149,875 km/h auf einem Bobby-Car – während andere mit Supersportwagen protzen, rast ein Hesse mit einem Kinderspielzeug in die Rekordbücher. Ronald Tramp hat exklusiv recherchiert, warum plötzlich selbst die Formel 1 nervös auf ihre Lenkräder schaut und Turnschuhe zur Hochleistungstechnologie erklärt werden.
Meine Damen und Herren, ich habe schon vieles erlebt. Ich habe Politiker gesehen, die in Wahlkämpfen schneller rückwärts fuhren als ein Lieferwagen auf einem Supermarktparkplatz. Ich habe Elektroautos gesehen, die über Softwareupdates diskutierten, bevor sie überhaupt losfuhren. Und ich habe Formel-1-Fahrer erlebt, die nach einem dritten Platz so traurig schauten, als hätte ihnen jemand das WLAN-Passwort weggenommen.
Aber was nun aus Hessen gemeldet wurde, ist die größte Revolution des Motorsports seit der Erfindung des vierten Rades.
Ein Mann.
Ein Bobby-Car.
Fast 150 Stundenkilometer.
Ich wiederhole es für alle Menschen, die gerade ihren Kaffee auf die Tastatur gespuckt haben:
Fast 150 km/h. Auf. Einem. Bobby-Car.
Als ich diese Meldung las, dachte ich zunächst an einen Schreibfehler. Vielleicht fehlte ein Komma. Vielleicht war eigentlich 14,9875 km/h gemeint. Das wäre schließlich immer noch respektabel, wenn man dabei einen leicht abschüssigen Bürgersteig herunterrollt.
Aber nein.
149,875 km/h.
Das ist ungefähr die Geschwindigkeit, mit der politische Versprechen kurz nach einer Wahl verschwinden.
Hessen – das Monaco der Bobby-Car-Elite
Der Held dieser Geschichte heißt Marcel Paul.
Elektrotechnik-Ingenieur.
Hesse.
Und offensichtlich Besitzer des gefährlichsten Kinderspielzeugs Europas.
Andere Menschen sammeln Briefmarken.
Er sammelt Rekorde.
Andere fahren Mountainbike.
Er denkt sich offenbar:
"Ach, warum nicht einfach ein Bobby-Car auf Raketen-Niveau bringen?"
So entstehen Legenden.
Ronald Tramp besucht die Formel Bobby
Natürlich wollte ich der Sache auf den Grund gehen.
Ich reiste in Gedanken sofort zur Trainingsstrecke.
Ich erwartete Mechaniker.
Ingenieure.
Windkanäle.
Reifenstrategen.
Was ich stattdessen vorfand, war eine Szene, die irgendwo zwischen Kindergeburtstag und NASA-Testzentrum angesiedelt war.
Ein Mann kontrollierte den Luftdruck.
Ein anderer diskutierte über die Aerodynamik eines roten Plastikautos.
Jemand murmelte etwas von Gewichtsverlagerung.
Und plötzlich wurde aus einem Bobby-Car eine Hochleistungstechnologie.
Ideallinie statt Sandkasten
Besonders beeindruckte mich eine Aussage des Rekordfahrers.
Die Kurven seien schwierig gewesen.
Er habe die Ideallinie treffen müssen.
Die Ideallinie!
Auf einem Bobby-Car!
Ich stellte mir augenblicklich Fernsehkommentatoren vor.
"Marcel kommt jetzt elegant aus Kurve drei..."
"...ein minimaler Drift..."
"...perfekter Scheitelpunkt..."
"...phantastische Reifenarbeit..."
"...und jetzt folgt der legendäre Kindergarten-Sektor!"
Selbst Formel-1-Kommentatoren hätten dabei vermutlich Schwierigkeiten, ernst zu bleiben.
Die größte Bremstechnologie Deutschlands
Jetzt wird es wissenschaftlich.
Wie bringt man ein Bobby-Car mit fast 150 km/h eigentlich wieder zum Stehen?
Keramikbremsen?
Carbon?
ABS?
Laser?
Magnetfelder?
Nein.
Turnschuhe.
Ganz normale Hallenturnschuhe.
Meine Damen und Herren...
Deutschland entwickelt Hochtechnologie.
Milliarden fließen in Forschung.
