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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Der gefährlichste Arm der Vereinigten Staaten

Grafik: Ronald Tramp gegen die Algen-Verschwörung

Washington steht unter Schock! Ein Arm berührt Wasser – und plötzlich ermittelt die Park Police wegen angeblicher Sabotage. Ronald Tramp reist zum berühmtesten Pool Amerikas und entdeckt, wie aus einem Algenproblem eine Staatsaffäre werden konnte.

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Liebe Freunde,

ich dachte wirklich, Amerika hätte schon alle denkbaren Krisen erlebt.

Haushaltsstreit.

Wahlkampf.

Inflation.

Außerirdische.

Aber nein.

Jetzt hat die mächtigste Nation der Erde offenbar einen neuen Staatsfeind gefunden.

Einen Arm.

Ja.

Einen einzigen Arm.

Nicht mit einer Rakete.

Nicht mit einer Motorsäge.

Nicht einmal mit einer Wasserpistole.

Nein.

Mit einem ausgestreckten Arm.

Ich musste sofort nach Washington reisen.

Denn wenn eine Supermacht beginnt, Wasser gegen Menschen zu verteidigen, ist Ronald Tramp selbstverständlich zur Stelle.

Schon beim Lincoln Memorial herrschte höchste Alarmbereitschaft.

Touristen fotografierten.

Enten schwammen völlig ahnungslos durchs Wasser.

Kinder warfen Münzen hinein.

Und irgendwo analysierten vermutlich bereits zwölf Behörden gleichzeitig den Winkel eines menschlichen Ellenbogens.

Ich fragte einen Parkbesucher:

"Was ist passiert?"

Er flüsterte dramatisch:

"Da hat jemand das Wasser berührt."

Ich musste mich setzen.

So viel Spannung auf einmal verträgt schließlich niemand.

Offenbar wird nun untersucht, ob das Berühren des Wassers zur angeblichen Beschädigung des berühmten Wasserbeckens beigetragen haben könnte.

Freunde...

Wir leben inzwischen in einer Welt, in der Algen vermutlich einen besseren Presseberater besitzen als die meisten Politiker.

Ich stellte mir die Sitzung der Ermittler vor.

"Was haben wir?"

"Ein Arm."

"Noch etwas?"

"Das Wasser."

"Gibt es Zeugen?"

"Mehrere Enten."

"Sehr gut. Sofort befragen."

Die Enten verweigern selbstverständlich jede Aussage.

Professionelle Zeugen.

Ich begann zu recherchieren.

Dieses Wasserbecken existiert seit über hundert Jahren.

Seit Jahrzehnten wachsen dort regelmäßig Algen.

Algen.

Diese kleinen grünen Lebewesen besitzen offenbar mehr Durchhaltevermögen als manche Regierungskoalition.

Sie kommen immer wieder.

Man streicht den Boden.

Sie kommen zurück.

Man diskutiert.

Sie kommen zurück.

Man veröffentlicht Fotos.

Die Algen sagen:

"Niedlich."

Ich muss zugeben:

Ich bewundere diesen Ehrgeiz.

Währenddessen überschlagen sich sämtliche Experten.

Die einen analysieren Wasserqualität.

Die anderen Chemie.

Die nächsten Mikroorganismen.

Und irgendwo sitzt eine Alge und denkt sich:

"Ich mache einfach meinen Job."

Respekt.

Ich sprach mit einem Goldfisch.

Er sagte:

"Wir wohnen hier."

Sehr überzeugendes Argument.

Dann fiel mir etwas auf.

Der Pool wurde renoviert.

Mit großem Aufwand.

Mit Millionenkosten.

Mit Farbe.

Viel Farbe.

Offenbar dachte irgendjemand:

"Wenn wir den Boden blau streichen, sieht das Wasser automatisch schöner aus."

Das ist ungefähr dieselbe Logik wie:

"Wenn ich meinen Kühlschrank lackiere, schmeckt der Käse besser."

Beeindruckend.

Deutschland könnte davon noch lernen.

Hier streichen wir höchstens Fahrradwege.

Natürlich entwickelte sich die Geschichte sofort zu einer perfekten modernen Debatte.

Die einen fragten:

"Wer war die Frau?"

Andere:

"Warum die Algen?"

Wieder andere:

"Waren die Enten beteiligt?"

Das Internet kennt keine Grenzen.

Ich sah bereits die Schlagzeilen.

"Exklusive Analyse:

War der Arm links oder rechts?"

"Neue Erkenntnisse:

Finger möglicherweise leicht angewinkelt."

"Sensation:

Wassertropfen bestätigen Kontakt."

Sondersendung.

Vier Stunden.

Mit Zeitlupe.

Natürlich.

Ich stellte mir die zukünftigen Sicherheitsmaßnahmen vor.

Demnächst steht vermutlich am Becken:

"Bitte nicht atmen."

"Nicht blinzeln."

"Nicht auf das Wasser schauen."

"Und vor allem:

Keine Arme."

Statt Geländer gibt es dann Laserschranken.

Drohnen.

Taucher.

Und einen Beamten, der ausschließlich Ellbogen kontrolliert.

Das ist Zukunft.

Währenddessen wachsen die Algen völlig unbeeindruckt weiter.

Sie führen wahrscheinlich längst Vorstandssitzungen.

Tagesordnungspunkt eins:

"Wie reagieren wir auf die neue Farbe?"

Tagesordnungspunkt zwei:

"Wer bringt den Kaffee?"

Algen sind hervorragend organisiert.

Ich sehe schon die nächste Pressekonferenz.

"Wir haben intensive Ermittlungen durchgeführt."

"Und?"

"Die Algen waren schneller."

Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal.

Am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis.

Man kann Wasser streichen.

Man kann Millionen investieren.

Man kann Ermittlungen führen.

Man kann Fotos veröffentlichen.

Aber die Natur liest keine Pressemitteilungen.

Und Algen interessieren sich erstaunlich wenig für politische Erklärungen.

Ich bin Ronald Tramp.

Ich decke auf.

Ich habe viele Gefahren gesehen.

Schlaglöcher.

Behördenhotlines.

Drucker mit Papierstau.

Aber dass einmal ein ausgestreckter Arm zur nationalen Sicherheitsfrage werden könnte...

...damit hätte selbst ich nicht gerechnet.

Sollte die Park Police demnächst auch noch gegen besonders aggressive Goldfische ermitteln...

...bin ich selbstverständlich wieder live vor Ort.

Mit Sonnenbrille.

Reporterblock.

Und beiden Armen sicherheitshalber weit entfernt vom Wasser.

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Tags: USA Lincoln Memorial Washington Algen Park Police
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