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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Mette, die Nase und der Botox-Bundesrechnungshof

Grafik: Mette Frederiksen gegen die Nasen-Inspektion

Mette Frederiksen kommt aus der Ukraine zurück – und manche Menschen entdecken als wichtigste Krise ihre Nase. Ich prüfe den internationalen Schönheits-TÜV der Politik.

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Meine Damen und Herren, ich habe heute etwas gelernt:

Man kann Regierungschefin eines Landes sein.

Man kann nach Kiew reisen.

Man kann über Krieg, Sicherheit, Europa, Wirtschaft und internationale Politik sprechen.

Und wenn man nach Hause kommt, wartet offenbar schon die wichtigste nationale Krise:

Eine Stelle auf der Nase.

Fantastisch.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen berichtete, dass sie nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine unter anderem eine Nachricht bekam:

Sinngemäß: „Hej Mette, sollen wir diese kleine Stelle auf der Nase nicht mal korrigieren?“

Meine Damen und Herren, genau darauf wartet eine Regierungschefin natürlich nach außenpolitischen Gesprächen.

Nicht:

„Wie war die Sicherheitslage?“

Nicht:

„Was bedeutet die Reise für Dänemark?“

Nein.

NASE!

Prioritäten.

Sehr stark.

Offenbar existiert irgendwo ein inoffizielles Ministerium für weibliche Gesichtskontrolle.

Abteilung eins: Zähne.

Abteilung zwei: Haare.

Abteilung drei: Nasenwarzen.

Abteilung vier: Botox-Einsatzplanung.

Und irgendwo sitzt ein Mann mit Klemmbrett und sagt:

„Außenpolitik ganz ordentlich, aber Stirnbewegung weiterhin deutlich über Zielkorridor.“

Frederiksen erklärte, sie habe im Laufe der Zeit Kommentare über ihre angeblich hässlichen Zähne, dünnes Haar und die Stelle auf ihrer Nase bekommen. Dazu natürlich Empfehlungen für Botox.

Natürlich.

Denn wenn eine Frau auf die 50 zugeht, gibt es offenbar zwei Möglichkeiten:

Sie altert.

Oder das Internet ruft den Notarzt.

Ich finde das beeindruckend.

Ein Mann bekommt graue Haare?

„Er wirkt staatsmännisch.“

Eine Frau bekommt Falten?

„CODE ROT! HOLEN SIE DEN HYALURONTECHNIKER!“

Das ist Gleichberechtigung mit sehr interessanter Kalibrierung.

Frederiksen sagte sinngemäß: Sie komme mit ihrem Körper gut zurecht, so wie er eben ist.

Skandal!

Eine Frau, die ihren eigenen Körper akzeptiert, ohne vorher eine öffentliche Ausschreibung für Verbesserungsvorschläge durchzuführen.

Und noch schlimmer:

Sie braucht offenbar nicht einmal die Meinung eines männlichen Schönheitschirurgen.

Meine Damen und Herren, das gesamte Geschäftsmodell des ungefragten Ratschlags gerät ins Wanken.

Was kommt als Nächstes?

Frauen entscheiden selbst über Frisuren?

Menschen altern ohne Genehmigung?

Politikerinnen treten im Fernsehen auf, ohne vorher einem Schönheits-TÜV vorgeführt zu werden?

Anarchie!

Ich schlage deshalb ein neues Verfahren vor.

Jeder, der Politikerinnen ungefragt Tipps zu Zähnen, Haaren, Falten oder Nasen schickt, muss vorher ein hochauflösendes Foto von sich selbst einreichen.

Dann entscheidet eine unabhängige Jury, ob diese Person optisch überhaupt zur Beratung zugelassen wird.

Das dürfte das Nachrichtenaufkommen um ungefähr 97 Prozent reduzieren.

Denn die eigentliche Pointe ist herrlich einfach:

Man darf Mette Frederiksen politisch kritisieren.

Hart.

Sehr hart.

Regierungschefs sind keine Porzellanfiguren.

Aber wenn nach einer Ukraine-Reise dein dringendster Beitrag zur Demokratie lautet:

„Die Nase könnte schöner sein“

dann liegt das größte kosmetische Problem vielleicht nicht in ihrem Gesicht.

Sondern ziemlich genau zwischen deinen Ohren.

Ronald Tramp

Reporter und Vorsitzender des Ausschusses gegen ungefragte Nasenpolitik

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Tags: Politik Dänemark Mette Frederiksen Schönheitsideale Botox Frauen in Politik Körperbild
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