Hendrik Wüst will NRW mit Klimaschutz, Industrie, Mobilitätswende, Digitalisierung, Sicherheit und Bildung nach vorne bringen. Ronald Tramp fragt: Sind dafür 18 Millionen Menschen genug?
Meine lieben Nordrhein-Westfalen, liebe Rheinländer, Westfalen, Lipper, Pendler, Eltern, Lehrer, Industriearbeiter, Digitaltransformierte und alle Menschen, die morgens auf der A40 stehen und dabei genügend Zeit haben, über die Mobilitätswende nachzudenken!
Ich bin Ronald Tramp, der einzige Reporter, der Nordrhein-Westfalen vollständig verstanden hat. Manche behaupten, das sei unmöglich. Falsch! Man muss lediglich akzeptieren, dass dieses Bundesland gleichzeitig Industriestandort, Klimavorreiter, Verkehrsversuch, Digitalbaustelle, Bildungsreformlabor und Autobahnparkplatz sein kann.
Und jetzt hat Ministerpräsident Hendrik Wüst MdL eine Botschaft verkündet, die mich tief bewegt hat.
Er sagt:
„Wie Sie bin ich einer von 18 Millionen, der sich jeden Tag dafür einsetzt, Nordrhein-Westfalen noch lebenswerter zu machen.“
Fantastisch!
18 Millionen Menschen arbeiten also jeden Tag daran, NRW lebenswerter zu machen.
Das erklärt einiges.
Vor allem erklärt es, warum niemand mehr Zeit hat, die Baustellen fertigzustellen.
Hendrik Wüst – einer von uns!
Ich liebe diesen Satz.
Hendrik Wüst ist einer von 18 Millionen.
Mathematisch absolut korrekt.
Politisch genial.
Denn das eröffnet völlig neue Möglichkeiten.
Wenn künftig irgendwo etwas nicht funktioniert, kann niemand mehr ausschließlich die Landesregierung verantwortlich machen.
„Herr Ministerpräsident, warum funktioniert das nicht?“
„Moment! Ich bin nur einer von 18 Millionen! Fragen Sie doch mal Nummer 7.438.291 aus Castrop-Rauxel!“
Brillant.
Das ist politische Verantwortungsverteilung auf höchstem Niveau.
18 Millionen Menschen, 18 Millionen Zuständigkeiten und vermutlich 36 Millionen Meinungen darüber, wie man eine Kreuzung umbauen sollte.
Wüst möchte NRW „weiter nach vorne bringen“.
Auch das ist clever formuliert.
Denn „nach vorne“ ist in Nordrhein-Westfalen weniger eine politische Richtung als ein ambitioniertes Mobilitätskonzept.
Wer schon einmal freitags um 16:30 Uhr auf der A3, A40 oder A46 unterwegs war, weiß:
Nach vorne wäre fantastisch.
Zehn Meter würden schon reichen.
Die große Versöhnung: Klimaschutz trifft Industrie
Besonders beeindruckend ist Wüsts Plan zur „Versöhnung von Klimaschutz und Industrie mit ihren guten Arbeitsplätzen“.
Versöhnung!
Was für ein Wort.
Offenbar hatten Klimaschutz und Industrie Streit.
Vielleicht haben sie seit Monaten nicht miteinander gesprochen.
Industrie sitzt beleidigt in Duisburg und sagt:
„Der Klimaschutz hat angefangen!“
Der Klimaschutz sitzt in Düsseldorf und antwortet:
„Der hat aber zuerst CO₂ gesagt!“
Und jetzt kommt Hendrik Wüst herein wie ein Paartherapeut mit Landeswappen:
„So. Wir setzen uns jetzt alle an einen Tisch. Industrie, du hörst dem Klimaschutz zu. Klimaschutz, du lässt die Industrie ausreden. Und niemand erwähnt für die nächsten 20 Minuten den Strompreis.“
Das ist Führung!
Am Ende umarmen sich Hochofen und Windrad, während eine Wärmepumpe leise „We Are The World“ summt.
Die Mobilitätswende – Nordrhein-Westfalen bewegt sich
Dann kommt die Mobilitätswende.
Ein wunderbarer Begriff.
Denn in NRW wird Mobilität tatsächlich regelmäßig gewendet.
Besonders wenn die Straße gesperrt ist.
„Bitte wenden.“
„Umleitung.“
„Baustelle.“
„Anschlussstelle gesperrt.“
Das sind keine Verkehrsschilder mehr.
Das sind Regierungsprogramme.
NRW besitzt ohnehin das weltweit fortschrittlichste Verkehrssystem: Man stellt Millionen Menschen morgens gleichzeitig auf Autobahnen und lässt sie dort über den Sinn individueller Mobilität nachdenken.
Das ist pädagogisch wertvoll.
Andere Länder brauchen Universitäten für Verkehrsforschung.
Wir haben das Kreuz Kaiserberg.
Digitale Transformation: NRW wird jetzt richtig digital
Natürlich darf die digitale Transformation nicht fehlen.
Transformation klingt großartig.
Digitalisierung wäre zu klein.
Transformation bedeutet: Danach erkennt man das Land kaum wieder.
