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Erdogans NATO-Überraschung – Gastgeschenk mit Wumms statt Weinflasche

Grafik: Erdogans Geschenk mit Wumms

Bei internationalen Gipfeltreffen gibt es normalerweise Erinnerungsfotos, Kugelschreiber oder dekorative Vasen. Recep Tayyip Erdogan dachte sich offenbar: „Wie wäre es stattdessen mit einem personalisierten Revolver samt Munition?“ Ronald Tramp war selbstverständlich vor Ort und berichtet von dem wohl ungewöhnlichsten Gastgeschenk der NATO-Geschichte – und von Donald Trump, der plötzlich glaubte, beim Wichteln gewonnen zu haben.

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Ich war schon auf vielen politischen Gipfeln.

Man bekommt dort meistens dieselben Dinge.

Ein Namensschild.

Eine Stofftasche.

Einen Kugelschreiber.

Ein Notizbuch, das später niemals benutzt wird.

Vielleicht eine Tasse.

Oder einen Anstecker.

Kurz gesagt: Dinge, die spätestens nach zwei Wochen in einer Schreibtischschublade verschwinden.

Doch Recep Tayyip Erdogan hat beschlossen, mit dieser langweiligen Tradition endgültig Schluss zu machen.

„Warum ein Kugelschreiber?“

„Warum ein Schlüsselanhänger?“

„Warum nicht gleich ein personalisierter Revolver mit scharfer Munition?“

Ich muss zugeben:

Damit hatte wirklich niemand gerechnet.

Als die Delegierten ihre Geschenktüten erhielten, herrschte zunächst große Freude.

Ein Diplomat flüsterte:

„Vielleicht ist türkischer Honig drin."

Ein anderer hoffte auf Olivenöl.

Donald Trump murmelte bereits:

„Bestimmt etwas Vergoldetes."

Dann wurden die Schachteln geöffnet.

Es wurde schlagartig still.

Sehr still.

Selbst Erdogans gigantische Kronleuchter schienen für einen Moment aufzuhören zu glitzern.

Ich blickte vorsichtig in eine der Schachteln.

Tatsächlich.

Ein personalisierter Revolver.

Mit Munition.

Ich fragte einen Mitarbeiter:

„Ist das ein Museumsstück?"

Er schüttelte den Kopf.

„Nein."

„Dekoration?"

„Auch nicht."

„Dann hoffe ich wenigstens auf einen Flaschenöffner."

Er lächelte nicht.

Donald Trump dagegen wirkte plötzlich wie ein Kind an Weihnachten.

„Personalisiert?"

„Fantastisch."

„Steht mein Name drauf?"

Ich glaube, hätte jemand zusätzlich noch Goldfarbe angeboten, Donald hätte sofort gefragt, ob es auch eine Deluxe-Version gibt.

Neben ihm saß Keir Starmer.

Der britische Premierminister betrachtete das Geschenk ungefähr so begeistert wie ein Vegetarier einen Grillkurs.

Er las die Begleitkarte.

Dann blickte er den Revolver an.

Dann wieder die Karte.

Schließlich sagte er:

„Den lasse ich lieber hier."

Eine bemerkenswert vernünftige Entscheidung.

Denn in Großbritannien gelten für Waffen bekanntlich deutlich strengere Regeln.

Während Donald vermutlich überlegte, wo das gute Stück in seinem Büro zwischen Golfpokalen und Selbstporträts am besten aussehen würde, schob Starmer die Schachtel dezent wieder zur Seite.

Ich hörte ihn murmeln:

„Vielleicht nehme ich stattdessen den Kugelschreiber."

Leider gab es keinen.

Auch Friedrich Merz erhielt sein Exemplar.

Was er damit vorhat, weiß offiziell niemand.

Ich stelle mir allerdings vor, wie der Zollbeamte später fragt:

„Haben Sie etwas zu verzollen?"

Merz antwortet:

„Nur ein diplomatisches Gastgeschenk."

„Was genau?"

„Ein personalisierter Revolver."

Der Zollbeamte legt vermutlich erst einmal seine Kaffeetasse ab.

Währenddessen begann Donald bereits, Größenvergleiche anzustellen.

„Sehr schön."

„Aber meine Geschenke wären größer."

Natürlich.

Donald vergleicht schließlich alles.

