem Herzen … oder im dritten Reddit-Kommentar.“

Meine Freunde.

Ich suchte daraufhin den dritten Reddit-Kommentar.

Dort stand:

„Keine Ahnung, Bruder.“

Und wissen Sie was?

Das war vermutlich die präziseste Antwort des gesamten Systems.

Bis dahin bleibt uns nur eines:

Wenn ihr wissen wollt, wie das Wetter wird, wann der Zug fährt oder wie viele Kalorien ein Döner hat, fragt besser eure Großmutter, euren Nachbarn oder einen zufällig vorbeifliegenden Papagei.

Die Chancen auf eine brauchbare Antwort sind mittlerweile erstaunlich hoch.

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Tags: KI Internet Google Suchmaschine Wahrsagerin Suche Reddit
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