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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Ronald Tramp und der Golfplatz der alternativen Tatsachen

Grafik: Trump beim Golf - Make Birdies Great Again

Donald Trump liebt Golf – und um seine ganz eigene Interpretation von Scorekarten und Spielregeln ranken sich seit Jahren legendäre Geschichten. Ronald Tramp untersucht, wie aus Rough Fairway, aus Bogey Birdie und aus einem Golfcart möglicherweise ein mobiles Wahrheitsministerium wird.

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Es gibt Sportarten, bei denen man gegen andere Menschen spielt. Fußball zum Beispiel. Tennis. Boxen. Und dann gibt es Golf. Golf ist der einzige Sport, bei dem ein erwachsener Mensch vier Stunden lang einen winzigen weißen Ball durch eine Landschaft verfolgt, die aussieht wie der Vorgarten eines Milliardärs, und anschließend behauptet, das Ganze habe ihn entspannt.

Und dann gibt es Donald Trump.

Bei Donald Trump ist Golf nicht einfach Golf. Golf ist Geopolitik mit kleinen weißen Bällen. Es ist Wahlkampf mit Eisen 7. Es ist die Kunst, aus einem Bogey durch geschicktes Management, strategische Kommunikation und möglicherweise außergewöhnlich flexible Mathematik einen Birdie zu machen.

Ich bin Ronald Tramp, investigativer Weltreporter, internationaler Golfexperte und Besitzer eines Minigolf-Handicaps, das mehrere unabhängige Windmühlen bestätigen können.

Und ich sage Ihnen: Auf einem Golfplatz mit Donald Trump gelten möglicherweise andere Naturgesetze.

Willkommen beim Presidential Golf

Normale Golfer schlagen einen Ball.

Donald Trump schlägt angeblich vor allem Erwartungen.

Man stelle sich die Szene vor: Trump steht am Abschlag. Die Sonne scheint. Der Rasen ist so perfekt geschnitten, dass deutsche Kleingartenvereine spontan eine Delegation schicken würden. Ein Golfcart wartet. Mehrere Menschen beobachten aufmerksam.

Trump holt aus.

WUSCH!

Der Ball fliegt nach rechts.

Sehr weit nach rechts.

So weit rechts, dass er vermutlich bereits einen eigenen politischen Podcast betreibt.

Ein gewöhnlicher Golfer würde sagen:

„Mist. Rough.“

Trump hingegen könnte auf den Fairway zeigen und verkünden:

„Beautiful shot. Probably the straightest shot ever hit. People are saying it.“

Und plötzlich beginnt die wichtigste Phase des Spiels:

die Suche nach der richtigen Realität.

Der Ball ist nicht weg – er verhandelt nur

Seit Jahren kursieren Berichte und Anekdoten über Trumps ungewöhnlich kreativen Umgang mit Golfregeln. Dabei soll unter anderem sein ehemaliger Sportjournalisten-Bekannter Rick Reilly in seinem Buch Commander in Cheat zahlreiche Geschichten über Trumps Golfgewohnheiten gesammelt haben.

Natürlich bedeutet eine solche Anekdote nicht automatisch, dass jede Runde Trump-Golf ein organisierter Angriff auf die United States Golf Association ist.

Aber satirisch betrachtet eröffnet sich eine faszinierende Möglichkeit:

Vielleicht spielt Trump überhaupt nicht Golf.

Vielleicht spielt er Trump Golf™.

Die Regeln wären einfach:

Regel Nummer eins: Der Ball liegt dort, wo er am besten aussieht.

Regel Nummer zwei: Wenn niemand genau gesehen hat, wo der Ball gelandet ist, lag er wahrscheinlich ausgezeichnet.

Regel Nummer drei: Ein verlorener Ball ist kein verlorener Ball. Er wurde lediglich von unfairen Medien aus dem Spiel genommen.

Regel Nummer vier: Das Handicap ist hervorragend.

Regel Nummer fünf: Fragen zum Handicap sind Fake News.

Damit wäre Golf endlich vollständig kompatibel mit moderner politischer Kommunikation.

Das Golfcart als Wahrheitsministerium

Besonders faszinierend ist die Rolle des Golfcarts.

Normale Menschen benutzen Golfcarts, um von Loch zu Loch zu fahren.

Beim Ronald-Tramp-Institut für angewandte Golfwissenschaften haben wir dagegen eine revolutionäre Theorie entwickelt:

Das Golfcart könnte ein mobiles Büro für Ergebnisoptimierung sein.

Stellen Sie sich vor:

Ball landet im Rough.

Cart fährt hin.

Kurze diplomatische Verhandlungen.

Cart fährt weiter.

Ball liegt plötzlich wunderschön auf dem Fairway.

Niemand weiß, was passiert ist.

Die Vereinten Nationen fordern Aufklärung.

Die Schweiz bietet Vermittlungsgespräche an.

Und Trump steht zehn Meter weiter und sagt:

„I have always been on the fairway.“

Fantastisch.

Andere Spieler brauchen Trainer, Schlägerfitting und jahrelanges Training.

Trump braucht möglicherweise nur ein Fahrzeug mit Getränkehalter.

