Donald Trump hat jetzt seinen eigenen internationalen Flughafen – noch zu Lebzeiten. Ronald Tramp begibt sich zum Erstflug in den wohl egozentrischsten Airport der Welt und entdeckt, dass dort sogar das Rollfeld angeblich Standing Ovations bekommt.
Meine fantastischen Damen und Herren, Vielflieger, Kofferverlierer und Menschen, die sich beim Boarding grundsätzlich in Gruppe 17 wiederfinden – schnallen Sie sich an. Heute landen wir an einem Ort, an dem die Start- und Landebahn angeblich nur deshalb gerade verläuft, weil Donald Trump persönlich beschlossen hat, dass Kurven Verlierer seien.
Willkommen am brandneuen President Donald J. Trump International Airport.
Jawohl.
Nicht irgendwann in ferner Zukunft.
Nicht hundert Jahre nach seinem Tod.
Nicht als historische Würdigung.
Sondern jetzt.
Während Donald Trump noch höchstpersönlich Golfbälle über Florida verteilt und jede zweite Pressekonferenz in eine Castingshow für sein eigenes Ego verwandelt.
Ich, Ronald Tramp, musste selbstverständlich sofort hinfliegen.
Schon beim Landeanflug meldete sich der Tower.
"Willkommen am DJT Airport."
Ich antwortete:
"DJT? Ist das ein Flughafen oder bereits ein persönliches Monogramm mit Landebahn?"
Der Fluglotse seufzte nur.
Ein Profi.
Was mich sofort beeindruckte, war die unglaubliche Konsequenz.
Andere Flughäfen tragen Namen wie Kennedy, Reagan oder Charles de Gaulle.
Historische Persönlichkeiten.
Menschen, deren Wirken abgeschlossen ist.
Donald Trump dachte sich offenbar:
"Wozu warten? Ich bin doch schon jetzt Geschichte."
Das muss man erst einmal schaffen.
Normalerweise muss man Jahrzehnte lang Präsident gewesen sein.
Donald Trump überspringt den langweiligen Teil einfach.
Warum auf die Nachwelt warten, wenn man sich selbst heute schon feiern kann?
Das ist ungefähr so, als würde jemand seine eigene Statue enthüllen und anschließend daneben Autogramme geben.
Natürlich wurde auch das Flughafenkürzel angepasst.
Aus PBI wird DJT.
Ich vermute, der nächste logische Schritt lautet:
Flugnummern beginnen künftig mit "MAGA".
Die Gepäckwagen tragen goldene Initialen.
Und der Windsack zeigt grundsätzlich nur Rückenwind an.
Schließlich bläst der Wind laut Donald Trump ohnehin ausschließlich zu seinen Gunsten.
Ich fragte einen völlig erfundenen Flughafenmanager, wie die Umbenennung verlaufen sei.
Er antwortete:
"Die Schilder auszutauschen war einfach. Schwieriger war es, den Navigationsgeräten beizubringen, dass Selbstbewusstsein jetzt ein geografischer Ort ist."
Eine bemerkenswerte technische Herausforderung.
Schon die Ankunftshalle wirkte außergewöhnlich.
Normalerweise steht dort:
Willkommen in Palm Beach.
Hier hätte ich eher erwartet:
Herzlichen Glückwunsch. Sie befinden sich jetzt offiziell in Donald Trumps Lieblingsflughafen.
Vielleicht läuft demnächst sogar die Durchsage:
"Bitte vergessen Sie beim Aussteigen nicht Ihr Handgepäck sowie angemessenen Respekt vor dem Namensgeber."
Am Gepäckband wird es noch spektakulärer.
Band Nummer eins:
Inlandsflüge.
Band Nummer zwei:
International.
Band Nummer drei:
Donald Trumps Ego.
Dieses Band endet übrigens nie.
Ich fragte anschließend einen ebenfalls erfundenen Historiker, wie ungewöhnlich diese Ehrung eigentlich sei.
Er musste kurz lachen.
Dann antwortete er:
"Normalerweise benennt man Bauwerke nach Menschen, deren Lebenswerk abgeschlossen ist. Hier scheint das Lebenswerk täglich neue Pressemitteilungen zu schreiben."
Das trifft den Kern erstaunlich gut.
