648 Seiten Gesetzesentwurf? Das ist genau die Länge, die eine echte Superverschwörung braucht. Ronald Tramp deckt auf, warum künftig nicht mehr Hacker Sicherheitslücken suchen – sondern Sicherheitslücken den Staat suchen. Zufall? Ich glaube nicht!
Von Ronald Tramp – Deutschlands führendem Experten für streng geheime Dokumente, die jeder im Internet herunterladen kann.
Freunde, ich habe wieder Beweise gefunden. Riesige Beweise. Wunderschöne Beweise. So großartige Beweise, dass sogar Donald Trump sagen würde: „Ronald, das ist vielleicht ein bisschen zu viel Verschwörung.“
Und genau dann weiß ich: Jetzt wird es interessant.
Alles beginnt mit einem harmlos aussehenden Dokument. 648 Seiten. Sechshundertachtundvierzig! Das ist keine Gesetzesvorlage mehr. Das ist ein Möbelstück. Wenn ein Entwurf schwerer ist als ein durchschnittlicher Laserdrucker, dann steckt garantiert etwas dahinter.
Natürlich behauptet das Bundesinnenministerium, es gehe lediglich um eine Reform des Nachrichtendienstrechts. Mehr Sicherheit. Mehr Cyberabwehr. Mehr moderne Befugnisse.
Haha.
Das sagen sie immer.
Der geheime Krieg der Tastaturen
Die Öffentlichkeit glaubt, Geheimdienste säßen noch immer mit Trenchcoat und Sonnenbrille in irgendwelchen Cafés.
Wie süß.
Heute sitzen sie in klimatisierten Serverräumen und streiten darüber, wer den besseren Kaffeevollautomaten hat.
Doch jetzt kommt der eigentliche Hammer.
BND und Verfassungsschutz sollen im Cyberraum deutlich mehr Möglichkeiten bekommen.
"Cyberraum" klingt harmlos.
In Wahrheit reden wir über den größten digitalen Dschungel der Menschheit.
Jeder Klick.
Jeder Server.
Jeder Router.
Jeder Drucker, der montags grundsätzlich behauptet, er sei offline.
Alles hängt zusammen.
Oder zumindest behauptet das mein WLAN.
Das BSI – vom Türsteher zum Getränkelieferanten?
Ich dachte immer, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sei so etwas wie der Hausmeister des deutschen Internets.
"Hier ist ein Loch."
"Da kommt Wasser rein."
"Bitte reparieren."
Ganz einfach.
Doch offenbar soll das BSI künftig Informationen über Sicherheitslücken möglichst schnell an den BND weiterreichen.
Moment.
War das nicht genau andersherum gedacht?
Stellen Sie sich die Feuerwehr vor.
Sie entdeckt ein brennendes Haus.
Und statt sofort zu löschen, sagt jemand:
"Moment mal... vielleicht beobachten wir das Feuer noch ein bisschen. Könnte interessant werden."
Ich frage mich ernsthaft, ob demnächst auch Schlüsseldienste Türen erst einmal offenlassen, "um wichtige Erkenntnisse über Einbrecher zu gewinnen."
Zero-Day? Nein!
Besonders spannend wird es bei sogenannten Zero-Day-Schwachstellen.
Normale Menschen denken:
"Da gibt es ein Sicherheitsproblem. Das muss schnell geschlossen werden."
Profis denken offenbar:
"Interessant. Wie lange können wir das Loch eigentlich offen lassen?"
Das ist ungefähr so, als würde man einen Tiger im Wohnzimmer entdecken und beschließen:
"Lassen wir ihn erstmal da. Vielleicht entwickelt sich eine spannende Gesprächssituation."
Hackback – der digitale Retourkutschen-Service
Noch schöner wird es bei den sogenannten Hackbacks.
Früher bedeutete Selbstverteidigung:
"Bitte hören Sie auf."
Heute offenbar:
"Moment, wir hacken einfach zurück."
Ich liebe dieses Konzept.
Wenn mich künftig jemand beim Online-Schach schlägt, erkläre ich einfach, ich hätte einen präventiven Hackback durchgeführt.
Schachmatt durch nationale Sicherheit.
Großartig.
Der Traum jedes Druckers
Natürlich soll alles streng kontrolliert werden.
Dafür gibt es einen unabhängigen Kontrollrat.
Ich liebe Kontrollräte.
Sie kontrollieren Dinge.
Andere kontrollieren die Kontrolleure.
