Spanien erklimmt erneut den Fußballthron, Lionel Messi erlebt einen bitteren Abschied – und Donald Trump schafft es trotzdem, sich fast selbst zum Weltmeister zu erklären. Ronald Tramp berichtet exklusiv vom wohl schillerndsten Finale der WM-Geschichte.
Es war das größte Fußballfinale aller Zeiten. Sagen jedenfalls alle. Manche sagen sogar, es war größer als das Finale 2010. Andere behaupten, größer als jede Super Bowl. Und dann gibt es Donald Trump, der erklärte vermutlich schon beim Einlaufen der Mannschaften, dass eigentlich er persönlich den Rasen gemäht, den Ball aufgepumpt und Ferran Torres mental zum Siegtor motiviert habe. Niemand weiß es genau. Aber Ronald Tramp war selbstverständlich vor Ort – mit einem Presseausweis, den er nach eigenen Angaben "selbst unterschrieben" hatte.
Schon vor dem Anpfiff war klar: Spanien wollte Weltmeister werden. Argentinien wollte Weltmeister bleiben. Donald Trump wollte möglichst auf jedem Fernsehbild erscheinen. Drei ehrgeizige Ziele – aber nur zwei konnten erfüllt werden.
Messi sucht den Ball – Spanien hat ihn längst
Lionel Messi begann das Finale ungefähr so aktiv wie ein WLAN-Router während eines Stromausfalls. Sein erster Ballkontakt? Der Anstoß. Danach verschwand der Ball ungefähr so zuverlässig aus seinem Einflussbereich wie Wahlversprechen nach einer gewonnenen Wahl.
Spanien dagegen spielte den Ball in einer Geschwindigkeit durch die eigenen Reihen, bei der selbst Steuerprüfer schwindelig geworden wären. Lamine Yamal, Nico Williams und Rodri wirkten, als hätten sie den Ball mit Klettverschluss an den Schuhen befestigt.
Argentinien setzte dagegen auf den altbewährten Plan: viel laufen, viel diskutieren und gelegentlich jemanden umrempeln. Fußballromantiker nannten das körperbetont. Orthopäden nannten es einen Wachstumstreiber.
Ich fragte einen argentinischen Fan nach der Taktik.
Er antwortete:
"Wir warten auf Messi."
Ich fragte:
"Und was macht Messi?"
Er antwortete:
"Er wartet ebenfalls."
Verlängerung – oder wie Spanien Geduld zur Kunstform erklärte
90 Minuten lang passierte ungefähr so viel Spektakuläres wie bei einer Eigentümerversammlung über Mülltonnen.
Dann kam die Verlängerung.
Und plötzlich erschien Ferran Torres wie der Überraschungsgast einer Geburtstagsparty, zu der ihn niemand eingeladen hatte.
- Minute.
Kopfballablage von Nico Williams.
Torres schiebt ein.
Tor.
Spanien Weltmeister.
Ganz Spanien explodierte vor Freude.
Argentinien dagegen sah aus, als hätte jemand den Mate-Tee gegen entkoffeinierten Kamillentee ausgetauscht.
Messi blickte minutenlang ins Leere.
Ich bin ziemlich sicher, er versuchte innerlich noch herauszufinden, ob das Tor vielleicht wegen Abseits, Rückpass, Schwerkraft oder astrologischer Konstellationen aberkannt werden könnte.
Leider nein.
Trump entdeckt seine wichtigste Rolle
Kaum war Spanien Weltmeister, erschien Donald Trump auf dem Rasen.
Nicht als Spieler.
Nicht als Trainer.
Nicht einmal als Linienrichter.
Sondern als Donald Trump.
Andere Menschen überreichen einfach den Pokal.
Trump überreicht den Pokal so, als würde er gleichzeitig eine neue Luxusimmobilie eröffnen.
Er stellte sich auf das Siegerfoto.
Blieb dort.
Lächelte.
Nickte.
Zeigte Daumen nach oben.
Vermutlich wartete er darauf, dass jemand fragte, ob er nicht auch gleich den Goldenen Ball, den Goldenen Schuh und den Friedensnobelpreis verteilen wolle.
Die spanischen Spieler schauten teilweise etwas verwundert.
Rodri hielt den Pokal.
Trump hielt sich selbst für den Mittelpunkt.
