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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Wenn selbst das Wörterbuch kapituliert - Wladimirs Spezialoperation entdeckt den Krieg

Grafik: Putins Spezialoperation trifft auf Ronald Tramp

Vier Jahre lang durfte niemand „Krieg“ sagen. Jetzt verwendet der Kreml das Wort selbst. Ronald Tramp berichtet über die erstaunlichste Umbenennung der politischen Sprachgeschichte.

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Meine fantastischen Freunde,

es gibt Umbenennungen.

Es gibt Marketing.

Es gibt Schönfärberei.

Und dann gibt es Wladimir Putin.

Der einzige Mensch auf diesem Planeten, der vermutlich einen Vulkanausbruch als „temporäre geothermische Landschaftsanpassung“ bezeichnen würde.

Großartig.

Jahrelang hörten wir denselben Satz.

„Es ist kein Krieg.“

„Es ist eine militärische Spezialoperation.“

Immer wieder.

Tag für Tag.

Monat für Monat.

Jahr für Jahr.

Irgendwann begann ich zu glauben, im Kreml gäbe es einen Alarmknopf.

Sobald jemand das Wort „Krieg“ aussprach...

...öffneten sich automatisch Falltüren.

Fantastisch.


Ronald besucht das Ministerium für kreative Begriffe

Natürlich war ich exklusiv vor Ort.

Niemand recherchiert näher.

Ich fand ein Gebäude mit der Aufschrift:

„Ministerium für sprachliche Optimierung unangenehmer Realitäten.“

Dort saßen ungefähr fünfzig Beamte.

Alle mit sehr ernster Miene.

Vor ihnen lag ein riesiges Wörterbuch.

Jemand fragte:

„Wie nennen wir heute einen Krieg?“

Ein anderer antwortete:

„Operation.“

„Und wenn sie länger dauert?“

„Große Operation.“

„Und wenn Panzer, Raketen und Drohnen überall einschlagen?“

Lange Stille.

Dann sagte einer:

„Vielleicht... außergewöhnlich große Spezialoperation?“

Applaus.


Das Wort „Krieg“ erhält überraschend Asyl

Und plötzlich passiert das Unfassbare.

Ausgerechnet der Kreml sagt selbst:

„Es herrscht Krieg.“

Ich stelle mir das Wörterbuch vor.

Es sitzt seit vier Jahren in einer dunklen Schublade.

Plötzlich geht die Tür auf.

Ein Beamter flüstert:

„Du darfst wieder raus.“

Das Wort „Krieg“ blinzelt vorsichtig ins Licht.

„Wirklich?“

„Ja.“

„Ganz offiziell?“

„Fast.“


Donald hätte das Problem längst gelöst

Natürlich musste ich sofort an Donald Trump denken.

Donald hätte dieses Kommunikationsproblem völlig anders gelöst.

Er hätte gesagt:

„Es ist der größte Frieden aller Zeiten.“

„Mit den meisten Explosionen.“

„Niemand macht friedliche Explosionen besser als ich.“

Fantastisch.

Donald besitzt schließlich die einzigartige Fähigkeit, aus jedem Problem eine Pressemitteilung und aus jeder Pressemitteilung einen persönlichen Rekord zu machen.


Ronald untersucht die neue Sprachpolitik

Der Kreml erklärt:

Der Westen sei schuld.

Berlin.

Paris.

Den Haag.

Oslo.

Washington.

Alle.

Ich stelle mir die Sitzung ungefähr so vor.

„Warum nennen wir es jetzt Krieg?“

„Weil alle anderen schuld sind.“

„Und wir?“

„Wir erklären es.“

„Sehr gut.“

Sitzung beendet.


Die Tankstellen treten der Opposition bei

Währenddessen passiert etwas völlig Unerwartetes.

Tankstellen bilden plötzlich kilometerlange Schlangen.

Nicht die Tankstellen selbst.

Die Autos.

Aber ich bin überzeugt, selbst die Zapfsäulen sehen inzwischen erschöpft aus.

Eine Zapfsäule flüstert zur anderen:

„Hast du noch Benzin?“

„Nein.“

„Du?“

„Nur Hoffnung.“


Die Drohnen bekommen einen Terminkalender

Die Ukraine greift Raffinerien an.