Dann kontrolliert jemand die Kontrolle der Kontrolleure.
Am Ende kontrolliert vermutlich ein Praktikant, ob der Kaffeeautomat DSGVO-konform Wasser erhitzt.
Deutschland eben.
Donald Trump hätte das anders gemacht
Donald Trump hätte selbstverständlich sofort eine Pressekonferenz gegeben.
"Niemand kennt Cyber besser als ich."
"Ich habe schon Cyber gemacht, bevor Cyber überhaupt Cyber war."
"Unsere Hacker sind fantastisch."
"Die besten Hacker."
"Viele Hacker."
"Großartige Hacker."
Nach fünf Minuten hätte niemand mehr gewusst, ob er gerade über Computer oder Burger spricht.
Die wahre Wahrheit
Doch plötzlich ergab alles Sinn.
648 Seiten.
40 Millionen Euro hier.
269 Millionen Euro dort.
Neue Befugnisse.
Hackbacks.
Zero-Days.
Automatisierte Datenübermittlung.
Frühwarnsysteme.
Freunde…
Vielleicht geht es überhaupt nicht um Hacker.
Vielleicht geht es um etwas viel Größeres.
Habt ihr euch jemals gefragt, warum Windows grundsätzlich genau dann Updates installieren möchte, wenn ihr gerade eine Präsentation halten müsst?
Zufall?
Warum der Drucker immer "Papierstau" meldet, obwohl überhaupt kein Papier drin steckt?
Warum Outlook plötzlich beschließt, Passwörter zu vergessen?
Warum Teams genau während wichtiger Besprechungen einfriert?
Warum Excel beim Speichern zwanzig Sekunden nachdenkt, als würde es die komplette Weltwirtschaft berechnen?
Ganz einfach.
Weil die Geräte längst miteinander reden.
Nicht über uns.
Über sich.
Der Kühlschrank informiert den Router.
Der Router meldet alles der Smartwatch.
Die Smartwatch verrät dem Staubsaugerroboter, wann ihr das Haus verlasst.
Der Roboter informiert den Drucker.
Der Drucker schreibt einen Bericht.
Der Bericht landet in der Cloud.
Die Cloud schickt ihn an den Toaster.
Der Toaster entscheidet, ob das Frühstück demokratisch genug geröstet wird.
Nennt es Internet der Dinge.
Ich nenne es Gewerkschaft der Haushaltsgeräte.
Die Tastatur-Illuminaten
Und jetzt kommt der eigentliche Kern.
Warum gibt es Tastaturen mit 104 Tasten?
Warum genau 104?
Warum nicht 103?
Warum nicht 105?
Weil irgendwo eine geheime Tastatur-Elite beschlossen hat, dass wir genau diese Anzahl akzeptieren.
Das ist der wahre Deep State.
Nicht Politiker.
Nicht Geheimdienste.
Nicht Hacker.
Die Tastaturhersteller.
Sie bestimmen seit Jahrzehnten unsere Fingerbewegungen.
Sie wissen, welche Taste ihr zuerst drückt.
Sie wissen, wann ihr CAPS LOCK versehentlich aktiviert.
Sie wissen sogar, wie oft ihr das Passwort falsch eingebt.
Und jetzt sollen Geheimdienste mehr Cyberkompetenzen bekommen?
Freunde…
Vielleicht wollen sie gar nicht uns überwachen.
Vielleicht versuchen sie seit Jahren verzweifelt herauszufinden, warum niemand freiwillig die Rollen-Taste benutzt.
Ich jedenfalls habe sie seit 1998 nicht mehr gesehen.
Das endgültige Fazit
Natürlich behaupten alle Verantwortlichen, es gehe ausschließlich um bessere Cybersicherheit.
Und natürlich gibt es dafür nachvollziehbare sicherheitspolitische Argumente.
Aber wo bliebe denn der Spaß, wenn Ronald Tramp das einfach glauben würde?
Ich bleibe wachsam.
Ich beobachte meinen Drucker.
Ich misstraue meiner Tastatur.
Mein Kühlschrank bekommt keine Passwörter mehr.
Und wenn mein Toaster eines Morgens plötzlich fragt, ob ich einer Cookie-Richtlinie zustimme…
…dann wisst ihr Bescheid.
Die Operation Cyber-Schnüffel hat begonnen.
Oder der Toaster braucht einfach nur ein Firmware-Update.
Beides erscheint mittlerweile gleich wahrscheinlich.

