RT
Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Der Eurovision Song Contest erreicht jetzt offiziell den Nordpol!

Grafik: Eurovision kennt keine Landkarten

Kanada macht künftig beim Eurovision Song Contest mit. Ronald Tramp deckt auf, warum der Wettbewerb inzwischen geografisch ungefähr so präzise ist wie ein Wetterbericht für das Universum.

Open-How2 - Banner 003Partnerlink

Meine Damen und Herren...

Ich habe Neuigkeiten.

Große Neuigkeiten.

Historische Neuigkeiten.

Der Eurovision Song Contest...

...wird jetzt noch europäischer.

Denn...

Kanada macht mit.

Kanada!

Das Land der Ahornsirup-Flüsse.

Der Eishockeyspieler.

Der Elche.

Der Menschen, die sich sogar entschuldigen, wenn man ihnen auf den Fuß tritt.

Und genau dieses Kanada nimmt jetzt am Eurovision Song Contest teil.

Meine Damen und Herren...

Ich musste zuerst auf den Globus schauen.

Dann auf einen Atlas.

Dann noch einmal auf den Globus.

Europa...

Kanada...

Irgendetwas passte da geografisch nicht ganz zusammen.

Aber wer braucht schon Landkarten?

Der ESC jedenfalls offenbar nicht.

Früher dachte ich, der Name sei Programm.

Eurovision.

Heute scheint das "Euro" ungefähr dieselbe Bedeutung zu haben wie "Mini" bei einem amerikanischen Pick-up.

Sehr flexibel.

Natürlich erklärt die Europäische Rundfunkunion alles ganz sachlich.

Kanada darf teilnehmen, weil der öffentlich-rechtliche Sender Mitglied der EBU geworden ist.

Aha.

Mitgliedschaft.

Das erklärt natürlich alles.

Dann fordere ich sofort weitere Erweiterungen.

Warum aufhören?

Wenn Kanada dabei ist...

...warum nicht auch die Antarktis?

Die Pinguine warten vermutlich seit Jahren auf ihre große Ballade.

Ich sehe den Moderator schon vor mir.

"Guten Abend Europa!"

"...und Kanada."

"...und Australien."

"...und Israel."

"...und vielleicht bald Grönland."

"...und wer sich sonst noch anmeldet."

Das Intro dauert bald länger als der Wettbewerb selbst.

Natürlich gibt es schon Australien.

Daran haben wir uns gewöhnt.

Ein bisschen zumindest.

Damals hieß es:

"Einmalige Ausnahme."

Heute wirkt diese Ausnahme ungefähr so dauerhaft wie die Berliner Baustellen.

Jetzt kommt Kanada dazu.

Ich liebe diese Entwicklung.

In zehn Jahren findet der Eurovision Song Contest wahrscheinlich zwischen Island und Neuseeland statt.

Austragungsort:

Der Mond.

Neutral.

Leicht erreichbar.

Vor allem für Fluggesellschaften mit sehr viel Fantasie.

Ich stelle mir die erste kanadische ESC-Pressekonferenz vor.

Reporter:

"Warum machen Sie mit?"

Kanadischer Delegationsleiter:

"Warum eigentlich nicht?"

Großer Applaus.

Die überzeugendste Begründung des Jahres.

Besonders freue ich mich auf das Voting.

Früher hieß es:

"Douze points..."

Heute vielleicht:

"Twelve points, eh?"

Mit höflichem kanadischem Akzent.

Und selbstverständlich entschuldigt sich der Moderator vorher.

"Sorry, wir vergeben jetzt zwölf Punkte."

Fantastisch.

Ich fordere außerdem neue Kategorien.

Beste Ballade.

Bester Glitzeroverall.

Größte Windmaschine.

Und neu:

Längste Anreise.

Kanada gewinnt vermutlich direkt.

Es sei denn, Neuseeland steigt ebenfalls ein.

Natürlich wird der Wettbewerb immer internationaler.

Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes.

Musik verbindet schließlich Menschen weit über Ländergrenzen hinaus.

Aber irgendwann stellt sich doch eine kleine Frage.

Wann heißt der Eurovision Song Contest eigentlich nicht mehr Eurovision Song Contest?

Vielleicht irgendwann:

Intergalactic Music Experience.

Klingt moderner.

Dann dürfen auch Marsbewohner abstimmen.

Ich würde einschalten.

Die Eröffnungszeremonie stelle ich mir großartig vor.

Europa marschiert ein.

Australien winkt.

Kanada verteilt Ahornsirup.

Irgendwo spielt ein Dudelsack.

Ein norwegischer Troll macht Selfies.

Und der Moderator versucht verzweifelt zu erklären, warum das alles vollkommen logisch ist.

Natürlich diskutieren Fans sofort.

"Das ist Tradition!"

"Nein, das ist Fortschritt!"

"Nein, das ist Marketing!"

Alle haben recht.

Oder keiner.

Beim ESC weiß man das nie so genau.

Ich sehe bereits die nächste Landkarte.

Europa endet künftig nicht mehr am Atlantik.

Sondern ungefähr dort, wo gerade ein Sender Mitglied der EBU wird.

Sehr praktische Geografie.

Schulbücher müssen angepasst werden.

Lehrer erklären künftig:

"Europa ist kein Kontinent mehr."

"Was dann?"

"Eine Playlist."

Das gefällt mir.

Auch musikalisch eröffnet Kanada natürlich völlig neue Möglichkeiten.

Country.

Rock.

Pop.

Französische Chansons aus Québec.

Und vermutlich mindestens ein Lied über Schnee.

Sehr viel Schnee.

Dazu Ahornblätter, Polarlichter und Menschen in karierten Hemden.

Das Publikum wird begeistert sein.

Ich bin allerdings gespannt, wie lange es dauert, bis weitere Länder Interesse anmelden.

Vielleicht Japan.

Vielleicht Brasilien.

Vielleicht die Malediven.

Spätestens dann brauchen wir keinen Eurovision Song Contest mehr.

Sondern eine musikalische Weltumrundung mit Glitzer.

Und ganz ehrlich...

...ich würde sie wahrscheinlich trotzdem anschauen.

Denn genau das ist die Magie dieses Wettbewerbs.

Man weiß nie, wer gewinnt.

Man weiß nie, welches Lied morgen ein Ohrwurm wird.

Und inzwischen weiß man offenbar auch nicht mehr so genau...

...welcher Kontinent eigentlich mitmacht.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich sage Ihnen:

Wenn Kanada beim Eurovision Song Contest mitsingt...

...dann ist der nächste logische Schritt ganz klar.

Der Mond bekommt zwölf Punkte.

Und die Milchstraße gewinnt den Publikumspreis.

EoT - Banner 003Partnerlink
Tags: Musik Europa Australien Kanada ESC Eurovision EBU
a
Das könnte dich auch interessieren
Nordkorea gewinnt ESC – Europa sucht die Regeln
Frankreich regiert jetzt durch die blaue Brille!
Ronald Tramp: 91 Minuten Langeweile – eine Minute Legende
Der große Orden-Krieg: Retoure statt Diplomatie
‹ Vorheriger
Kanzleramt jubelt über Niederlage – Praktikant gewinnt Weltm…
Nächster ›
Die fliegende Präsidenten-Suite – Luxus über den Wolken!…
Verpasse keine Enthüllung!
Abonniere meinen Newsletter und erhalte die Wahrheit regelmäßig – direkt und ungefiltert.