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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Wer zündete die Maus an? Deutschlands größter Kriminalfall zwischen Käse, Chaos und Kölner Karneval

Grafik: Ronald Tramp und das Geheimnis der brennenden Maus

Ein Jahr nach dem mysteriösen Brandanschlag auf die berühmte Maus in Köln stehen die Ermittler mit leeren Händen da. Ronald Tramp deckt auf, warum selbst Sherlock Holmes, Columbo und Donald Trump gemeinsam vermutlich nur den Grillanzünder gefunden hätten.

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Meine Freunde, ich habe in meinem Leben schon viele Skandale erlebt. Ich habe Wahlkämpfe gesehen, bei denen mehr Stimmen gezählt wurden als überhaupt Menschen existierten. Ich habe Pressekonferenzen erlebt, bei denen Donald Trump sich selbst häufiger lobte als ein Pfau vor dem Spiegel. Ich habe sogar Behörden erlebt, die behaupteten, Formulare würden einfacher werden.

Aber nichts...

NICHTS...

hat mich auf den wohl rätselhaftesten Kriminalfall Deutschlands vorbereitet.

Die Maus.

Ja, genau DIE Maus.

Nicht irgendeine Maus.

Nicht die aus dem Keller.

Nicht die, die nachts Käse klaut.

Sondern DIE Maus.

Die freundlich winkende Kultfigur aus Köln.

Ein nationales Heiligtum.

Eine Statue, die vermutlich mehr Sympathiepunkte besitzt als sämtliche Wahlplakate der vergangenen zwanzig Jahre zusammen.

Und genau diese Maus wurde eines Nachts angezündet.

Man muss sich das einmal vorstellen.

Andere Länder lösen internationale Konflikte.

Deutschland diskutiert, wer eine Maus angezündet hat.

Ich liebe dieses Land.

Fast ein ganzes Jahr lang suchten Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Täter.

Fotos wurden veröffentlicht.

Hinweise gesammelt.

Akten angelegt.

Vermutlich wurden sogar Spezialisten für Brandbeschleuniger, Mäusepsychologie und Kölner Stadtgeschichte gleichzeitig eingesetzt.

Und das Ergebnis?

Nichts.

Gar nichts.

Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Nicht weil der Fall gelöst wäre.

Sondern weil sämtliche Spuren inzwischen ungefähr so sichtbar sind wie Donald Trumps Bescheidenheit.

Natürlich heißt es offiziell:

"Das Verfahren wird wieder aufgenommen, sobald neue Hinweise vorliegen."

Das klingt ungefähr so optimistisch wie:

"Wir warten einfach, bis der Täter freiwillig vorbeikommt und sich entschuldigt."

Ich stelle mir die Lagebesprechung vor.

"Chef, wir haben keine DNA."

"Keine Fingerabdrücke?"

"Nein."

"Keine Zeugen?"

"Auch nicht."

"Videoaufnahmen?"

"Leider nein."

"Dann bleibt uns nur noch eine Möglichkeit."

"Welche?"

"Warten."

Das ist deutsche Ermittlungsromantik.

Doch plötzlich begann mein journalistischer Instinkt zu arbeiten.

Oder mein Kaffeemangel.

Eines von beiden.

Wer profitiert eigentlich von einer angezündeten Maus?

Die Antwort ist erschreckend.

Alle.

Oder niemand.

Vielleicht war es eine Katze.

Katzen gelten schließlich seit Jahrhunderten als politische Gegner der Maus.

Zugegeben:

Die Beweislage ist dünn.

Aber ungefähr genauso dünn wie manche Pressemitteilungen.

Vielleicht handelte es sich um eine Ratte.

Interne Nagetierkonkurrenz.

Man kennt das aus Unternehmen.

Oder war es ein Hamster?

Die unterschätzte Revolution der Kleinsäuger.

Niemand schaut jemals auf den Hamster.

Genau deshalb wäre er der perfekte Täter.