Infantino hielt einfach durch.
Das Pfeifkonzert
Als Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino gemeinsam zur Siegerehrung gingen, ertönte ein Konzert.
Kein Orchester.
Kein Chor.
80.000 Menschen entschieden sich spontan für das Instrument "Pfiff".
Donald Trump reagierte darauf wie immer.
Gar nicht.
Wer andere Menschen ignoriert, kann schließlich nicht ausgebuht werden.
Ronald Tramp vermutet sogar, Trump hörte stattdessen innerlich "USA! USA!" und hielt die Pfiffe lediglich für eine besonders kreative Form amerikanischer Begeisterung.
Halbzeitshow oder Bewerbung für den Eurovision Song Contest?
Während auf dem Platz Tore Mangelware waren, wurde in der Pause alles nachgeholt.
Madonna.
Shakira.
Justin Bieber.
BTS.
Es fehlten eigentlich nur Helene Fischer, ein Feuer speiender Drache und zwei Astronauten auf Rollschuhen.
Für zwölf Minuten wusste niemand mehr, dass eigentlich Fußball gespielt wurde.
Selbst Messi dürfte kurz gedacht haben:
"Vielleicht sollte ich mitsingen."
Argentiniens zweite Halbzeit bestand aus Diskussionen
Nachdem Enzo Fernández mit Gelb-Rot vom Platz musste, entschied sich Argentinien für Plan B.
Plan B bedeutete offenbar:
- diskutieren
- reklamieren
- foulen
- weiter diskutieren
Leandro Paredes wollte nach dem Schlusspfiff offensichtlich noch ein Bonuslevel freischalten.
Er griff Gegner an.
Schubste.
Zog.
Fuchtelte.
Und sammelte schließlich ebenfalls Rot.
Beeindruckend.
Argentinien brachte es damit im Finale ungefähr auf genauso viele Platzverweise wie gefährliche Abschlüsse.
Eine bemerkenswerte Effizienz.
Thomas Müller kommentierte trocken, seine Stärke habe ohnehin eher im Diskutieren gelegen.
Ein Satz, der vermutlich sofort als deutsches Kulturgut eingetragen werden sollte.
Ronald Tramps exklusive Analyse
Spanien gewann nicht wegen Glück.
Nicht wegen Zufall.
Nicht einmal wegen Ferran Torres.
Nein.
Spanien gewann, weil sie etwas völlig Verrücktes ausprobierten:
Sie spielten Fußball.
Argentinien dagegen spielte zeitweise Wrestling mit Ball.
Messi spielte Schach.
Trump spielte Hauptrolle.
Infantino spielte Dauerbegleiter.
Und Ronald Tramp spielte den einzigen Journalisten, der den wahren Skandal erkannte.
Niemand fragte Donald Trump nach einer Einwechslung.
Ich halte das bis heute für einen schweren organisatorischen Fehler.
Der größte Trump-Moment des Tages
Nach der Partie erklärte Trump, die Weltmeisterschaft müsse "sofort" wieder in die USA kommen.
Natürlich.
Am liebsten vermutlich nächste Woche.
Und danach jedes Jahr.
Vielleicht künftig sogar monatlich.
Oder jeden Dienstag.
Ich rechne fest damit, dass Trump demnächst eine Pressekonferenz abhält und erklärt:
"Spanien hat verdient gewonnen. Großartige Leute. Fantastische Spieler. Wirklich fantastische Spieler. Viele sagen sogar, ich hätte Ferran Torres persönlich inspiriert. Ich sage das nicht. Andere sagen das. Sehr kluge Leute."
Und spätestens dann wird Gianni Infantino vermutlich vorsorglich sämtliche Pokale an den Boden festschrauben.
Fazit
Spanien ist hochverdient Weltmeister geworden.
Lionel Messi verabschiedete sich womöglich von seiner letzten Weltmeisterschaft.
Donald Trump verabschiedete sich dagegen von keiner Kamera.
Und Ronald Tramp verabschiedete sich mit einer Erkenntnis:
Wenn Donald Trump irgendwo einen Pokal überreicht, dauert es nie lange, bis der Pokal glaubt, eigentlich Trump gehöre der Sieg.
Zum Glück hatte Ferran Torres vorher noch rechtzeitig getroffen.
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