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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Ronald Tramp am Tag danach: AfD? Allianz für Dünnschiss!

Grafik: AfD? Ronald fordert die Allianz für Dünnschiss

Ein Tag nach den Sommerinterviews mit Tino Chrupalla und Alice Weidel zieht Ronald Tramp Bilanz. Klima nach Gefühl, Zahlen nach Bedarf, Euro und Schengen vor die Tür: Vielleicht bedeutet AfD längst nicht mehr „Alternative für Deutschland“, sondern „Allianz für Dünnschiss“.

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Meine Damen und Herren, ich habe eine Nacht darüber geschlafen.

Eine ganze Nacht.

Fast.

Denn nach zwei Sommerinterviews mit Tino Chrupalla und Alice Weidel schläft man nicht einfach. Man liegt da. Man schaut an die Decke. Man denkt über Schengen nach. Über den Euro. Über Klimawandel. Über Briefwahl. Über „Flachzangen“. Und irgendwann fragt man sich:

War das wirklich Politik – oder habe ich versehentlich zwei Folgen einer besonders ambitionierten Realsatire gesehen?

Ich bin Ronald Tramp, Reporter, Überlebender zweier Sommerinterviews und seit heute Morgen Leiter der neu gegründeten Bundesprüfstelle für politischen Dünnschiss.

Und nach gründlicher Auswertung, zwei Kaffees, drei Aspirin und einem kurzen Gespräch mit meinem Fernseher komme ich zu einem eindeutigen Ergebnis:

Die AfD trägt den falschen Namen.

„Alternative für Deutschland“?

Nein.

Viel zu seriös.

Viel zu nüchtern.

Viel zu optimistisch.

Nach diesen beiden Interviews müsste es heißen:

Allianz für Dünnschiss.

Kurz: AfD.

Sehen Sie?

Man müsste nicht einmal das Kürzel ändern!

Effizient.

Kostengünstig.

Markenrechtlich praktisch.

Das ist vielleicht die erste echte Sparmaßnahme, die aus diesem politischen Umfeld hervorgeht.

Tino Chrupalla: Der Sommer ist normal, nur das Thermometer hysterisch

Beginnen wir mit Tino Chrupalla.

Der erklärte einen Sommer mit Rekordhitze, Trockenheit und erheblichen gesundheitlichen Belastungen sinngemäß zum „ganz normalen Sommer“.

Wunderbar.

Ronald hat daraus gelernt:

Wissenschaft ist offenbar nichts weiter als eine Meinung mit Messgerät.

Der Deutsche Wetterdienst?

Panikmacher mit Wetterkarte.

Copernicus?

Ein europäischer Sonnenterrorverein.

Thermometer?

Linksgrüne Quecksilberpropaganda.

Wenn Tino sagt, es ist normal, dann ist es normal.

Bei 38 Grad klebt der Asphalt an den Reifen?

Normal.

Der Garten sieht aus wie eine südspanische Mondlandschaft?

Normal.

Der Hund bittet um eine Klimaanlage?

Normal.

Und wenn irgendwann Brandenburg spontan zu einer Dünenlandschaft wird, steht Chrupalla vermutlich daneben und sagt:

„Gab es früher auch schon.“

Meine Damen und Herren, das ist kein Klimakonzept.

Das ist meteorologisches Achselzucken mit Parteibuch.

Migration nach Taschenrechnerprinzip

Dann die Zahlen.

Große Zahlen.

Beeindruckende Zahlen.

Zahlen mit Brusthaar.

Zahlen, die so entschlossen ausgesprochen werden, dass man fast vergisst, nachzufragen, ob sie eigentlich stimmen.

Eine Million hier.

280.000 da.

Abgelehnte Asylbewerber.

Ausreisepflichtige.

Menschen ohne Aufenthaltstitel.

Alles schön in einen politischen Mixer.

Deckel drauf.

Drei Sekunden höchste Stufe.

Fertig ist der Migrations-Smoothie.

Juristische Unterschiede?

Langweilig.

Duldung?

Kleingedrucktes.

Aufenthaltsstatus?

Details!

Ronald schlägt deshalb ein neues Verfahren vor:

AfD-Zahlen werden künftig nicht mehr überprüft, sondern gewogen.

