Donald Trump verliert endgültig vor Gericht und muss E. Jean Carroll Millionen zahlen. Ronald Tramp analysiert den spektakulären Geldabflug und erklärt, warum manche Rechnungen selbst mit goldenen Kreditkarten nicht verschwinden.
Meine fantastischen Damen und Herren, Freunde gepflegter Ausreden und Liebhaber juristischer Achterbahnfahrten – heute beschäftigen wir uns mit einer Geschichte, die Donald Trump vermutlich lieber in den Aktenvernichter geschoben hätte als in die Schlagzeilen.
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte nämlich eine bemerkenswert einfache Botschaft.
Nein.
Nur dieses eine Wort.
Kein Feuerwerk.
Keine dramatische Gerichtsserie.
Keine neue Verhandlung.
Kein "Vielleicht später".
Ein höfliches, aber sehr endgültiges:
"Nö."
Und plötzlich wurde aus Donald Trumps jahrelangem Rechtsstreit ein äußerst kostspieliger Kontoauszug.
Mehr als fünf Millionen Dollar Schadenersatz für die frühere Journalistin E. Jean Carroll.
Dazu kommen noch Zinsen.
Man könnte sagen:
Sogar das Geld arbeitet inzwischen gegen Donald Trump.
Großartig.
Wirklich großartig.
Ich, Ronald Tramp, habe selbstverständlich sofort versucht, die Lage objektiv zu analysieren.
Objektiv bedeutet bei mir übrigens, dass ich mich zunächst fragte:
Wie erklärt Donald Trump seinen Anhängern, dass er zwar ständig behauptet, der erfolgreichste Geschäftsmann aller Zeiten zu sein, aber ausgerechnet Gerichte regelmäßig seine Gewinnmargen ruinieren?
Die Antwort kam fast automatisch.
"Witch Hunt."
Natürlich.
Immer.
Wenn irgendwo etwas schiefläuft, gibt es drei Standardantworten:
Die Medien.
Die Demokraten.
Oder Hexen.
Manchmal sogar alle drei gleichzeitig.
Das ist ungefähr so, als würde ein Fußballtrainer nach einer 0:6-Niederlage erklären:
"Der Ball war linksgrün."
Doch diesmal half selbst das nicht.
Die Gerichte hatten bereits entschieden.
Die Geschworenen hatten entschieden.
Der Supreme Court wollte den Fall nicht einmal mehr anfassen.
Das juristische Kapitel war beendet.
Nur die Überweisung fehlte noch.
Und genau die ordnete Richter Lewis Kaplan nun an.
Ich stelle mir die Szene im Gericht ungefähr so vor.
Richter:
"Herr Trump, jetzt wird bezahlt."
Trump:
"Kann ich stattdessen ein Hotel benennen?"
Richter:
"Nein."
"Vielleicht einen Golfplatz?"
"Auch nein."
"Einen NFT?"
"Bitte verlassen Sie den Fantasiebereich."
Was diese Geschichte so außergewöhnlich macht, ist ihre unglaubliche Konsequenz.
Donald Trump ist bekannt dafür, Niederlagen grundsätzlich in Siege umzubenennen.
Verliert er eine Wahl?
Eigentlich gewonnen.
Verliert er einen Prozess?
Eigentlich Opfer.
Verliert er einen Streit?
Eigentlich historischer Erfolg.
Sollte ihm jemals der Kaffee herunterfallen, würde vermutlich eine Pressemitteilung erscheinen:
"Niemand verschüttet Kaffee erfolgreicher als Donald Trump."
Doch irgendwann stößt selbst die kreativste Eigenwerbung auf ein ernstes Problem.
Banküberweisungen diskutieren nicht.
Sie gehen einfach raus.
Natürlich war der eigentliche Ausgangspunkt des Falls äußerst ernst.
Die Geschworenen kamen zu dem Ergebnis, dass Donald Trump zivilrechtlich für sexuellen Missbrauch und spätere Verleumdung haftet.
Für den Übergriff wurden zwei Millionen Dollar zugesprochen.
Für die anschließende Verleumdung weitere drei Millionen.
Man könnte fast meinen, die Beleidigungen wurden für Trump am Ende fast genauso teuer wie der eigentliche Prozess.