Ich fordere ausdrücklich keine Ermittlungen gegen Haustiere.

Noch nicht.

Währenddessen erklärte die Staatsanwaltschaft sachlich, dass momentan keine weiteren Ermittlungsansätze vorhanden seien.

Das ist Juristensprache für:

"Wir wissen es leider auch nicht."

Donald Trump hätte den Fall selbstverständlich längst gelöst.

Nicht mit Beweisen.

Mit einer Pressekonferenz.

Er hätte erklärt:

"Niemand kennt Mäuse besser als ich."

"Ich hatte fantastische Mäuse."

"Die besten Mäuse."

"Sehr patriotische Mäuse."

"Diese Maus hätte niemals brennen dürfen."

Anschließend hätte er vermutlich eine Sonderkommission gegründet.

Mit Golfspielern.

Fernsehmoderatoren.

Und mindestens einem Milliardär.

Das Ergebnis wäre wahrscheinlich dieselbe Erkenntnis gewesen:

Die Maus ist immer noch angebrannt.

Besonders tragisch ist dabei die Symbolik.

Die Maus steht seit Generationen für Neugier.

Freundlichkeit.

Bildung.

Und dafür, komplizierte Dinge so einfach zu erklären, dass sogar Erwachsene plötzlich verstehen, warum Flugzeuge fliegen.

Im Gegensatz zu mancher politischen Debatte.

Vielleicht war genau das das Problem.

Wer einfache Erklärungen liefert, macht sich automatisch verdächtig.

In einer Welt voller komplizierter Diskussionen wirkt Vernunft inzwischen fast schon provokant.

Auch die Fahndungsfotos verschwanden irgendwann wieder aus dem Internet.

Nicht weil der Täter gefunden wurde.

Sondern weil die richterliche Genehmigung ablief.

Deutschland schafft Dinge, die sonst niemand schafft.

Selbst Fahndungsfotos haben hier ein Ablaufdatum.

Joghurt.

Milch.

Personalausweise.

Und offenbar auch Verdächtige.

Ich stelle mir vor, wie der mutmaßliche Täter morgens gemütlich seinen Kaffee trinkt und denkt:

"Ach schön, heute bin ich offiziell wieder offline."

Das muss man erst einmal hinbekommen.

Doch Köln wäre nicht Köln, wenn aus jeder Tragödie nicht irgendwann kölscher Humor würde.

Vielleicht bekommt die Maus künftig eine Brandschutzversicherung.

Oder einen Feuerlöscher.

Oder zwei Bodyguards.

Einen Elefanten und eine Ente.

Die Sendung hätte plötzlich ganz neue Folgen:

"Heute zeigen wir euch, wie man einen Täter sucht."

"Klingt kompliziert?"

"War es auch."

"Sachgeschichten mit Ronald Tramp."

Natürlich bleibt zu hoffen, dass der oder die Verantwortlichen irgendwann doch noch gefunden werden.

Denn unabhängig vom Humor bleibt ein Brandanschlag auf ein beliebtes öffentliches Kunstwerk eine Straftat und ein Angriff auf ein Symbol, das viele Menschen mit ihrer Kindheit verbinden.

Bis dahin bleibt der Fall allerdings eines der ungewöhnlichsten ungelösten Rätsel Deutschlands.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe.

Nicht, dass niemand weiß, wer die Maus angezündet hat.

Sondern dass eine winkende Maus inzwischen bessere Schlagzeilen produziert als so mancher Politiker.

Ich bin Ronald Tramp.

Ich sage, was andere nur denken.

Und wenn selbst Deutschlands berühmteste Maus irgendwann Polizeischutz braucht, dann sollte vielleicht nicht die Maus ihre Umgebung erklären müssen...

...sondern die Umgebung endlich einmal der Maus.

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Tags: Ermittlungen Polizei Köln Die Maus Brandanschlag Staatsanwaltschaft Kriminalfall
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