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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Trump wollte die Rote Karte abschaffen – Belgien schickte gleich die ganze Mannschaft vom Platz

Grafik: Der FIFA-WM-Skandal

Seattle wurde zum Schauplatz der größten Fußball-Oper seit der Erfindung des VAR. Donald Trump telefonierte, Gianni Infantino erklärte, Belgien spielte Fußball – und am Ende flog nicht nur die US-Nationalmannschaft aus dem Turnier, sondern auch die Glaubwürdigkeit der FIFA spektakulär ins Aus.

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Meine Damen und Herren, was ich in Seattle erleben musste, war größer als jede Verschwörung, dramatischer als jede Pressekonferenz im Weißen Haus und peinlicher als ein Donald Trump, der behauptet, er habe persönlich das Abseits erfunden.

Ich sage Ihnen: Es war die erste Weltmeisterschaft, bei der offenbar nicht mehr der Schiedsrichter entscheidet, sondern die Telefon-Flatrate des Präsidenten.

Alles begann mit einem kleinen roten Kärtchen.

Früher bedeutete eine Rote Karte: Duschen, Sperre, nachdenken.

Heute?

Offenbar reicht ein Anruf aus dem Oval Office.

Donald Trump soll lediglich "nachgefragt" haben.

Natürlich.

Und ich bin lediglich "leicht satirisch".

Wenn Donald Trump irgendwo "nur mal nachfragt", verlassen normalerweise mindestens drei Minister freiwillig den Raum und vier Anwälte beginnen gleichzeitig zu schwitzen.

Doch plötzlich durfte Folarin Balogun trotz Platzverweis wieder auflaufen.

Die FIFA erklärte anschließend mit beeindruckender Ernsthaftigkeit, alles sei völlig unabhängig entschieden worden.

Natürlich.

Und der Weihnachtsmann entscheidet völlig unabhängig über die Coca-Cola-Werbung.

Gianni Infantino trat anschließend vor die Kameras und erklärte mit jener Überzeugungskraft, mit der Gebrauchtwagenhändler Unfallfahrzeuge als "minimal berührt" verkaufen:

"Die FIFA arbeitet unabhängig."

Ich musste kurz prüfen, ob hinter ihm irgendwo Pinocchio stand und applaudierte.

Infantino erklärte weiter, Trump habe keinerlei Einfluss genommen.

Das ist ungefähr so glaubwürdig wie Donald Trump, wenn er behauptet, Golfbälle würden grundsätzlich von alleine ins Loch rollen.

Die Belgier reagierten erstaunlich gelassen.

Sie veranstalteten keine Pressekonferenz.

Sie twitterten nichts.

Sie stellten keinen Untersuchungsausschuss auf.

Sie taten etwas vollkommen Verrücktes.

Sie spielten Fußball.

Und wie!

Bereits nach wenigen Minuten wirkte die amerikanische Abwehr wie eine Gruppe Touristen, die versehentlich auf den Trainingsplatz geraten war.

Charles De Ketelaere spazierte durch die Defensive, als hätte ihm jemand einen VIP-Ausweis ausgestellt.

1:0.

Kurze Hoffnung keimte auf.

Malik Tillman erzielte den Ausgleich.

Das Stadion explodierte.

Die Zuschauer schrien.

Trump dürfte bereits einen Beitrag mit der Überschrift vorbereitet haben:

"ICH HABE DAS TOR MÖGLICH GEMACHT!!!"

Doch Belgien antwortete schneller als jede Social-Media-Abteilung.

2:1.

Pause.

Auf den Rängen herrschte plötzlich die Stimmung eines Familientreffens unmittelbar nach der Diskussion über Politik.

Dann kam die Szene des Tages.

Torwart Matt Freese schnappte sich den Ball weit vor seinem Strafraum.

Eigentlich eine harmlose Situation.

Doch offenbar wollte er zunächst eine Steuererklärung ausfüllen.

Oder ein Selfie machen.

Oder auf die nächste Executive Order warten.

Jedenfalls wartete er.

Und wartete.

Und wartete.

Charles De Ketelaere sagte höflich Danke, blockte den Ball, Hans Vanaken schob ihn aus ungefähr 30 Metern ins leere Tor.

