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Macht Meinung wieder Gross!

Angela Merkel wird Wanddekoration – Kanzleramt schließt letzte historische Baulücke

Grafik: Merkel wird Wandlegende im Kanzleramt

Angela Merkel bekommt ihr Porträt in der Ahnengalerie des Kanzleramts. Ronald Tramp berichtet über Deutschlands bedeutendste Hängepartie.

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Ronald Tramp berichtet exklusiv von Deutschlands wichtigster Hängepartie.

Freunde, Kunstliebhaber, Historiker und Menschen, die schon einmal ein Familienfoto an die Wand gehängt haben:

Deutschland erlebt einen historischen Moment.

Nein, kein neuer Flughafen.

Nein, keine Steuerreform.

Nein, nicht einmal eine Bahnverbindung, die pünktlich fertig wird.

Etwas viel Größeres.

Angela Merkel bekommt einen Platz an der Wand.

Ja.

An der Wand.

Offiziell heißt das Ganze natürlich viel würdevoller:

"Ahnengalerie des Bundeskanzleramts".

Allein der Name klingt bereits wie eine Mischung aus Museum, Hogwarts und einer sehr traditionsbewussten Behörde.

Dort hängen die ehemaligen Bundeskanzler.

Gemalt.

Gerahmt.

Historisch.

Unbeweglich.

Und bald hängt dort auch Angela Merkel.

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft.

Nach unzähligen Krisen.

Nach tausenden Regierungsterminen.

Nach Millionen Fotografien.

Nach Milliarden politischer Kommentare.

Wird sie nun offiziell zur Wandkunst.

Ein bemerkenswerter Karriereweg.

Besonders charmant ist Merkels Reaktion.

"Da häng ich dann eben."

Ein Satz, der vermutlich der deutscheste Kommentar zur eigenen historischen Bedeutung ist, den man sich vorstellen kann.

Andere Staatsmänner hätten vielleicht gesagt:

"Mein Vermächtnis wird Generationen inspirieren."

Andere Politiker hätten erklärt:

"Mein Porträt wird ein Symbol meiner Epoche."

Angela Merkel sagt:

"Da häng ich dann eben."

Fertig.

Kein Drama.

Keine Pathos-Rede.

Keine Nebelmaschine.

Nur deutsche Nüchternheit in Reinform.

Man spürt förmlich, wie Historiker weltweit ihre Notizblöcke zuklappen und sagen:

"Ja, das klingt tatsächlich nach Merkel."

Besonders interessant ist die Entstehungsgeschichte des Gemäldes.

Monatelang stand Merkel Modell.

Monatelang.

Das klingt zunächst einfach.

Doch stellen wir uns die Situation vor.

Künstler:

"Bitte etwas mehr nach links schauen."

Merkel:

"Okay."

Künstler:

"Vielleicht ein leichtes Lächeln."

Merkel:

"Okay."

Künstler:

"Etwas mehr Emotion."

Merkel:

"..."

Künstler:

"Perfekt."

Der junge Künstler Jérémy Queyras hatte die ehrenvolle Aufgabe, eine Frau zu porträtieren, deren Gesichtsausdruck während politischer Krisen oft stabiler war als die deutsche Stromversorgung.

Eine enorme Herausforderung.

Experten schätzen, dass allein die korrekte Darstellung des berühmten Merkel-Blicks mehrere Monate in Anspruch genommen haben könnte.

Dieser Blick.

Sie kennen ihn.

Jener Ausdruck zwischen:

"Ich habe alle Unterlagen gelesen"

und

"Warum diskutieren wir das überhaupt?"

Ein Gesichtsausdruck, der über Jahre hinweg internationale Gipfeltreffen überstand.

Nun wird er verewigt.

Für die Ewigkeit.

Oder zumindest bis zur nächsten Renovierung.

Besonders spannend ist der Standort.

Merkel wird neben Gerhard Schröder hängen.

Ja.

Neben Gerhard Schröder.

Allein diese Tatsache dürfte Historikern jahrzehntelang Beschäftigung garantieren.

Die Besucher der Galerie werden irgendwann davorstehen und denken:

"Was für eine Zeit."

Daneben werden vermutlich Schulklassen geführt.

Lehrer werden erklären:

"Hier sehen wir ehemalige Bundeskanzler."

Und irgendein Schüler wird fragen:

"Warum hängen die da?"

Eine ausgezeichnete Frage.

Warum hängen Politiker eigentlich an Wänden?

Vielleicht weil Deutschland ein Land ist, das alles dokumentiert.

Alles archiviert.

Alles katalogisiert.

Und schließlich alles einrahmt.

Manchmal habe ich den Eindruck, deutsche Geschichte besteht zu 50 Prozent aus Aktenordnern und zu 50 Prozent aus gerahmten Bildern.

Die eigentliche Sensation ist jedoch etwas anderes.

Angela Merkel sagt selbst, es sei komisch, langsam Geschichte zu werden.

Ein faszinierender Gedanke.

Denn während normale Menschen altern, werden ehemalige Kanzler irgendwann zu Ausstellungsstücken.

Zunächst halten sie Vorträge.

Dann schreiben sie Memoiren.

Dann erscheinen Dokumentationen.

Und irgendwann hängen sie in einer Galerie.

Es ist der natürliche Lebenszyklus deutscher Spitzenpolitik.

Manche Politiker verschwinden aus den Schlagzeilen.

Angela Merkel zieht ins Kanzleramts-Museum ein.

Das hat Stil.

Natürlich wird das Gemälde zunächst im Berliner Bode-Museum ausgestellt.

Dort können Besucher es bewundern.

Analysieren.

Interpretieren.

Fotografieren.

Und vermutlich darüber diskutieren, ob der Blick eher nachdenklich oder einfach nur typisch Merkel ist.

Kunstkritiker werden ganze Aufsätze schreiben.

Politikwissenschaftler werden Symbolik erkennen.

Historiker werden Kontexte erklären.

Und Ronald Tramp wird sagen:

"Ja. Da hängt sie nun."

Am Ende bleibt festzuhalten:

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft, mehreren Weltkrisen, zahllosen EU-Gipfeln und einer historischen politischen Karriere erhält Angela Merkel nun ihre endgültige Beförderung.

Von der Regierungschefin zur Wandlegende.

Und wenn jemand fragt, wie sie das findet?

Dann lautet die Antwort:

"Da häng ich dann eben."

Und genau deshalb wird dieses Porträt wahrscheinlich perfekt.

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Tags: Angela Merkel Berlin Geschichte Kanzleramt Bundeskanzler Ahnengalerie Porträt
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