Das ist eine bemerkenswerte Lektion.
Vor allem für Menschen, die glauben, man könne jedes Problem einfach mit einem besonders lauten Mikrofon lösen.
Donald Trump hatte E. Jean Carroll öffentlich als Verrückte bezeichnet und ihre Vorwürfe als Lüge dargestellt.
Doch genau diese Aussagen führten mit dazu, dass die Schadenssumme deutlich anwuchs.
Mit anderen Worten:
Manchmal ist Schweigen tatsächlich Gold.
Besonders wenn Reden Millionen kostet.
Ich fragte deshalb einen vollkommen erfundenen Finanzberater.
Er erklärte:
"Wenn jede Pressekonferenz deine Rechnung erhöht, solltest du vielleicht weniger Pressekonferenzen geben."
Klingt revolutionär.
Ich fragte anschließend einen ebenso erfundenen Immobilienmakler.
Der meinte:
"Fünf Millionen Dollar sind ungefähr die Summe, die Donald Trump normalerweise für vergoldete Wasserhähne ausgibt."
Auch interessant.
In der Zwischenzeit dürfte irgendwo im Trump-Hauptquartier hektisch gerechnet worden sein.
"Wie viele Baseballkappen müssen wir verkaufen?"
"Wie viele Kaffeetassen?"
"Wie viele NFTs mit Superhelden-Umhang?"
"Wie viele Sondereditionen der Wahrheit?"
Die Antwort lautete vermutlich:
"Alle."
Denn Donald Trump besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit.
Er schafft es, selbst juristische Niederlagen wie Marketingkampagnen aussehen zu lassen.
Vielleicht erscheint demnächst tatsächlich eine neue Kollektion:
'Million Dollar Appeal – Limited Edition.'
Nur solange der Vorrat reicht.
Und nur solange keine weiteren Gerichte etwas dagegen haben.
Währenddessen dürfte Ronald Tramp gemütlich Popcorn essen und beobachten, wie sich die öffentliche Debatte entwickelt.
Die einen sehen in dem Urteil einen wichtigen Schritt rechtsstaatlicher Verantwortung.
Die anderen sprechen weiterhin von politischer Verfolgung.
Und Donald Trump?
Der wird wahrscheinlich behaupten, fünf Millionen Dollar seien ohnehin Kleingeld.
Was natürlich leicht gesagt ist.
Schließlich bezahlt Kleingeld sich deutlich angenehmer, solange es jemand anderes überweist.
Am meisten beeindruckt mich allerdings die Ausdauer.
Dieser Rechtsstreit zog sich über Jahre.
Mehr Instanzen als manche Fernsehserie Staffeln besitzt.
Doch am Ende blieb lediglich ein ziemlich einfacher Satz übrig.
"Die Entscheidung ist rechtskräftig."
Kurz.
Nüchtern.
Unbestechlich.
Und genau deshalb vermutlich einer der Sätze, die Donald Trump am wenigsten gefallen.
Ich stelle mir bereits die zukünftige Trump-Biografie vor.
Kapitel eins:
"Ich war der Größte."
Kapitel zwei:
"Alle waren unfair."
Kapitel drei:
"Die Richter verstanden mich nicht."
Kapitel vier:
"Bitte schicken Sie die Rechnung an meine Anwälte."
Was lernen wir also aus dieser Geschichte?
Vielleicht Folgendes:
Man kann Schlagzeilen dominieren.
Man kann Wahlkämpfe gewinnen.
Man kann Wolkenkratzer bauen.
Man kann goldene Rolltreppen besitzen.
Man kann sich selbst täglich für ein Genie erklären.
Aber irgendwann sitzt irgendwo ein Richter, schaut in die Akten und entscheidet völlig emotionslos:
"Das kostet jetzt fünf Millionen Dollar."
Und plötzlich ist selbst der lauteste Wahlkampfslogan nicht mehr so wirkungsvoll wie eine ganz gewöhnliche Banküberweisung.
Ich verabschiede mich deshalb mit einem Ratschlag, den Donald Trump vermutlich niemals unterschreiben würde:
Nicht jede Niederlage lässt sich einfach in Großbuchstaben zu einem Sieg umformulieren.
Manche kommen mit Zinsen.