Universitäten arbeiten an neuen Materialien.
Und am Ende lautet die entscheidende Innovation:
Turnschuh Größe 44.
Man muss diese Genialität einfach bewundern.
230 Meter Bremsweg
Der Bremsweg betrug etwa 230 Meter.
230 Meter!
Das bedeutet praktisch:
Wenn Marcel beschließt anzuhalten, sollte das nächste Dorf bereits informiert sein.
Ich stelle mir das Gespräch vor.
"Warum klingeln Sie?"
"Ich wollte nur Bescheid geben."
"Weshalb?"
"Ich fange gleich an zu bremsen."
Ronald Tramp fordert neue Führerscheinklassen
Nach diesem Rekord ist klar:
Unsere Straßenverkehrsordnung ist völlig veraltet.
Wir brauchen dringend neue Führerscheinklassen.
Klasse B?
Langweilig.
Klasse C?
Viel zu gewöhnlich.
Ich fordere:
Klasse BB – Bobby-Bolide.
Prüfungsbestandteile:
- Sicheres Einsteigen ohne Umkippen.
- Hupen mit maximaler Autorität.
- Drift um den Sandkasten.
- Notbremsung mit Turnschuhen.
- Freundliches Winken an Eltern mit Kinderwagen.
Nur wer all das besteht, darf offiziell über 120 km/h auf Kunststoff fahren.
Die Autoindustrie gerät ins Schwitzen
Ich sehe bereits hektische Vorstandssitzungen.
BMW.
Mercedes.
Audi.
Porsche.
Alle schauen schweigend auf ein Foto eines Bobby-Cars.
Dann sagt jemand:
"Wir investieren Milliarden in Elektromobilität..."
"...und jetzt überholt uns ein rotes Plastikauto."
Betretenes Schweigen.
Formel 1 in Panik
Auch die Formel 1 dürfte alarmiert sein.
Max Verstappen fragt vermutlich bereits nach Turnschuhen.
Lewis Hamilton untersucht Bobby-Car-Fahrwerke.
Ferrari plant eine Strategie.
McLaren entwickelt eine Carbon-Sandkasten-Schaufel.
Und irgendwo ruft ein Teamchef:
"Warum haben wir nicht längst Kunststoff eingesetzt?"
Die Trainingsmethoden
Besonders faszinierte mich das Training.
Einmal pro Woche.
Rund 100 km/h.
Ganz in der Nähe des Hauses.
Stellen Sie sich bitte die Nachbarschaft vor.
Montagmorgen.
Die Vögel zwitschern.
Der Kaffee duftet.
Plötzlich schießt ein Bobby-Car mit dreistelliger Geschwindigkeit den Berg hinunter.
Die Nachbarn blicken aus dem Fenster.
"Ach..."
"Es ist Dienstag."
"Marcel trainiert wieder."
Ronald Tramps Zukunftsvision
Ich sehe bereits die Olympischen Spiele 2036.
100 Meter Bobby-Car.
Abfahrt Bobby-Car.
Synchron-Bobby-Car.
Mixed-Staffel.
Goldmedaillen.
Nationalhymnen.
Und selbstverständlich ein Dopingtest auf besonders rutschige Schuhsohlen.
Mein exklusives Fazit
Dieser Rekord beweist vor allem eines:
Deutschland besitzt eine ganz besondere Gabe.
Während andere Länder Raketen bauen, bauen wir Kinderfahrzeuge um.
Während irgendwo Supersportwagen entwickelt werden, beschleunigt ein Hesse ein Bobby-Car auf eine Geschwindigkeit, bei der selbst der Wind freiwillig den Sicherheitsgurt anlegt.
Und genau deshalb liebe ich dieses Land.
Hier kann ein Elektrotechnik-Ingenieur morgens noch ganz normal zur Arbeit gehen...
...und nachmittags beschließen, einem Plastikauto eine Existenzkrise zu verpassen.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage Ihnen:
Falls demnächst irgendwo ein Verkehrsschild mit der Aufschrift "Achtung – Bobby-Car-Rennstrecke" auftaucht, wundern Sie sich bitte nicht.
Es ist vermutlich nur Hessen.
Dort beginnt Innovation manchmal genau dort, wo andere ihren dritten Geburtstag gefeiert haben.