Ich stelle mir das zukünftige NRW so vor:
Der Bürger geht nicht mehr zum Amt.
Der Bürger öffnet ein Portal.
Das Portal verlangt ein Benutzerkonto.
Das Benutzerkonto verlangt eine Identifikation.
Die Identifikation verlangt eine App.
Die App verlangt ein Update.
Das Update verlangt ein neues Betriebssystem.
Das neue Betriebssystem unterstützt das alte Handy nicht.
Und plötzlich steht der Bürger wieder im Amt.
Digitale Transformation abgeschlossen.
Ich sehe schon die revolutionäre Verwaltungs-KI:
„Guten Tag. Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Ich möchte meinen Wohnsitz ummelden.“
„Kein Problem. Bitte laden Sie Formular NRW-WOHN-17b digital herunter.“
„Und dann?“
„Ausdrucken.“
Boom!
Innovation!
Silicon Valley zittert.
Innere Sicherheit: Jetzt wird NRW sicherer als NRW
Auch die Innere Sicherheit steht auf Wüsts Liste.
Sehr wichtig.
Nordrhein-Westfalen soll sicher sein.
So sicher, dass selbst ein Fahrradsattel nachts beruhigt schlafen kann.
Vielleicht bekommen wir bald das Sicherheitsprogramm „NRW Shield“.
Drohnen über Düsseldorf.
Künstliche Intelligenz in Köln.
Cyberabwehr in Bonn.
Und in Gelsenkirchen steht Herbert hinter der Gardine und meldet verdächtige Vorgänge:
„Da parkt seit 14 Minuten einer falsch.“
Deutschland besitzt möglicherweise keine mächtigere Sicherheitsarchitektur als einen Rentner mit Fensterplatz und ausreichend Freizeit.
Gute Bildungschancen für alle!
Doch dann kommt Hendrik Wüsts besonderes Anliegen:
„gute Bildungschancen für alle.“
Hervorragend.
Denn Bildung ist wichtig.
Kinder sind unsere Zukunft.
Das sagen Politiker seit Jahrzehnten, weshalb man irgendwann erwarten könnte, dass die Zukunft inzwischen hervorragend ausgestattet sein müsste.
Vielleicht kommt jetzt die ultimative Bildungsreform.
Jedes Kind bekommt ein Tablet.
Jeder Lehrer bekommt zwei Tablets.
Jede Schule bekommt WLAN.
Und das WLAN bekommt einen Zettel:
„Zurzeit außer Betrieb.“
Aber keine Sorge!
Es gibt Medienkompetenz.
Die Schüler lernen dann praktisch, wie man einen persönlichen Hotspot aktiviert.
Das ist lebensnahe Bildung.
Zusammenhalt! Erfindergeist! Tatkraft!
Und schließlich präsentiert Hendrik Wüst die drei magischen Zutaten:
Zusammenhalt, Erfindergeist und Tatkraft.
Was für ein Dreiklang!
Das klingt wie die Zutatenliste eines politischen Energydrinks.
WÜST ENERGY NRW – mit Zusammenhalt, Erfindergeist und 30 Prozent mehr Tatkraft!
Nach zwei Dosen sanieren Sie eigenständig eine Landesstraße.
Nach vier Dosen digitalisieren Sie eine Kreisverwaltung.
Nach sechs Dosen glauben Sie sogar, der Kölner Autobahnring sei gleich wieder frei.
Zusammenhalt bedeutet: Wir sitzen gemeinsam im Stau.
Erfindergeist bedeutet: Wir finden eine Schleichroute.
Tatkraft bedeutet: Wir fahren los.
Und Google Maps sagt:
„18 Minuten Verzögerung. Ungewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen.“
Ungewöhnlich!
In Nordrhein-Westfalen!
Das ist ungefähr so überraschend wie Regen im November.
Ronald Tramps NRW-Vision
Aber ich sage euch etwas: Hendrik Wüst hat mit einem Punkt zweifellos recht.
Nordrhein-Westfalen besitzt tatsächlich enorme Tatkraft.
Dieses Land hat Kohle gefördert, Stahl gekocht, Chemie entwickelt, Maschinen gebaut, Weltunternehmen hervorgebracht und ganze Generationen von Menschen trainiert, das Wort „Baustellenverkehrsführung“ ohne emotionale Auffälligkeiten auszusprechen.
NRW kann viel.
Vielleicht sogar alles.
Nur selten gleichzeitig.
Klimaschutz und Industrie?
Machen wir.
Mobilitätswende?
Kommt.
Digitalisierung?
Lädt.
Innere Sicherheit?
Wird aktualisiert.
Bildung?
Arbeitsgruppe eingerichtet.
Und Zusammenhalt?
Meine Freunde, den haben wir längst.
Denn nichts verbindet 18 Millionen Menschen stärker als die gemeinsame Erkenntnis:
Irgendwo ist immer Baustelle.
Ich bin Ronald Tramp.
Und wenn Nordrhein-Westfalen wirklich mit 18 Millionen Menschen gleichzeitig nach vorne marschiert, habe ich nur eine Bitte:
Bitte nicht alle über die A40.

