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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Ronald Tramp auf der Trump-Autobahn: Die Ausfahrt zum Größenwahn ist eröffnet

Grafik: Ronald Tramp sucht Trumps Mega-Highway

Früher wurden Straßen nach historischen Persönlichkeiten benannt. Heute genügt offenbar ein Social-Media-Post. Donald Trump verkündet, dass ein Mega-Highway in Marokko künftig seinen Namen trägt. Ich machte mich sofort auf den Weg – natürlich auf der längsten Einbahnstraße des Egos.

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Liebe Leser,

es gibt Politiker, die hinterlassen Denkmäler.

Es gibt Politiker, die schreiben Geschichte.

Und dann gibt es Donald Trump.

Der Mann wartet nicht darauf, dass andere Bauwerke nach ihm benennen.

Er verkündet es einfach selbst.

Das spart Zeit.

Und vermutlich auch jede Menge Abstimmung.

Neuestes Meisterwerk:

Ein gigantischer Highway in Marokko soll künftig seinen Namen tragen.

Zumindest erklärte Trump das höchstpersönlich in den sozialen Medien.

Wenn Donald Trump etwas in sozialen Medien verkündet, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten.

Erstens:

Es stimmt.

Zweitens:

Es stimmt irgendwann vielleicht.

Drittens:

Die Wirklichkeit erfährt erst später, dass sie sich gefälligst an die Mitteilung anzupassen hat.

Ich entschied mich daher für eine investigative Reise.

Schließlich muss Journalismus dorthin gehen, wo andere nur Hashtags sehen.

Schon bei der Ankunft fragte ich den ersten Taxifahrer:

"Wo beginnt eigentlich der Donald-Trump-Highway?"

Er schaute mich an, als hätte ich gerade nach einer direkten Zugverbindung zum Mond gefragt.

"Welche Straße?"

Ein vielversprechender Start.

Ich fragte weiter.

Tankstellen.

Hotels.

Kioskbesitzer.

Ein Kamel.

Niemand schien den berühmten Highway zu kennen.

Nur ein Straßenarbeiter grinste und sagte:

"Wenn er existiert, wird er bestimmt bald vergoldet."

Das erschien mir erstaunlich plausibel.

Denn wenn eine Straße wirklich den Namen Donald Trump trägt, darf sie unmöglich gewöhnlicher Asphalt sein.

Ich erwarte mindestens goldfarbenen Mittelstreifen.

Leitplanken mit Spiegelglanz.

Laternen, die sich selbst bewundern.

Und natürlich Mautstationen, an denen jeder Fahrer zunächst bestätigen muss, dass dies die "schönste Straße aller Zeiten" sei.

Ansonsten öffnet sich die Schranke vermutlich nicht.

Während ich weiter recherchierte, fiel mir auf:

Trump besitzt ein bemerkenswertes Talent.

Andere Menschen freuen sich, wenn nach Jahrzehnten eine Schule oder eine Brücke ihren Namen erhält.

Trump scheint diesen Schritt elegant zu überspringen.

Warum warten, bis Historiker entscheiden?

Ein Social-Media-Beitrag geht deutlich schneller.

Ich sehe bereits zukünftige Schlagzeilen.

"Der Atlantik bestätigt neue Bezeichnung als Trump-Ozean."

"Die Schwerkraft bedankt sich für jahrzehntelange Unterstützung."

"Der Mount Everest prüft Umbenennung in Mount Tremendous."

Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt.

Vielleicht folgt bald die erste internationale Wetterlage mit eigenem Markenschutz.

"Hurrikan Donald – jetzt mit exklusivem Logo."

Je länger ich über den Highway nachdachte, desto größer wurde meine Bewunderung für die kreative Logistik.

Stellen Sie sich die Navigation vor.

"Nach 300 Metern rechts auf den Donald-Trump-Super-Ultra-Mega-Highway abbiegen."

"Sie haben Ihr Ziel erreicht."

"Sie befinden sich nun offiziell auf der großartigsten Straße der Welt."

Selbst das Navi dürfte irgendwann um eine Gehaltserhöhung bitten.

Ich traf schließlich einen Touristen, der behauptete, die Straße bereits gefahren zu sein.

"Und wie war sie?"

"Sehr lang."

"Sonst noch etwas?"

"Sie führte von A nach B."

Eine erschütternd nüchterne Beschreibung.

Offenbar hatte der Highway vergessen, sich selbst ausreichend zu loben.

Vielleicht muss dort noch nachgerüstet werden.

Alle zehn Kilometer ein Schild:

"Herzlichen Glückwunsch. Sie fahren immer noch auf der besten Straße der Geschichte."

Ich muss zugeben:

Die Idee besitzt Charme.

Wenn wir schon dabei sind, könnten wir das weltweit ausweiten.

Der Berliner Ring wird zum "Greatest Ring Ever".

Die Autobahn A3 heißt künftig "Executive Lane".

Der Kölner Dom wird in "Cathedral Tower Deluxe" umbenannt.

Und der Rhein erhält den offiziellen Zusatz:

"Sponsored by Tremendous Water."

Schließlich lebt moderne Infrastruktur vom richtigen Marketing.

Besonders faszinierend finde ich allerdings den politischen Mechanismus.

Früher benötigte eine Straßenbenennung langwierige Verfahren.

Ausschüsse.

Gemeinderäte.

Abstimmungen.

Heute genügt offenbar ein Beitrag im Internet.

Vielleicht ist das die Zukunft der Verwaltung.

Morgen erklärt jemand auf einer Plattform:

"Der Bundestag heißt jetzt Wohnzimmer."

Und übermorgen druckt bereits die erste Behörde neue Briefköpfe.

Ich frage mich ohnehin, wie weit sich dieses Prinzip ausbauen lässt.

Vielleicht erklärt sich irgendwann jemand selbst zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Oder beantragt offiziell, künftig als achtes Weltwunder geführt zu werden.

Die Bewerbung besteht dann aus einem einzigen Satz:

"Ich habe es bereits veröffentlicht."

Diskussion beendet.

Ich setzte meine Reise fort.

Der angebliche Highway blieb weiterhin so unsichtbar wie Bescheidenheit auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Dafür begegnete ich Menschen, die herzlich lachten, Tee anboten und deutlich interessanter waren als jede Straßenbezeichnung.

Und genau da wurde mir etwas klar.

Eine Straße erhält ihren Wert nicht durch ihren Namen.

Sondern durch die Menschen, die sie nutzen.

Der längste Highway bringt wenig, wenn er nur zum eigenen Ego führt.

Als ich schließlich nach Hause flog, fragte mich der Pilot:

"Wie war der berühmte Trump-Highway?"

Ich antwortete:

"Fantastisch."

"Hast du ihn gefunden?"

"Nein."

"Aber?"

"Ich habe gelernt, dass manche Straßen ausschließlich in sozialen Netzwerken hervorragend ausgebaut sind."

Vielleicht liegt genau dort die eigentliche Baustelle unserer Zeit.

Asphalt lässt sich reparieren.

Brücken lassen sich bauen.

Schlaglöcher lassen sich schließen.

Doch zwischen Selbstinszenierung und Wirklichkeit verläuft manchmal eine Strecke, die selbst das beste Navigationsgerät nicht findet.

Und falls tatsächlich eines Tages irgendwo ein Highway nach Donald Trump benannt werden sollte, wünsche ich ihm von Herzen nur eines:

Möge er genügend Rastplätze besitzen.

Denn auf einer Reise durch das eigene Ego braucht man zwischendurch dringend eine Pause.

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Tags: Politik Donald Trump Infrastruktur Autobahn Größenwahn Marokko Highway
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