Das mysteriöse Handicap

Dann wäre da noch das Handicap.

Das Handicap soll beim Golf ungefähr ausdrücken, wie gut jemand spielt. Für normale Menschen ist es eine Zahl.

Für Donald Trump könnte es eher ein Wirtschaftsgut sein.

Ein Asset.

Ein Prestigeinstrument.

Etwas zwischen Kreditrating, Umfragewert und Brustkorbumfang.

Denn niemand möchte beim Abendessen im Clubhaus sagen:

„Ich habe heute eine 97 gespielt.“

Das klingt nach Blutdruck.

Viel besser:

„Fantastic round. Maybe 72. Could've been 68. Wind was very unfair.“

Und schon wird aus Sport Kommunikation.

Ich habe dieses System übrigens selbst ausprobiert.

Letzte Woche spielte ich Minigolf.

Bahn sechs.

Der Ball brauchte neun Schläge.

Ich notierte zwei.

Meine Frau fragte:

„Warum zwei?“

Ich sagte:

„Weil die ersten sieben Schläge Sondierungsgespräche waren.“

Seitdem darf ich den Bleistift nicht mehr halten.

Der größte Golfer seit Tiger Caesar

Natürlich ist Trump tatsächlich ein begeisterter Golfer und hat über Jahrzehnte sehr viel gespielt. Das macht die Geschichten besonders schön: Niemand würde solche Legenden über jemanden erzählen, der zweimal im Jahr beim Betriebsausflug Adventure Golf spielt und am Piratenschiff scheitert.

Trump besitzt beziehungsweise betreibt über seine Unternehmenswelt zudem Golfanlagen, und das schafft eine Situation, die ich persönlich großartig finde:

Wenn du auf deinem eigenen Platz spielst, bist du nicht nur Golfer.

Du bist praktisch gleichzeitig Spieler, Stadionbesitzer, Platzwart, Turnierdirektor und möglicherweise oberstes Berufungsgericht.

Versuchen Sie einmal, gegen den Besitzer eines Monopoly-Spiels zu gewinnen, wenn er gleichzeitig die Bank verwaltet und plötzlich erklärt:

„Die Schlossallee gehört traditionell mir.“

Ungefähr so stelle ich mir die psychologische Ausgangslage vor.

Make Golf Scores Great Again

Vielleicht müssen wir aber größer denken.

Vielleicht ist Donald Trump seiner Zeit einfach voraus.

Denn warum sollte ein Golfer akzeptieren, was tatsächlich passiert ist?

Das ist wahnsinnig altmodisch.

Ball im Wasser?

Alternative Platzierung.

Drei Putts?

Administrative Nachzählung.

Ball verloren?

Wahlbeeinflussung durch Eichhörnchen.

Bunker?

Illegal angelegte Sandzone.

Bogey?

Statistischer Birdie.

Doppelbogey?

Von linksradikalen Golfmedien erfunden.

Damit hätte Trump eine völlig neue Sportphilosophie geschaffen: Nicht entscheidend ist, wie viele Schläge du gebraucht hast.

Entscheidend ist, wie viele Schläge du bereit bist anzuerkennen.

Und seien wir ehrlich: Das könnte Golf revolutionieren.

Millionen mittelmäßige Spieler würden plötzlich mit Handicap 4 herumlaufen.

Golfclubs müssten keine Scorekarten mehr drucken, sondern Presseabteilungen einstellen.

Nach jeder Runde gäbe es eine Pressekonferenz:

„Herr Müller, Sie haben an Loch zwölf acht Schläge gebraucht.“

„Falsch.“

„Wir haben Videoaufnahmen.“

„Manipuliert.“

„Sie haben zweimal im Bunker gelegen.“

„Ich habe diesen Bunker niemals anerkannt.“

„Ihr Ball liegt noch drin.“

„Das ist nicht mein Ball.“

Golf wäre endlich spannend.

Ronalds abschließendes Urteil

Ob jede Geschichte über Donald Trumps Golfspiel stimmt, können am Ende nur diejenigen beurteilen, die tatsächlich mit ihm auf dem Platz standen.

Aber eines steht für mich als Ronald Tramp fest:

Donald Trump ist für Golf das, was kreative Buchführung für einen Kassenbon ist.

Es kommt am Ende eine Zahl heraus.

Wie genau sie entstanden ist, sollte man vielleicht nicht während des Abendessens fragen.

Und deshalb habe ich einen Vorschlag für die nächste große Golfreform:

Jeder Spieler bekommt künftig neben Driver, Putter und Sand Wedge noch einen Trump Wedge.

Der Trump Wedge wird niemals geschlagen.

Man legt ihn nur demonstrativ neben den Ball und erklärt anschließend:

„That was a birdie.“

Und wenn jemand widerspricht?

Dann schaut man ihn sehr ernst an und sagt:

„Worst golfer. Terrible golfer. Everybody knows it.“

Ich bin Ronald Tramp.

Mein Handicap beträgt übrigens 1,7.

Auf der Playstation.

Bei ausgeschalteter Konsole.

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Tags: Donald Trump Handicap Golf Golfplatz Commander in Cheat
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