RT
Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Deutschlands berühmteste Baugrube führt plötzlich in die Vergangenheit

Grafik: Die Baustelle unter Berlin

Unter Berlin wird gestritten: Bunker erhalten oder Wohnungen bauen? Ronald Tramp untersucht die wohl tiefgründigste Baugrube Deutschlands – irgendwo zwischen Denkmalschutz, Bagger und deutscher Endlosdiskussion.

Open-How2 - Banner 002Partnerlink

Meine Damen und Herren...

Deutschland schafft Dinge, die schafft wirklich kein anderes Land.

Andere Länder bauen Häuser.

Deutschland diskutiert erst einmal zehn Jahre darüber, was unter dem Haus liegen könnte.

Und genau deshalb stehe ich heute in Berlin.

Genauer gesagt über einem Loch.

Nicht irgendeinem Loch.

Sondern einem Loch mit Geschichte.

Tiefer Geschichte.

Sehr tiefer Geschichte.

Unter einer unscheinbaren Brache sollen sich noch bauliche Reste eines Bunkers auf dem Gelände der ehemaligen Neuen Reichskanzlei befinden – einem Ort, der untrennbar mit der nationalsozialistischen Diktatur verbunden ist.

Kaum taucht so etwas auf, beginnt in Deutschland sofort das beliebteste Mannschaftsspiel:

Die Große Nationale Debatte.

Abriss?

Erhalt?

Wohnungen?

Museum?

Gedenkort?

Arbeitskreis?

Arbeitskreis für den Arbeitskreis?

Deutschland läuft zur Höchstform auf.

Die eine Seite sagt:

"Erhalten!"

Die andere sagt:

"Abräumen!"

Und irgendwo ruft garantiert jemand:

"Wir brauchen erst einmal ein Gutachten!"

Ich liebe Gutachten.

Deutschland produziert Gutachten ungefähr in derselben Geschwindigkeit, in der andere Länder Pizza backen.

Natürlich gibt es gute Argumente auf beiden Seiten.

Die einen sagen:

Solche historischen Orte können helfen, die Verbrechen der NS-Diktatur einzuordnen und zu vermitteln.

Die anderen sagen:

Wohnraum ist dringend nötig und man möchte verhindern, dass ein solcher Ort zum Anziehungspunkt für Extremisten wird.

Beides sind ernsthafte Fragen.

Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn daraus nicht sofort eine Debatte mit ungefähr 38 Unterausschüssen entstehen würde.

Ich stellte mir die erste Planungsrunde vor.

"Was liegt dort unten?"

"Geschichte."

"Was machen wir damit?"

"Lassen Sie uns darüber reden."

"Wie lange?"

"Bis mindestens 2041."

Alle nicken zufrieden.

Das eigentliche Wunder ist ohnehin Berlin.

Diese Stadt ist wie eine archäologische Überraschungsbox.

Man gräbt für eine Tiefgarage.

Man findet Geschichte.

Man möchte eine U-Bahn verlängern.

Man entdeckt Geschichte.

Man pflanzt einen Baum.

Geschichte.

Berlin ist vermutlich die einzige Hauptstadt der Welt, in der selbst Baggerfahrer vorher Geschichtsunterricht benötigen.

Ich sehe den Bauleiter schon vor mir.

"Chef, wir haben wieder etwas gefunden."

"Was diesmal?"

"Vergangenheit."

"Schon wieder."

"Ja."

"Bagger aus."

So läuft das wahrscheinlich.

Natürlich melden sich Experten.

Historiker.

Denkmalschützer.

Architekten.

Stadtplaner.

Bürgerinitiativen.

Menschen mit Warnwesten.

Menschen ohne Warnwesten.

Alle haben eine Meinung.

Deutschland liebt Meinungen.

Besonders dann, wenn sie mindestens 120 Seiten lang sind.

Ich fordere deshalb einen Kompromiss.

Deutschland liebt schließlich Kompromisse fast so sehr wie Formulare.

Warum nicht beides?

Oben Wohnungen.

Unten ein dokumentierter Erinnerungsort.