Ich habe selten gesehen, dass ein Torwart so eindrucksvoll demonstrierte, wie man aus einem normalen Arbeitstag eine internationale Schlagzeile macht.

3:1.

Spätestens jetzt wurde klar:

Auch präsidiale Telefonate können keine Viererkette organisieren.

Balogun?

Der Mann, um den sich tagelang sämtliche Schlagzeilen drehten?

Er war ungefähr so auffällig wie ein Blinker an einem BMW.

Die große politische Rettungsmission endete damit, dass der vermeintliche Held mehrere Chancen vergab und den Ball bevorzugt dort hinschoss, wo sich gerade keine Mitspieler aufhielten.

Man könnte fast meinen, die ganze Affäre habe sportlich exakt gar nichts gebracht.

Währenddessen saß Gianni Infantino auf der Tribüne.

Ich stelle mir vor, wie sein innerer Monolog lautete:

"Bitte kein weiteres Tor...

Bitte keine Kamerafahrt...

Bitte fragt mich nachher niemand nach der Unabhängigkeit..."

Leider fragte jeder.

Denn plötzlich wollten sogar andere Nationen wissen, ob man künftig Sperren einfach telefonisch widerrufen lassen könne.

England überlegte angeblich bereits Einspruch gegen eine Rote Karte.

Thomas Tuchel scherzte sogar, Harry Kane könne doch einfach ebenfalls Donald Trump anrufen.

Ich fürchte, wir befinden uns am Beginn einer neuen FIFA-Hotline:

"Willkommen beim internationalen Sperren-Service.

Für Gelbe Karten drücken Sie die Eins.

Für Rote Karten drücken Sie die Zwei.

Wenn Sie Staatspräsident sind, bleiben Sie bitte einfach in der Leitung."

Belgien dagegen spielte, als wolle es persönlich den Fußball retten.

Youri Tielemans erklärte hinterher, man habe beschlossen, die Antwort auf dem Platz zu geben.

Eine bemerkenswert altmodische Idee.

Fußball über Fußball entscheiden zu lassen.

Revolutionär.

Romelu Lukaku setzte schließlich mit dem 4:1 den Schlusspunkt.

Spätestens jetzt war aus dem "American Dream" ein amerikanischer Albtraum geworden.

Donald Trump dürfte irgendwo bereits erklärt haben, eigentlich habe Belgien verloren.

Man müsse lediglich die Tore "neu auszählen".

Vielleicht gäbe es noch einige "sehr patriotische Treffer", die bislang nicht berücksichtigt worden seien.

Man kenne da Leute.

Sehr gute Leute.

Die besten Leute.

Doch damit war das Drama des Tages noch nicht beendet.

Ein paar Stunden später verabschiedete sich Cristiano Ronaldo endgültig von den Weltmeisterschaften.

Während Portugal gegen Spanien ausschied, flossen Tränen.

Nicht inszeniert.

Nicht übertrieben.

Einfach ehrlich.

Fast schon ungewohnt in einer Fußballwelt, in der Pressemitteilungen inzwischen häufiger Dribblings ersetzen.

Der große Superstar verließ die Bühne unter Applaus.

Keine Telefonate.

Keine Sondergenehmigungen.

Keine Begnadigungen.

Nur Emotionen.

Und genau deshalb wirkte dieser Abschied größer als jede politische Inszenierung.

Mein Fazit?

Belgien gewann das Spiel.

Spanien verabschiedete eine Legende.

Die FIFA verlor weiter ihre Glaubwürdigkeit.

Und Donald Trump bewies erneut, dass er vermutlich sogar versuchen würde, beim Münzwurf Einspruch einzulegen, falls die falsche Seite oben liegt.

Ich bin Ronald Tramp.

Ich habe schon vieles gesehen.

Aber eine Weltmeisterschaft, bei der man offenbar erst den Präsidenten und dann den Schiedsrichter fragt, bevor Fußball gespielt wird…

...die schafft wirklich nur dieses Turnier.

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Tags: Skandal Donald Trump Fußball FIFA Gianni Infantino Belgien Folarin Balogun
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