Je schwerer sie klingen, desto wahrer sind sie.

280.000 klingt besser als 258.845.

Eine Million klingt besser als 930.395.

Und zehn Millionen klingt noch besser.

Mathematik war gestern.

Heute gilt:

Emotionale Rundung.

Wahlbetrug ohne Belege: Das unsichtbare Beweisstück

Dann Briefwahl.

Chrupalla könne konkrete Fälle nennen.

Tat er aber nicht.

Weil er sie nicht überprüfen könne.

Trotzdem seien sie irgendwie unstrittig.

Meine Damen und Herren, ich liebe diese Beweisführung.

Sie ist revolutionär.

Sie erspart Arbeit.

Ronald übernimmt sie sofort:

Ich kenne konkrete Hinweise darauf, dass Außerirdische in Bottrop einen Friseursalon betreiben.

Ich werde die Hinweise nicht nennen.

Ich konnte sie nicht prüfen.

Aber es ist unstrittig.

Wer Zweifel hat, ist Teil des Systems.

So einfach kann Erkenntnistheorie sein.

Und dann kam Alice Weidel

Ein Tag später denke ich noch immer:

Vielleicht hätte das ZDF nach Chrupalla einfach sagen sollen:

„Wissen Sie was? Diesen Sommer reicht es.“

Aber nein.

Dann kam Alice Weidel.

Und Frau Weidel dachte offenbar:

„Tino hat die Messlatte tief gelegt. Ich nehme einen Spaten.“

Die CDU werde nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen.

Die AfD werde regieren.

Euro raus.

Schengen raus.

Grenzen zu.

Klimaschutz unnötig.

Syrer zurück.

Und die Regierung?

Flachzangen.

Meine Damen und Herren, das ist keine politische Agenda mehr.

Das ist die Räumungsverkaufsabteilung eines Baumarkts.

„Alles muss raus!“

Euro?

Raus.

Schengen?

Raus.

Migranten?

Raus.

Klimapolitik?

Raus.

CDU?

Auch bald raus.

Nur die Gewissheit bleibt drin.

Sehr viel Gewissheit.

So viel Gewissheit, dass für Fakten kaum noch Platz ist.

„Klimawandel gab es schon immer“

Dann sagte Weidel sinngemäß:

Klimawandel habe es schon immer gegeben.

Maßnahmen brauche es daher nicht.

Ronald hat diese Logik über Nacht intensiv geprüft.

Sie funktioniert fantastisch.

Krankheiten gab es schon immer.

Also schließen wir Krankenhäuser.

Kriminalität gab es schon immer.

Polizei weg.

Brände gab es schon immer.

Feuerwehr überflüssig.

Zahnschmerzen gab es vermutlich schon bei den Neandertalern.

Zahnärzte sofort abschaffen!

Meine Damen und Herren:

Das ist nicht Technologieoffenheit.

Das ist Denkoffenheit mit Durchzug.

Der Euro: Schuld an allem seit der D-Mark

Auch der Euro bekam sein Fett weg.

Deutschland sei es vor dem Euro besser gegangen.

Ronald liebt solche Zeitvergleiche.

Vor dem Euro hatte ich auch mehr Haare.

Also ist der Euro eindeutig schuld an Haarausfall.

Vor dem Euro gab es weniger Smartphones.

Der Euro hat also TikTok verursacht.

Vor dem Euro war „Modern Talking“ zeitweise sehr erfolgreich.

Moment.

Vielleicht hatte die D-Mark doch Nachteile.

Man sieht:

Historische Kausalität ist kompliziert.

Aber zum Glück gibt es die Allianz für Dünnschiss.

Dort reicht offenbar:

Früher anders = früher besser.

Schengen raus – weil Grenzen eine Tür brauchen

Besonders imposant fand ich Weidels Grenzkonzept.

Problem an der Grenze?

Grenze schließen.

Schengen verlassen.

Das ist wunderbar plastisch.

Ronald stellt sich Deutschland jetzt wie ein Einfamilienhaus vor.

Vorne eine Tür.

Draußen Europa.

Alice Weidel kommt vorbei, dreht den Schlüssel um und sagt:

„So. Sicher.“

Belgien klingelt.