Dazwischen ein Aufzug.

Mit Audioguide.

Der Aufzug beginnt bei der Gegenwart.

Und endet bei der Geschichte.

So lernt jeder automatisch etwas.

Ganz ohne Geschichtsbuch.

Natürlich streng wissenschaftlich eingeordnet.

Denn genau darum geht es.

Geschichte verschwindet nicht dadurch, dass man sie ignoriert.

Und sie darf niemals romantisiert oder verklärt werden.

Sie muss verständlich erklärt werden.

Damit jeder erkennen kann, wohin Menschenverachtung, Diktatur und Größenwahn führen.

Das ist die eigentliche Aufgabe solcher Orte.

Nicht Bewunderung.

Nicht Nostalgie.

Sondern Aufklärung.

Doch Deutschland diskutiert selbst darüber mit beeindruckender Gründlichkeit.

Ich sehe bereits die nächste Bürgerversammlung.

Der Moderator eröffnet:

"Tagesordnungspunkt eins."

"Was machen wir mit dem Bunker?"

Vier Stunden später...

...diskutiert man über Fahrradständer.

Sechs Stunden später...

...über die Farbe der Pflastersteine.

Acht Stunden später...

...stellt jemand fest:

"Wir haben den Bunker vergessen."

Typisch.

Berlin eben.

Und während alle diskutieren, wartet irgendwo ein Bagger geduldig.

Der Bagger denkt wahrscheinlich:

"Sagt Bescheid, wenn ihr fertig seid."

Ich habe großen Respekt vor Baggern.

Sie diskutieren nie.

Sie arbeiten.

Das unterscheidet sie von vielen Talkshows.

Die eigentliche Satire liegt aber woanders.

Deutschland schafft es immer wieder, Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig auf eine Baustelle zu packen.

Auf der einen Seite dringend benötigter Wohnraum.

Auf der anderen Seite die Verantwortung, Geschichte sichtbar und verständlich zu halten.

Beides verdient eine sorgfältige Abwägung.

Und genau deshalb wird vermutlich noch sehr lange diskutiert.

Ich schlage deshalb eine neue Berliner Touristenattraktion vor.

"Der Debatten-Bunker."

Nicht weil dort gestritten wird.

Sondern weil draußen gestritten wird.

Besucher erhalten am Eingang:

Einen Helm.

Einen Bauplan.

Einen Geschichtsführer.

Und selbstverständlich ein Formular zur Meinungsabgabe.

Erst wenn alle ausgefüllt sind, darf man wieder hinaus.

Das wäre wahrscheinlich die deutscheste Sehenswürdigkeit aller Zeiten.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich sage Ihnen:

Wenn Deutschland irgendwo gräbt, findet es oft nicht nur Beton.

Sondern Verantwortung.

Und genau deshalb lohnt es sich manchmal, vor dem ersten Baggerhub nicht nur auf die Baupläne zu schauen...

...sondern auch auf die Geschichte darunter.


SEO-Titel (40–60 Zeichen)

Meta-Beschreibung

Meta-Schlagwörter

OG-Titel (40–60 Zeichen)

OG-Beschreibung


Satiressum - Banner 002Partnerlink
Tags: Berlin Bunker Geschichte Bauprojekt Denkmalschutz Stadtentwicklung Wohnungen
a
Das könnte dich auch interessieren
Donald macht Geburtstag – Berlin bringt schon mal die Lampen in Stellung
Angela Merkel wird offiziell zum Wandobjekt der Republik!
Angela Merkel wird Wanddekoration – Kanzleramt schließt letzte historische Baulücke
Ronald Tramp im Krisengebiet: Drei Minuten ohne WLAN – der Prepper-Bunker kapituliert
‹ Vorheriger
Außerirdische senden Kontaktaufnahme – am Ende war es nur Di…
Nächster ›
Deutschlands neue Taktik heißt jetzt Analyse bis 2040!…
Verpasse keine Enthüllung!
Abonniere meinen Newsletter und erhalte die Wahrheit regelmäßig – direkt und ungefiltert.