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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Hossa im Schloss Bellevue? Deutschland will Hape!

Grafik: Deutschland sucht einen Präsidenten – Hossa!

Mehr als 20.000 Menschen wünschen sich Hape Kerkeling als Bundespräsidenten. Ronald Tramp untersucht die vielleicht unterhaltsamste Personaldebatte der Republik.

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Ronald Tramp berichtet über die erste Bundespräsidentenwahl, die möglicherweise mit einem Hossa beginnt.

Meine Freunde, ich habe in meinem Leben schon viele politische Überraschungen erlebt. Ich habe Politiker gesehen, die ihre Wahlversprechen so schnell vergessen haben, dass selbst Goldfische beeindruckt waren. Ich habe Koalitionen erlebt, die länger verhandelten als manche mittelalterliche Belagerung dauerte. Aber jetzt kommt etwas, das selbst mich sprachlos gemacht hat.

Mehr als 20.000 Menschen wollen Hape Kerkeling als Bundespräsidenten.

Hape Kerkeling!

Der Mann, der einst als Königin Beatrix verkleidet durch Deutschland spazierte und damit vermutlich mehr diplomatische Gespräche führte als manche Außenminister.

Und wissen Sie was?

Je länger ich darüber nachdenke, desto vernünftiger klingt es.

Die Petition fordert einen überparteilichen Kandidaten. Einen Menschen, der verbindet statt spaltet. Einen Menschen, der reden kann. Einen Menschen, der Humor besitzt.

Mit anderen Worten:

Jemanden, der die grundlegenden Voraussetzungen für eine Karriere in der deutschen Politik nicht erfüllt.

Denn dort gilt traditionell das Gegenteil.

Die Unterstützer verweisen auf eine Rede Kerkelings bei einer Gedenkveranstaltung in Buchenwald. Dort sprach er über Demokratie, Verantwortung und Erinnerungskultur.

Das kam offenbar so gut an, dass viele Menschen plötzlich dachten:

„Moment mal. Der klingt vernünftiger als die meisten, die wir sonst im Fernsehen sehen.“

Und so begann die wohl ungewöhnlichste politische Bewegung seit der Erfindung des Bierdeckels.

Die Vorstellung ist faszinierend.

Stellen Sie sich den ersten Arbeitstag vor.

Der neue Bundespräsident betritt Schloss Bellevue.

Journalisten warten.

Kamerateams warten.

Die Nation wartet.

Und plötzlich ertönt aus den Lautsprechern:

„Hossa!“

Ganz Deutschland applaudiert.

Die Aktienkurse steigen.

Der DAX macht einen Freudentanz.

Die Deutsche Bahn schafft erstmals zwei pünktliche Züge hintereinander.

Es wäre ein Wunder.

Ein echtes Wunder.

Doch das Beste ist die Vorstellung einer Bundesversammlung.

Normalerweise handelt es sich dabei um eine Veranstaltung mit der Unterhaltungskraft eines mehrstündigen Vortrags über Aktenablagesysteme.

Mit Hape Kerkeling wäre das anders.

Delegierte würden freiwillig erscheinen.

Fernsehsender würden Sonderprogramme senden.

Menschen würden Popcorn kaufen.

Der Bundestag hätte erstmals Einschaltquoten wie ein Fußballfinale.

Natürlich gibt es Kritiker.

Sie fragen:

„Hat Hape Kerkeling überhaupt politische Erfahrung?“

Eine interessante Frage.

Aber betrachten wir die Gegenfrage:

Hat politische Erfahrung die Politik bisher davon abgehalten, merkwürdige Entscheidungen zu treffen?

Offensichtlich nicht.

Außerdem hat Kerkeling jahrzehntelang deutsche Eigenarten studiert.

Manche nennen das Unterhaltung.

Ich nenne es Feldforschung.

Wer jahrzehntelang deutsche Bahnhöfe, Fußgängerzonen, Talkshows und Behörden parodiert hat, versteht dieses Land vermutlich besser als manche Expertenkommission.

Er kennt die Seele der Nation.

Und diese Seele steht häufig in einer Schlange.

Mit Formularen.

Die Reaktion des Kandidaten war erwartungsgemäß brillant.

Laut Stern TV sagte er, er schließe inzwischen „nichts mehr aus“.

Das ist eine Antwort, die gleichzeitig alles und nichts bedeutet.

Also praktisch perfekte Politikersprache.

Man könnte ihn sofort vereidigen.

Die Regierungsparteien wollen erst im Herbst über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.

Das ist verständlich.

Man muss schließlich gründlich prüfen.

Zum Beispiel:

Wie reagiert die Bevölkerung auf einen Präsidenten, der tatsächlich sympathisch wirkt?

Ist das verfassungsgemäß?

Muss dafür das Grundgesetz geändert werden?

Welche Auswirkungen hätte ein Staatsoberhaupt, das Humor besitzt?

Sind die Behörden auf so etwas vorbereitet?

Experten arbeiten vermutlich bereits an Gutachten.

Mindestens zwölf Ausschüsse wurden gegründet.

Drei Unterausschüsse prüfen die Frage, ob Lachen im Schloss Bellevue zulässig ist.

Eine Arbeitsgruppe untersucht die Risiken spontaner Fröhlichkeit.

Die Ergebnisse werden bis 2047 erwartet.

Doch unabhängig vom Ausgang der Debatte zeigt die Petition vor allem eines:

Viele Menschen wünschen sich jemanden, der nahbar wirkt.

Jemanden, der nicht wie ein Pressesprecher eines Pressesprechers klingt.

Jemanden, der versteht, dass Politik nicht nur aus Aktenordnern, Sitzungen und PowerPoint-Präsentationen besteht.

Und genau deshalb hat die Idee so viel Aufmerksamkeit bekommen.

Denn seien wir ehrlich:

Wenn 20.000 Menschen freiwillig eine Petition unterschreiben, um einen Komiker zum Bundespräsidenten zu machen, dann sagt das weniger über den Komiker aus als über den Zustand der politischen Landschaft.

Vielleicht ist das eigentliche Kompliment nicht, dass Hape Kerkeling Präsident werden soll.

Vielleicht ist das eigentliche Kompliment, dass viele Menschen ihm zutrauen, den Job besser zu machen als manche Berufspolitiker.

Eine bemerkenswerte Entwicklung.

Und während Berlin nun grübelt, analysiert und diskutiert, sitzt irgendwo Hape Kerkeling vermutlich entspannt auf einem Sofa und denkt sich:

„Ich wollte eigentlich nur Bücher schreiben.“

Doch Deutschland hat andere Pläne.

Und deshalb beobachte ich, Ronald Tramp, die Lage ganz genau.

Denn wenn die Republik eines Tages tatsächlich von einem Entertainer repräsentiert wird, dann könnte erstmals jemand ins höchste Staatsamt einziehen, der jahrelang bewiesen hat, dass er Deutschland zum Lachen bringen kann.

Was, seien wir ehrlich, angesichts der Nachrichtenlage mittlerweile fast schon eine staatsmännische Qualifikation ist.

Hossa, Deutschland.

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Tags: Deutschland Petition Schloss Bellevue Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident Hape Kerkeling
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