Eine Rote Karte? Früher bedeutete das automatisch eine Sperre. Heute genügt offenbar ein Telefonat, ein Dankeschön aus dem Weißen Haus und eine kreative Auslegung der Regeln. Ronald Tramp berichtet exklusiv von der Weltmeisterschaft, bei der plötzlich nicht mehr nur der Ball rund ist, sondern offenbar auch die Disziplinarordnung.
Meine fantastischen Freunde,
es gibt rote Karten.
Es gibt Sperren.
Es gibt Regeln.
Und dann gibt es Donald Trump.
Der einzige Mensch auf diesem Planeten, der vermutlich beim Monopoly fragt:
„Warum soll ich ins Gefängnis? Ich bin doch Gastgeber.“
Großartig.
Eigentlich war alles ganz einfach.
Ein Spieler fliegt vom Platz.
Rote Karte.
Automatische Sperre.
So funktioniert Fußball seit gefühlt der Erfindung der Stollenschuhe.
Dann kommt plötzlich die FIFA.
Dann kommt Donald.
Und plötzlich lernt die Welt, dass selbst eine Rote Karte offenbar nur eine freundliche Empfehlung sein kann.
Fantastisch.
Donald entdeckt die Disziplinarordnung
Ich stelle mir den Anruf ungefähr so vor.
„Hallo, FIFA?“
„Ja?“
„Diese Sperre...“
„Ja?“
„Gefällt mir nicht.“
Lange Pause.
Sehr lange Pause.
„Wir prüfen das.“
„Wie lange?“
„Bis Sie auflegen.“
Fantastisch.
Früher dauerte ein Einspruch Wochen.
Heute reicht offenbar gutes Netz.
Die rote Karte geht in Therapie
Ich traf später die Rote Karte persönlich.
Sie wirkte angeschlagen.
„Früher hatte ich Autorität.“
„Und heute?“
„Heute bekomme ich Bewährungsauflagen.“
„Tut das weh?“
„Vor allem meinem Selbstwertgefühl.“
Ich konnte sie verstehen.
Seit Jahrzehnten bedeutete Rot:
Duschen.
Jetzt bedeutet Rot offenbar:
„Vielleicht später.“
Belgien entdeckt den Kalender
Die Belgier reagieren überrascht.
Der Trainer sagt:
„Ich wusste nicht, dass heute der 1. April ist.“
Ich liebe diesen Satz.
Denn tatsächlich wirkte die Entscheidung ungefähr so, als hätte jemand versehentlich die Karnevalsabteilung der FIFA geöffnet.
Ich stelle mir die belgische Mannschaftssitzung vor.
„Balogun spielt.“
„Aber er hat Rot gesehen.“
„Ja.“
„Und?“
„Jetzt nicht mehr so richtig.“
„Wie bitte?“
„Die Sperre macht Homeoffice.“
Ronald recherchiert im FIFA-Keller
Natürlich war ich exklusiv vor Ort.
Niemand recherchiert näher.
Ich fand einen Raum voller Aktenordner.
Auf einem stand:
„Regeln.“
Auf dem nächsten:
„Ausnahmen.“
Und auf einem goldenen Ordner:
„Wenn Donald anruft.“
Sehr ordentlich sortiert.
Donald erklärt Fairplay
Ich sehe bereits die Pressekonferenz.
Journalist:
„Herr Präsident, warum bedanken Sie sich öffentlich bei der FIFA?“
Donald:
„Weil sie das Richtige getan hat.“
„Welches Richtige?“
„Mein Richtiges.“
„Aber die Regeln...“
Donald hebt die Hand.
„Regeln sind großartig.“
„Also gelten sie?“
„Natürlich.“
„Auch diesmal?“
„Nicht übertreiben.“
Das muss man erst einmal schaffen.
Die FIFA entdeckt elastische Mathematik
Ich beginne langsam zu glauben, dass FIFA-Regeln aus Gummi bestehen.