Natürlich gibt es in den Vereinigten Staaten zahlreiche Flughäfen, die nach Präsidenten benannt wurden.
Doch meist verbindet diese Persönlichkeiten eine Gemeinsamkeit.
Sie sind keine amtierenden Politiker mehr.
Donald Trump hingegen scheint der Meinung zu sein, dass Geschichte viel zu langsam arbeitet.
Warum warten, bis spätere Generationen entscheiden?
Man kann sich schließlich selbst schon einmal einen Platz reservieren.
Praktisch.
Ich stelle mir die Sitzung zur Namensfindung ungefähr so vor.
Vorschlag eins:
"Palm Beach International Airport."
Trump:
"Zu wenig Trump."
Vorschlag zwei:
"Donald Trump Airport."
"Mehr Trump."
Vorschlag drei:
"President Donald J. Trump International Airport."
"Länger."
"President Donald J. Trump International Airport – World's Greatest Airport."
"Noch besser."
"Mit Gold?"
"Jetzt reden wir."
Der Flughafen liegt übrigens nur wenige Minuten von Mar-a-Lago entfernt.
Rein zufällig natürlich.
So zufällig wie ein Golfplatz neben einem Golfhotel.
Oder ein Souvenirshop neben der Kasse.
Ich stellte einem fiktiven Taxifahrer die Frage, ob sich seit der Umbenennung etwas verändert habe.
Er antwortete:
"Eigentlich nur die Straßenschilder. Und dass manche Touristen glauben, sie würden direkt in Donald Trumps Wohnzimmer landen."
Auch das scheint plausibel.
Besonders interessant finde ich allerdings die internationale Wirkung.
Stellen Sie sich den Dialog im Cockpit vor.
"Tower, hier Flug 4711, wir bitten um Landeerlaubnis."
"Willkommen am Donald-J.-Trump-Airport."
"Entschuldigung... ist das offiziell?"
"Leider ja."
"Verstanden."
"Und denken Sie daran: Das Ego hat Vorfahrt."
Die Experten sehen in der frühen Ehrung Parallelen zu autokratischen Inszenierungen.
Darüber lässt sich politisch streiten.
Fest steht jedoch:
Es ist äußerst ungewöhnlich, öffentliche Einrichtungen bereits nach einem noch lebenden amtierenden Präsidenten umzubenennen.
Ronald Tramp hat deshalb einen weiteren fiktiven Experten befragt.
Er war Denkmalpfleger.
Seine Antwort:
"Früher wartete man wenigstens ab, ob jemand dauerhaft Geschichte schreibt. Heute reicht offenbar ein ausreichend großer Filzstift."
Treffend formuliert.
Doch Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn daraus nicht sofort eine Erfolgsmeldung würde.
Ich höre ihn förmlich sagen:
"Niemand hat bessere Flughäfen als ich. Die Rollbahnen lieben mich. Die Flugzeuge lieben mich. Selbst die Koffer kommen freiwillig schneller an."
Selbstverständlich.
Und falls doch einmal ein Flug Verspätung hat?
Dann lag das bestimmt an Joe Biden.
Oder am Wind.
Oder an der Tatsache, dass die Wolken nicht patriotisch genug waren.
Am Ende bleibt Donald Trump eben der einzige Politiker, der vermutlich sogar den Wetterbericht personalisieren könnte.
"Sonnig mit leichter Trump-Wahrscheinlichkeit."
Ich, Ronald Tramp, ziehe daraus eine einfache Erkenntnis.
Andere Menschen hoffen, dass später einmal Straßen oder Plätze nach ihnen benannt werden.
Donald Trump scheint beschlossen zu haben, dass die Zukunft viel zu langsam arbeitet.
Warum auf Denkmäler warten, wenn man sich gleich einen ganzen Flughafen gönnen kann?
Bleibt eigentlich nur noch eine offene Frage.
Wann wird aus dem Kontrollturm der Trump Tower Air Control?
Ich würde jedenfalls nicht mehr ausschließen, dass die nächste Landebahn bereits den Namen Runway Number One – Believe Me trägt.
Denn eines muss man Donald Trump lassen:
Wenn es darum geht, sich selbst ein Denkmal zu setzen, wartet er nicht auf die Geschichtsbücher.
Er eröffnet sie einfach selbst.