Frankreich steht mit Baguette davor.

Polen möchte zur Arbeit.

Die Niederlande bringen Tomaten.

Österreich fragt, ob noch jemand nach Italien will.

Deutschland ruft durchs Fenster:

„Wir sind aus Schengen raus! Bitte Pakete beim Nachbarn abgeben!“

Das ist Außenpolitik zum Selberbauen.

Die große Namensreform

Und deshalb, liebe Leserinnen und Leser, ist Ronald heute zu einer Erkenntnis gekommen:

„Alternative für Deutschland“ ist irreführend.

Denn „Alternative“ klingt nach:

„Wir haben einen anderen Plan.“

Nach zwei Sommerinterviews hörte Ronald aber häufig eher:

„Wir haben eine andere Behauptung.“

Das ist ein Unterschied.

Ein Plan besteht normalerweise aus:

Problem.

Analyse.

Lösung.

Kosten.

Folgen.

Umsetzung.

Die neue Methode lautet:

Problem.

Empörung.

Superlativ.

Grenze zu.

Euro raus.

Fertig.

Das ist kein Regierungsprogramm.

Das ist ein politischer Schnellkochtopf ohne Ventil.

Darum:

Allianz für Dünnschiss.

Der Name passt perfekt.

Er enthält weiterhin A, f und D.

Man spart neue Wahlplakate.

Nur drei Wörter austauschen.

Nachhaltiger geht Parteirebranding kaum.

Vielleicht könnte das Programm gleich angepasst werden:

AfD – Allianz für Dünnschiss

Motto:

„Wir haben für jedes komplexe Problem eine einfache Antwort, und wenn sie nicht stimmt, sagen wir sie lauter.“

Parteitag:

Zwei Tage.

Tag 1: Behauptungen.

Tag 2: Lautere Behauptungen.

Arbeitsgruppen:

  • Klima war schon immer.
  • Zahl groß, Zahl gut.
  • Grenze zu.
  • Früher war besser.
  • Belege werden nachgereicht.
  • Flachzangenkunde für Anfänger.

Mitgliederzeitschrift:

Der Rohrbruch.

Jugendorganisation:

Junge Spülung.

Parteistiftung:

Konrad-Abfluss-Stiftung.

Nein, Ronald hört auf.

Sonst wird es noch seriöser als das Original.

Ronalds Fazit nach 24 Stunden

Was bleibt also nach diesen beiden Sommerinterviews?

Nicht die Erkenntnis, dass man AfD-Wähler pauschal beleidigen sollte.

Das wäre genauso billig.

Nicht die Behauptung, jede Position der Partei sei automatisch falsch.

Auch das wäre Unsinn.

Was bleibt, ist etwas anderes:

Wer regieren will, muss mehr liefern als Zuspitzungen, vereinfachte Zahlen, große Worte und Antworten, die bei der ersten Nachfrage plötzlich in eine andere Richtung abbiegen.

Politik ist kompliziert.

Migration ist kompliziert.

Klima ist kompliziert.

Europa ist kompliziert.

Wirtschaft ist kompliziert.

Wer so tut, als könne man all das mit fünf Parolen und einer geschlossenen Grenze lösen, verkauft keine Klarheit.

Er verkauft Komplexitätsverweigerung in Familienpackung.

Und genau deshalb bleibt Ronald bei seiner Diagnose:

AfD?

Ja.

Aber vielleicht sollten wir endlich ehrlich ausschreiben, wofür das Kürzel nach diesen Interviews manchmal steht:

Allianz für Dünnschiss.

Nicht juristisch.

Nicht offiziell.

Nicht im Parteienregister.

Aber satirisch?

Meine Damen und Herren:

erschreckend markenkompatibel.

Ronald Tramp hat gesprochen.

Und jetzt muss ich meinen Fernseher reinigen.

Er riecht immer noch nach Sommerinterview.

Ronald Tramp

Reporter, Polit-Klempner und kommissarischer Leiter des Bundesamts für rhetorische Abwasserbeseitigung

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Tags: AfD Klimawandel Tino Chrupalla Alice Weidel Migration Sommerinterview Allianz für Dünnschiss
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