Brücken.

Militärstützpunkte.

In Moskau stellt vermutlich inzwischen jede Raffinerie morgens dieselbe Frage:

„Bin ich heute dran?“

Sehr unangenehme Arbeitsatmosphäre.


Ronald spricht mit einer Landkarte

Natürlich führte ich ein Interview mit einer Weltkarte.

„Wie geht es dir?“

„Schlecht.“

„Warum?“

„Mich zeichnet ständig jemand neu.“

Sehr philosophische Karte.


Der Kreml entdeckt Ehrlichkeit... versehentlich

Ich glaube inzwischen, jemand hat im Kreml einfach die falsche Textvorlage geöffnet.

Eigentlich sollte dort stehen:

„Alles läuft nach Plan.“

Stattdessen erschien:

„Es ist Krieg.“

Panik.

Drei Pressesprecher.

Vier Juristen.

Sieben Telefonkonferenzen.

Am Ende sagte einer:

„Jetzt haben wir es schon veröffentlicht.“


Donald eröffnet die Akademie für Superlative

Donald hätte übrigens sofort geholfen.

Er hätte eine Pressekonferenz organisiert.

„Wladimir.“

„Ja?“

„Du brauchst bessere Begriffe.“

„Welche?“

„Historischste Spezialoperation.“

„Oder?“

„Luxuskrieg.“

„Premium-Konflikt.“

„Gold Edition.“

Donald nickt zufrieden.

„Kommunikation ist alles.“


Ronald besucht das russische Wörterbuch

Ich fragte das Wörterbuch:

„Wie fühlst du dich?“

Es antwortete:

„Verwirrt.“

„Warum?“

„Ich wusste jahrelang nicht, ob ich noch gültig bin.“

Kann ich nachvollziehen.


Die Realität gewinnt nach Punkten

Das Interessante ist:

Egal wie man etwas nennt.

Raketen bleiben Raketen.

Drohnen bleiben Drohnen.

Zerstörung bleibt Zerstörung.

Und Menschen leiden unabhängig davon, welches Etikett eine Regierung darauf klebt.

Wörter können Schlagzeilen verändern.

Die Realität allerdings liest keine Pressemitteilungen.


Mein exklusiver Lösungsvorschlag

Ich fordere künftig internationale Sprachprüfer.

Immer wenn ein Politiker einen Krieg umbenennen möchte...

...erscheint automatisch ein pensionierter Deutschlehrer.

Er schaut über seine Brille.

Und sagt:

„Das ist sprachlich kreativ... aber leider falsch.“

Dann gibt es Nachsitzen.


Manchmal verändert sich nicht die Wirklichkeit.

Sondern nur das Wort dafür.

Vier Jahre lang durfte etwas offiziell nicht Krieg heißen.

Jetzt heißt es plötzlich doch Krieg.

Nicht weil sich die Sprache verändert hat.

Sondern weil sich die Realität immer schwerer hinter neuen Begriffen verstecken lässt.

Donald Trump wiederum würde vermutlich sofort behaupten, er habe das Wort „Krieg“ überhaupt erst populär gemacht und niemand benutze Begriffe besser als er.

Denn wenn Donald und Wladimir eines gemeinsam haben, dann die bemerkenswerte Überzeugung, dass sich Wirklichkeit manchmal einfach durch ausreichend große Worte überreden lässt.

Spoiler:

Die Wirklichkeit hat leider kein Truth Social.

Und sie besitzt auch keinen Pressesprecher.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich sage euch:

Wenn eines Tages Wörter selbst Pressekonferenzen geben müssen, um zu erklären, was sie eigentlich bedeuten...

...dann ist die politische Satire endgültig arbeitslos geworden.

Denn dann schreibt sich die Wirklichkeit längst selbst.

Großartig.

Oder, wie man im Kreml vielleicht sagen würde:

„Eine besonders umfangreiche sprachliche Spezialoperation.“

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Tags: Donald Trump Russland Krieg Wladimir Putin Ukraine Kreml Spezialoperation
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