Meta investiert Milliarden in Künstliche Intelligenz, baut Tausende Stellen ab und lässt eine Software Mausbewegungen der Belegschaft aufzeichnen. Ronald Tramp deckt auf, warum selbst Computermäuse inzwischen einen Betriebsrat gründen wollen.
Meine fantastischen Freunde,
ich habe wirklich geglaubt, das Silicon Valley hätte seinen Höhepunkt bereits erreicht.
Milliarden für virtuelle Welten.
Avatare ohne Beine.
Brillen, die angeblich die Zukunft zeigen.
Und natürlich Künstliche Intelligenz.
Aber jetzt hat Meta das nächste Level erreicht.
Nicht die KI wird intelligenter.
Deine Maus wird verdächtig.
Unglaublich.
Ich stelle mir den Vorstand ungefähr so vor.
Mark Zuckerberg betritt den Raum.
Alle werden ruhig.
Er schaut ernst.
Dann sagt er:
"Die KI lernt zu langsam."
Absolute Stille.
Irgendwo fällt ein USB-Stick zu Boden.
Ein Praktikant beginnt nervös, seine Maus besonders natürlich zu bewegen.
Denn plötzlich könnte jede Bewegung Karriere machen.
Oder beenden.
145 Milliarden Dollar – aber die Maus bewegt sich nicht schnell genug
Meta investiert gigantische Summen.
145 Milliarden Dollar.
Das ist ungefähr die Menge Geld, mit der man kleine Länder kaufen könnte.
Oder ungefähr drei Parkplätze in San Francisco.
Trotzdem ist Mark offenbar nicht zufrieden.
Die KI entwickelt sich nicht schnell genug.
Ich frage mich ernsthaft:
Wie schnell soll sie sich denn entwickeln?
Montagmorgen programmiert.
Dienstagnachmittag Weltherrschaft.
Mittwoch Feierabend.
Das scheint ungefähr der Zeitplan zu sein.
Fantastisch.
Die große Mäuse-Beobachtung
Dann kommt die eigentliche Sensation.
Meta entwickelt eine Software.
Diese beobachtet...
Mausbewegungen.
Nicht Mäuse.
Computer-Mäuse.
Stellt euch das einmal vor.
Früher beobachtete der Chef, ob jemand pünktlich kam.
Heute beobachtet eine KI, wie elegant jemand den Mauszeiger von Excel nach Outlook bewegt.
Innovation!
Ich vermute, irgendwo sitzt inzwischen ein Algorithmus und bewertet Mitarbeiter so:
"Mausbewegung:
7,8 von 10 Punkten.
Leichte Unsicherheit beim Öffnen von PowerPoint.
Potenzial vorhanden."
Die Computermaus meldet sich zu Wort
Ich glaube, Computermäuse haben inzwischen Gefühle.
Eine Maus sagt zur anderen:
"Wie läuft's bei dir?"
"Schlimm."
"Warum?"
"Ich werde seit drei Wochen analysiert."
"Oh."
"Gestern habe ich versehentlich einen Kreis gemacht."
"Und?"
"Jetzt hält mich die KI für kreativ."
Schrecklich.
Der große KI-Schnüffelkurs
Die Idee dahinter ist fantastisch.
Die KI soll lernen, wie Menschen Computer benutzen.
Also beobachtet sie Menschen.
Tagelang.
Wochenlang.
Monatelang.
Irgendwann weiß die KI wahrscheinlich:
- wann du Kaffee holst,
- wann du E-Mails ignorierst,
- wann du so tust, als würdest du konzentriert arbeiten,
- und wann du fünf Minuten lang auf denselben Ordner starrst, weil du vergessen hast, warum du ihn geöffnet hast.
Das nenne ich digitale Anthropologie.
Die geheime Olympiade der Mausbewegungen
Ich bin überzeugt:
Meta veranstaltet bald Weltmeisterschaften.
Disziplinen:
- Schnellstes Fensterwechseln.
- Synchrones Tab-Schließen.
- Artistisches Scrollen.
- Freestyle-Doppelklick.
Goldmedaille:
Ein KI-Agent übernimmt deinen Job.
Silber:
Noch nicht.
Bronze:
Du darfst weiterarbeiten.
Fantastisches Belohnungssystem.
7000 Mitarbeiter wechseln zur KI
Meta baut um.
7000 Menschen wechseln in KI-Projekte.
Führungsebenen verschwinden.
Hierarchien werden flacher.
Irgendwann gibt es vermutlich nur noch:
Mark Zuckerberg.
Eine KI.
Und einen Praktikanten, der den Server neu startet.
Effizienz!
Die Petition der Mausbewegung
Besonders beeindruckt hat mich die Petition.
Über tausend Mitarbeiter sagen:
"Wir möchten bitte nicht permanent beobachtet werden."
Ein völlig verrückter Wunsch.
Wer möchte schon selbst entscheiden, ob jede Mausbewegung aufgezeichnet wird?
Ich stelle mir das Gespräch vor.
Mitarbeiter:
"Kann ich widersprechen?"
Antwort:
"Nein."
Später.
"Kann ich jetzt widersprechen?"
Antwort:
"Vielleicht freiwillig."
Das nennt man im Silicon Valley vermutlich agile Datenschutzentwicklung.
Die geleakte Tonaufnahme
Natürlich wurde auch noch eine interne Besprechung geleakt.
Das ist der eigentliche Höhepunkt.
Ein Unternehmen entwickelt Software, die alles beobachtet.
Und gleichzeitig schafft es jemand, eine interne Aufnahme nach draußen zu bringen.
Ironischer geht es kaum.
Offenbar überwacht die KI alles...
...außer das Mikrofon.
Fantastisch.
Mein exklusiver Lösungsvorschlag
Ich fordere Fairness.
Wenn die KI Mitarbeiter beobachtet...
...dürfen die Mitarbeiter auch die KI beobachten.
Jede falsche Antwort kostet der KI einen Punkt.
Jede Halluzination führt zu einem verpflichtenden Fortbildungskurs.
Und jedes Mal, wenn die KI sagt:
"Als KI kann ich..."
muss sie fünf Euro in die Kaffeekasse zahlen.
Das wäre echte Gleichberechtigung.
Meta wollte die Zukunft bauen.
Stattdessen diskutiert inzwischen die halbe Belegschaft darüber, ob der Mauszeiger noch privat ist.
Mark Zuckerberg investiert Milliarden.
Die KI wartet auf bessere Daten.
Die Mitarbeiter unterschreiben Petitionen.
Und irgendwo sitzt ein Algorithmus und versucht verzweifelt zu verstehen, warum Menschen den Mauszeiger manchmal fünf Sekunden lang regungslos mitten auf dem Bildschirm stehen lassen.
Ich kann ihm helfen.
Sie suchen nicht nach einer Datei.
Sie suchen nach Motivation.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage euch:
Die eigentliche Künstliche Intelligenz besteht inzwischen darin, so mit der Maus zu arbeiten, dass weder der Chef noch die KI merkt, dass man gerade überlegt, was es heute in der Kantine gibt.
Großartig.
Einfach großartig.