Gebäude.

Wahlergebnisse.

Steaks.

Golfplätze.

Warum also nicht auch Gastgeschenke?

Ich bin überzeugt, hätte Donald selbst den NATO-Gipfel ausgerichtet, wären die Gastgeschenke ungefähr so ausgefallen:

Vergoldete Golfbälle.

Parfüm mit dem Duft „Executive Ego".

Ein Miniatur-Ballsaal.

Oder eine goldene Statue von Donald Trump, die alle fünf Minuten automatisch applaudiert.

Immerhin wäre das transporttechnisch deutlich unkomplizierter gewesen.

Im Pressezentrum brach inzwischen hektische Betriebsamkeit aus.

Journalisten diskutierten.

Juristen telefonierten.

Zollbehörden bekamen vermutlich spontanen Puls.

Ein Sicherheitsexperte erklärte:

„Das dürfte logistisch interessant werden."

Ich fragte:

„Warum?"

Er antwortete:

„Versuchen Sie einmal, einem Flughafenmitarbeiter zu erklären, dass Ihr Souvenir zufällig scharfe Munition enthält."

Ein überzeugendes Argument.

Besonders kurios war die Atmosphäre.

Tagsüber diskutierten dieselben Staats- und Regierungschefs über Abrüstung, internationale Sicherheit und militärische Zusammenarbeit.

Abends packten sie Geschenkschachteln aus.

Das wirkt ungefähr so, als würde eine Feuerwehr zum Brandschutzseminar Feuerwerkskörper verteilen.

Natürlich entstand sofort hektisches Rätselraten.

Wer nimmt das Geschenk mit?

Wer lässt es zurück?

Wer ruft zuerst seinen Sicherheitsberater an?

Und wer googelt heimlich:

„Wie transportiert man diplomatische Gastgeschenke?"

Donald dürfte vermutlich bereits nach einer passenden Vitrine gesucht haben.

Natürlich mit Beleuchtung.

Goldener Umrandung.

Und einer kleinen Plakette:

„Bestes NATO-Geschenk aller Zeiten."

Erdogan beobachtete das Geschehen mit jener Gelassenheit eines Gastgebers, der gerade erfolgreich alle überraschen konnte.

Ganz ehrlich:

Niemand wird dieses Gastgeschenk jemals vergessen.

Das Marketing funktioniert also.

Ich fragte einen Diplomaten:

„Was schenken Sie beim nächsten Gipfel?"

Er antwortete:

„Nach diesem Jahr?"

Er überlegte kurz.

„Vielleicht wieder Kugelschreiber."

Eine weise Entscheidung.

Zum Ende des Abends standen überall kleine Gruppen zusammen.

Die Gespräche klangen ungefähr so:

„Wie war dein Geschenk?"

„Kompliziert."

„Und deins?"

„Zollpflichtig."

„Und Donald?"

„Der sucht noch nach einer goldenen Geschenkverpackung."

Als ich schließlich den Palast verließ, fiel mein Blick noch einmal auf Erdogans monumentales Gebäude.

Gold.

Marmor.

Kronleuchter.

Und nun auch die wohl ungewöhnlichste Geschenkidee eines NATO-Gipfels.

Ich musste schmunzeln.

Denn wenn Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan eines gemeinsam haben, dann ihre Leidenschaft für möglichst große Auftritte.

Der eine baut Paläste, die aussehen, als hätten sämtliche Goldminen gleichzeitig Schlussverkauf.

Der andere verwandelt jede diplomatische Begegnung in eine Casting-Show für sein eigenes Ego.

Und beide scheinen fest daran zu glauben, dass Zurückhaltung etwas ist, das ausschließlich andere Länder praktizieren sollten.

Am Ende bleibt deshalb nur eine wichtige Lehre für alle zukünftigen NATO-Gipfel:

Wenn Recep Tayyip Erdogan das nächste Mal ankündigt, jeder Gast bekomme ein kleines Andenken mit nach Hause, sollte man vielleicht vorher ganz vorsichtig nachfragen:

„Ist es diesmal wieder ein Kugelschreiber … oder brauchen wir dafür eine Zollanmeldung?"

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Tags: Donald Trump Friedrich Merz NATO Keir Starmer Gipfel Recep Tayyip Erdogan Gastgeschenk
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