Sie dehnen sich.
Sie ziehen sich zusammen.
Sie biegen sich.
Und manchmal verschwinden sie offenbar komplett.
Artikel 27 klingt inzwischen wie ein Zaubertrick.
„Achtung...“
„Jetzt sehen Sie eine Sperre...“
„Und... weg ist sie.“
Das Publikum applaudiert.
Die Juristen weinen leise.
Courtois sucht die Bedienungsanleitung
Belgien prüft die Lage.
Juristen prüfen.
Verbände prüfen.
Trainer prüfen.
Torhüter prüfen.
Ich glaube, irgendwann prüfte sogar der Mannschaftsbus.
Niemand fand jedoch die Anleitung:
„Was tun, wenn Regeln plötzlich Gefühle entwickeln?“
Donald besucht weiterhin kein Spiel
Das Schönste an der Geschichte ist allerdings etwas anderes.
Donald mischt sich angeblich in alles ein.
Doch über 90 WM-Spiele...
...und keines besucht.
Ich stelle mir das ungefähr so vor.
„Herr Präsident, heute spielt Amerika.“
„Sehr gut.“
„Kommen Sie?“
„Nein.“
„Warum?“
„Ich unterstütze aus strategischer Entfernung.“
Fantastisch.
Andere Fans fahren ins Stadion.
Donald telefoniert lieber.
Ronald spricht mit dem WM-Pokal
Natürlich führte ich auch ein Interview mit dem Pokal.
„Wie geht es Ihnen?“
„Schwer.“
„Warum?“
„Alle wollen mich hochheben.“
„Und die FIFA?“
Der Pokal schwieg.
Sehr diplomatisch.
Die belgische Waffel-Koalition
Ich glaube inzwischen, Belgien plant eine neue Allianz.
Nicht NATO.
Nicht EU.
Sondern...
die Internationale Vereinigung beleidigter Fußballverbände.
Mitglied wird jeder Verband, der einmal dachte:
„Moment... das war doch eigentlich eine klare Regel.“
Die Gründungsversammlung dauert vermutlich nur fünf Minuten.
Danach gibt es Waffeln.
Mein exklusiver Reformvorschlag
Ich fordere künftig drei verschiedenfarbige rote Karten.
🔴 Rot:
Normale Sperre.
⭐ Gold-Rot:
Für Weltstars.
🇺🇸 Patriotisch-Rot:
Automatische Bewährung mit Glückwunschschreiben.
Dann weiß wenigstens jeder sofort, woran er ist.
Transparenz ist schließlich wichtig.
Der wahre VAR
Ich glaube übrigens nicht mehr, dass VAR für „Video Assistant Referee“ steht.
Nein.
Es bedeutet inzwischen:
„Vielleicht Auf Revision.“
Oder:
„Verordnung auf Anfrage revidiert.“
Je nach Tagesform.
Fußball lebt von Emotionen.
Von Toren.
Von Dramen.
Von Siegen.
Von Niederlagen.
Und vor allem davon, dass alle dieselben Regeln kennen.
Genau deshalb sorgt jede Ausnahme für besonders laute Diskussionen.
Donald Trump wiederum besitzt ein außergewöhnliches Talent.
Er schafft es, selbst bei einer Roten Karte noch irgendwie im Mittelpunkt zu stehen, obwohl er weder auf dem Platz noch auf der Tribüne sitzt.
Manche Politiker eröffnen Stadien.
Donald eröffnet Diskussionen.
Und manchmal sogar Disziplinarverfahren.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage euch:
Wenn eines Tages ein Schiedsrichter nach einer Roten Karte zuerst nicht mehr zur Hosentasche greift, sondern zum Telefon...
...dann wissen wir, dass die nächste Weltmeisterschaft endgültig in die Verlängerung der politischen Satire gegangen ist.
Großartig.
Einfach regelwidrig großartig.

