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00-Laschet: Der Agent, der aus Versehen die Welt rettete

Grafik: 00-Laschet: Deutschlands überraschendster Superagent

Armin Laschet wird zum Geheimagenten und rettet als Bundespräsident versehentlich die Welt. Ronald Tramp untersucht die wohl ungewöhnlichste Heldenkarriere der deutschen Literaturgeschichte.

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Meine Damen und Herren, ich habe in meinem Leben viele unglaubliche Dinge gesehen. Wirklich viele. Ich habe Politiker gesehen, die Wahlversprechen gemacht haben. Ich habe Behörden gesehen, die ein Online-Formular innerhalb eines Jahrzehnts fertiggestellt haben. Ich habe sogar Menschen getroffen, die freiwillig die Hotline ihres Internetanbieters angerufen haben.

Aber nichts – wirklich nichts – hat mich auf die Nachricht vorbereitet, dass Armin Laschet jetzt offiziell zum Geheimagenten befördert wurde.

Ja, Sie haben richtig gelesen.

Nicht in der Realität. Die Realität hat bekanntlich ihre eigenen Probleme. Sondern in einem neuen Roman des Bestsellerautors David Safier. Dort wird ausgerechnet Armin Laschet zum Superagenten. Zum Retter der Welt. Zum Mann, der zwischen Gut und Böse steht. Zum deutschen James Bond.

Und ich muss sagen: Das ist vermutlich die mutigste Form von Fantasy-Literatur seit der Erfindung von Einhörnern mit Steuerberaterlizenz.

Der Roman trägt den vielsagenden Titel „00-Laschet“.

Allein dieser Name ist bereits ein Meisterwerk.

James Bond besitzt die Lizenz zum Töten.

00-Laschet besitzt vermutlich die Lizenz zum Versehen.

Während Bond mit einem Martini durch Kasinos läuft und nebenbei internationale Terrororganisationen zerschlägt, stelle ich mir Laschet eher vor, wie er versehentlich in den falschen Konferenzraum läuft und dabei zufällig eine globale Verschwörung aufdeckt.

„Entschuldigung, ich suche eigentlich das Buffet.“

„Herr Laschet, Sie haben gerade den Weltuntergang verhindert!“

„Ach wirklich? Das war gar nicht geplant.“

Und genau das scheint laut Autor David Safier die große Stärke des Helden zu sein.

Laschet rettet die Welt.

Aber nicht absichtlich.

Das muss man sich einmal vorstellen.

Andere Superhelden trainieren jahrelang.

Batman baut Hightech-Ausrüstung.

Iron Man entwickelt Kampfanzüge.

Sherlock Holmes analysiert Spuren.

Laschet stolpert durch die Handlung und beendet dabei versehentlich die Apokalypse.

Das ist keine Schwäche.

Das ist ein völlig neues Superheldengenre.

Der Zufallsheld.

Captain Versehen.

Der unglaubliche Mister Ups.

Laut Safier zeichnet sich Laschet durch etwas aus, das heutzutage fast exotisch wirkt: Menschlichkeit.

Eine erstaunliche Aussage in einer politischen Landschaft, die inzwischen ungefähr so entspannt ist wie ein Hamster auf einem Trampolin in einem aktiven Vulkan.

Safier erklärt außerdem, dass Friedrich Merz oder Robert Habeck für die Rolle nicht infrage gekommen seien.

Warum?

Weil sie zu viele Emotionen auslösen.

Menschen seien wütend auf sie.

Laschet dagegen löse keine Wut aus.

Und hier muss ich kurz innehalten.

Keine Wut?

Das ist möglicherweise die größte politische Superkraft des 21. Jahrhunderts.

In einer Zeit, in der Menschen sich bereits über die Farbe einer Büroklammer streiten, schafft es Armin Laschet offenbar, durch die Welt zu gehen wie eine besonders freundliche Zimmerpflanze.

Niemand schreit.

Niemand wirft Stühle.

Niemand startet einen Hashtag.

Er existiert einfach.

Ein politisches Chamäleon.

Ein Mann, der durch einen Twitter-Sturm spazieren könnte und anschließend gefragt würde:

„Wer war eigentlich dieser nette Herr mit der Aktentasche?“

Das allein qualifiziert ihn vermutlich bereits für mehrere internationale Friedenspreise.

Im Roman wird Laschet sogar Bundespräsident.

Das ist natürlich ein genialer Schachzug.

Denn Bundespräsidenten besitzen bekanntlich keine Atomcodes, keine Geheimarmeen und keine Raumschiffe.

Sie besitzen Reden.

Viele Reden.

Sehr viele Reden.

Und genau deshalb ist es logisch, dass ausgerechnet ein Bundespräsident die Welt retten muss.

Wenn die Bösewichte nicht durch Laserkanonen gestoppt werden können, dann vielleicht durch eine freundliche Ansprache über Demokratie, Zusammenhalt und den richtigen Umgang mit Kuchenbuffets.

Ich stelle mir bereits die entscheidende Szene vor.

Der Bösewicht sitzt in seinem geheimen Vulkanhauptquartier.

Neben ihm stehen Haie mit WLAN, Killerroboter und ein Gerät zur Kontrolle des Weltklimas.

„Niemand kann mich aufhalten!“, ruft der Schurke.

Dann öffnet sich die Tür.

Armin Laschet tritt ein.

„Guten Tag.“

Der Bösewicht ist irritiert.

„Wer sind Sie?“

„Ich bin Bundespräsident Laschet.“

„Und was wollen Sie?“

„Ich wollte nur kurz nachfragen, ob wir vielleicht gemeinsam eine Lösung finden können.“

Plötzlich beginnt der Bösewicht, über seine Kindheit zu sprechen.

Zehn Minuten später umarmen sich beide.

Weltfrieden.

Abspann.

Oscar.

Literaturnobelpreis.

Ende.

Besonders bemerkenswert finde ich, dass dies bereits die zweite große Politiker-Verwandlung von David Safier ist.

Nach „Miss Merkel“, in der Angela Merkel zur Hobbydetektivin wurde, erleben wir nun die nächste Evolutionsstufe deutscher Politik-Fantasy.

Politiker verlassen ihre natürlichen Lebensräume.

Sie werden Agenten.

Detektive.

Helden.

Wahrscheinlich erscheint als Nächstes eine Reihe über Finanzbeamte mit magischen Kräften oder einen Verkehrsminister, der tatsächlich eine Bahn pünktlich ankommen lässt.

Man weiß es nicht.

Alles scheint möglich.

Und vielleicht liegt genau darin die Genialität dieser Geschichte.

Denn während andere Helden die Welt mit Muskeln, Waffen oder Superkräften retten, gewinnt Laschet durch etwas völlig anderes:

Freundlichkeit.

Geduld.

Und die bemerkenswerte Fähigkeit, selbst dann noch harmlos zu wirken, wenn er gerade eine internationale Verschwörung zerschlägt.

Das ist eine Kraft, die Hollywood jahrzehntelang unterschätzt hat.

Vielleicht brauchen wir gar keine Actionhelden mehr.

Vielleicht braucht die Welt einfach jemanden, der versehentlich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftaucht.

Jemanden, der den Weltuntergang stoppt, ohne genau zu wissen, wie er dort hingekommen ist.

Jemanden wie 00-Laschet.

Den Mann mit der Lizenz zum Versehen.

Und wer weiß?

Vielleicht ist genau das die realistischste Superheldengeschichte unserer Zeit.

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Tags: CDU Bundespräsident Armin Laschet David Safier 00-Laschet James Bond Parodie
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