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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Kennedy schlägt Trump – Der große Fassadenkrieg von Washington

Grafik: Der große Namenskrieg ums Kennedy Center

Ein Richter verordnet die Entfernung von Trumps Namen vom Kennedy Center. Ronald Tramp berichtet über den wohl größten Kampf der amerikanischen Kulturgeschichte: Buchstaben gegen Ego.

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Von Ronald Tramp, dem größten Kulturkritiker seit Leonardo da Vinci versehentlich einen Farbtopf umgestoßen hat

Freunde, Patrioten, Kunstliebhaber und Menschen, die schon einmal ein Straßenschild mit ihrem eigenen Namen überklebt haben: Ich muss heute über eine Tragödie sprechen. Eine gewaltige Tragödie. Eine Tragödie so groß, dass selbst die Geigen im Kennedy Center angeblich kurz verstummten.

Donald Trump hat verloren.

Nicht bei einer Wahl. Nicht bei Golf. Nicht bei einem Schönheitswettbewerb für vergoldete Fassaden.

Nein.

Er hat gegen ein Gebäude verloren.

Genauer gesagt gegen den Namen eines Gebäudes.

Und was für ein Gebäude! Das berühmte Kennedy Center in Washington. Ein Ort für Opern, Theater, Konzerte und Menschen, die freiwillig dreieinhalb Stunden lang modernen Tanz anschauen, ohne dabei die Polizei zu rufen.

Vor einigen Monaten hatte Trump eine Idee. Und wie wir alle wissen, sind Trumps Ideen ungefähr so zurückhaltend wie ein Laubbläser in einer Bibliothek.

Das Kennedy Center trug seit Jahrzehnten den Namen von Präsident John F. Kennedy.

Doch offenbar dachte sich jemand im neuen Direktorium:

„Warum nur einen Präsidentennamen auf das Gebäude schreiben, wenn man auch zwei draufkleben kann?“

Und so entstand ein architektonisches Meisterwerk der Bescheidenheit:

„Das Donald J. Trump und das John F. Kennedy Gedenkzentrum für die darstellenden Künste.“

Ein Name so lang, dass Besucher angeblich bereits beim Vorlesen die erste Pause einlegen mussten.

Einige Historiker berichteten sogar, dass Touristen dachten, es handele sich um den vollständigen Stammbaum einer königlichen Familie.

Doch dann kam Richter Christopher Cooper.

Der Mann betrat die Bühne wie der Hauptdarsteller in einem Justiz-Musical.

Mit ernster Miene erklärte er:

„Moment mal. So funktioniert das nicht.“

Denn die Umbenennung eines nationalen Kulturzentrums könne nicht einfach durch ein Direktorium erfolgen.

Dafür sei der Kongress zuständig.

Eine schockierende Nachricht für alle Menschen, die bislang glaubten, man könne einfach seinen Namen auf alles schreiben.

Experten befürchten nun schwere Folgen.

In den kommenden Wochen könnten Tausende selbstbeschriftete Garagentore, Grillhütten und Gartenzwerge rechtlich überprüft werden.

Trump reagierte erwartungsgemäß gelassen.

Also ungefähr so gelassen wie ein Vulkan während einer Steuerprüfung.

Er erklärte umgehend, dass Richter Cooper und die radikale Linke lieber zusähen, wie das Kennedy Center sterbe, als mitzuerleben, wie er es in etwas Großartiges verwandle.

Das ist ein bemerkenswertes Argument.

Denn wenn ein Gebäude weniger Eintrittskarten verkauft, ist die offensichtlichste Lösung natürlich nicht ein neues Programm oder bessere Werbung.

Nein.

Die Lösung ist ein noch größerer Schriftzug.

Möglicherweise mit LED-Beleuchtung.

Oder einem 40 Meter hohen goldenen Daumen nach oben.

Gleichzeitig kündigte Trump an, vom Vorsitz des von ihm selbst eingesetzten Direktoriums zurückzutreten.

Ein Schritt, der ungefähr dieselbe Energie ausstrahlt wie:

„Wenn ich hier nicht alle Regeln bestimmen darf, nehme ich meinen Ball und gehe nach Hause.“

In einer Erklärung schrieb er, die weitere Arbeit am Kennedy Center wäre nur eine hoffnungslose Reise ins Nimmerland.

Nimmerland!

Ein faszinierender Vergleich.

Denn viele Kritiker hatten zuvor vermutet, das Kulturzentrum könnte unter seiner Führung irgendwann in eine Mischung aus Freizeitpark, Luxusresort und patriotischer Dinner-Show verwandelt werden.

Mögliche Programmpunkte:

  • Schwanensee mit Kampfjets
  • Hamlet auf einem Golfplatz
  • Das Phantom der Oper präsentiert von Trump Steaks
  • Die Zauberflöte – jetzt mit zwölf zusätzlichen Nationalhymnen

Doch dazu wird es vorerst nicht kommen.

Das Gericht stoppte sogar Trumps Plan, das Kennedy Center für zwei Jahre zu schließen.

Offiziell wegen Renovierungsarbeiten.

Inoffiziell fragten sich manche Beobachter bereits, ob nach der Wiedereröffnung möglicherweise ein Hotel, ein Casino oder ein Trump-Megastore mit patriotischen Souvenirs entstehen könnte.

Die Fantasie der Öffentlichkeit kannte keine Grenzen.

Und offenbar auch nicht die Sorgen der Künstler.

Denn zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sagten ihre Auftritte ab.

Der Kartenverkauf fiel laut Berichten auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie.

Ein Zustand, der in Kulturkreisen ungefähr denselben Alarm auslöst wie ein leerer Kühlschrank bei einem Sternekoch.

Währenddessen beobachten politische Analysten das Spektakel mit großer Begeisterung.

Denn selten wurde ein derart monumentaler Kampf um Buchstaben geführt.

Nicht um Politik.

Nicht um Gesetze.

Nicht um Wirtschaft.

Sondern um einen Namen an einer Hauswand.

Es ist gewissermaßen die amerikanische Version eines Nachbarschaftsstreits über Gartenzäune.

Nur mit Anwälten, Bundesrichtern und internationaler Aufmerksamkeit.

Am Ende bleibt das Kennedy Center also das Kennedy Center.

John F. Kennedy behält seinen Platz auf der Fassade.

Donald Trump verliert seinen.

Und irgendwo in Washington müssen nun vermutlich Handwerker mit Leitern anrücken, um die zusätzlichen Buchstaben wieder abzuschrauben.

Eine Aufgabe, die Historiker bereits als die bedeutendste Rückbaumaßnahme seit dem Abbau überdimensionierter Wahlplakate bezeichnen.

Ich persönlich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Vielleicht eröffnet Trump demnächst einfach sein eigenes Kulturzentrum.

Das „Trump Center for Tremendous Arts“.

Mit goldenen Vorhängen.

Goldenen Sitzen.

Goldenen Eintrittskarten.

Und vermutlich sogar goldenen Feuerlöschern.

Denn eines hat diese Geschichte bewiesen:

Man kann Donald Trump vieles wegnehmen.

Aber niemals die Überzeugung, dass sein Name noch irgendwo draufpassen könnte.

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Tags: Donald Trump Washington Größenwahn Kennedy-Center Richterurteil Kulturzentrum
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