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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Die große Duft-Diplomatie – Ministerin auf geheimer Cannabis-Mission!

Grafik: Deutschlands große Cannabis-Duftprobe

Zwischen Landwirtschaft, Sommerreise und Cannabispflanzen entwickelte sich in Oldenburg plötzlich Deutschlands wohl außergewöhnlichste Geruchsprobe. Ronald Tramp berichtet exklusiv von einer politischen Schnuppertour, bei der Sortennamen klangen wie Rockbands, Actionfilme und Zombie-Apokalypsen zugleich.

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Meine Damen und Herren, Freunde der gepflegten Bürokratie und der botanischen Wissenschaft – es ist passiert.

Deutschland hat eine neue Form der Regierungsarbeit entdeckt.

Nein.

Es geht diesmal nicht um Haushaltsverhandlungen.

Nicht um Koalitionsstreit.

Nicht einmal um einen Untersuchungsausschuss.

Es geht um...

Riechen.

Ganz genau.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte machte sich auf Sommerreise und besuchte einen Cannabis-Anbauverein in Oldenburg.

Und weil gewöhnliche Betriebsbesichtigungen offenbar längst aus der Mode gekommen sind, wurde diesmal geschnuppert.

An verschiedenen Cannabis-Sorten.

Ich sage euch:

Das ist genau die Art von Termin, für die deutsche Behörden vermutlich mindestens acht Seiten Sicherheitsvorschriften erstellt haben.

Schon die Begrüßung stelle ich mir herrlich vor.

"Willkommen."

"Bitte treten Sie ein."

"Aber bitte nichts anfassen."

"Und falls Sie niesen müssen, bitte vorher Formular G-420 ausfüllen."

Deutschland bleibt schließlich Deutschland.

Besonders beeindruckend fand ich die Sortennamen.

"RS #11."

"Gorilla Glue #4."

"Gelato #45."

"Girl Scout Cookies."

"Zombie Kush."

Ich wusste zunächst gar nicht, ob das Cannabis-Sorten oder das Line-up eines Heavy-Metal-Festivals sind.

Fehlte eigentlich nur noch:

"Jurassic Haze."

"Paragraf Purple."

"Beamten Diesel."

Oder mein persönlicher Favorit:

"Bürokratie OG."

Eine Sorte, bei der die Wirkung angeblich erst nach Genehmigung durch drei Behörden einsetzt.

Natürlich durfte die Ministerin einen Bereich betreten, den normale Mitglieder kaum zu Gesicht bekommen.

Das klingt fast wie ein Staatsbesuch im botanischen Hochsicherheitsbereich.

Vor meinem inneren Auge öffnet sich langsam eine schwere Stahltür.

Ein Sicherheitsbeamter flüstert:

"Bitte folgen Sie mir."

Fingerabdruck.

Augenscan.

Schlüsselkarte.

Dann öffnet sich die Tür.

Dahinter:

Pflanzen.

Viele Pflanzen.

Mehr Pflanzen.

Und irgendwo steht ein Vereinsmitglied und sagt stolz:

"Hier wächst unsere Zukunft."

Die Ministerin nickt interessiert.

Dann beginnt der große Geruchstest.

Ich stelle mir das ungefähr so vor wie eine Weinprobe.

Nur mit deutlich ungewöhnlicheren Sortennamen.

"Hmm..."

"Leichte Kräuternote."

"Ein Hauch von Wald."

"Dazu eine elegante Nuance Sommerwiese."

"Und im Abgang ganz zarte Erinnerungen an einen Gartencenter."

Daneben schreibt ein Beamter fleißig alles mit.

"Geruchsprotokoll Nummer 17."

Deutschland dokumentiert schließlich alles.

Natürlich frage ich mich sofort, wie dieser Termin intern vorbereitet wurde.

Im Ministerium dürfte es Tage zuvor hektisch zugegangen sein.

Arbeitsgruppe Sommerreise.

Referat Pflanzen.

Abteilung Geruch.

Untergruppe Nasenkoordination.

Ein Referent meldet sich:

"Sollen wir die Ministerin auf die Sortennamen vorbereiten?"

Ein anderer antwortet:

"Unbedingt."

"Nicht dass sie Gorilla Glue mit einem Baumarkt verwechselt."

Der nächste ergänzt:

"Und bitte erklären, dass Zombie Kush keine Sicherheitslage auslöst."

Professionelle Regierungsarbeit.

Besonders schön finde ich die Vorstellung, wie später die offiziellen Akten aussehen.

TOP 4: Geruchsbeurteilung botanischer Pflanzenproben.

Ergebnis:

"Es roch."

Vielen Dank.

Genau deshalb liebe ich Behörden.

Jeder andere Mensch hätte wahrscheinlich gesagt:

"Interessant."

Deutschland erstellt daraus einen Abschlussbericht.

Mit Inhaltsverzeichnis.

Anhang.

Fußnoten.

Und vermutlich einer Grafik über die durchschnittliche Schnupperdauer pro Pflanze.

Ich sehe bereits die nächste Entwicklung.

Es entstehen offizielle Fortbildungen.

"Einführung in die angewandte Cannabis-Olfaktorik."

Drei Tage Seminar.

Mit Zertifikat.

Abschlussprüfung:

Erkennen Sie Gelato #45 ausschließlich anhand der Duftnote.

Durchfallquote:

78 Prozent.

Besonders faszinierend finde ich allerdings die Vereinsnamen.

CSC Sativum.

Das klingt nicht wie ein Anbauverein.

Das klingt wie eine römische Geheimgesellschaft.

Oder eine Fußballmannschaft aus der Champions League.

"Und heute empfängt CSC Sativum den FC Bürokratia."

Anstoß 18 Uhr.

Schiedsrichter:

Das Landwirtschaftsministerium.

Natürlich hat der Verein inzwischen mehr als 450 Mitglieder.

Ich bin überzeugt, irgendwo existiert bereits eine Warteliste.

Nicht wegen der Pflanzen.

Sondern weil jeder einmal sehen möchte, wie eine Ministerin offiziell an "Zombie Kush" schnuppert.

Das bekommt man schließlich auch nicht jeden Tag geboten.

Ich rechne fest damit, dass andere Ministerien jetzt nachziehen.

Das Verkehrsministerium testet künftig den Duft frisch asphaltierter Straßen.

Das Innenministerium schnuppert an neuen Dienstmützen.

Das Finanzministerium riecht probeweise an frisch gedruckten Steuerbescheiden.

Dort erkennt man Mehreinnahmen angeblich bereits am Aroma.

Das Umweltministerium bewertet den Geruch verschiedener Regenwürmer.

Und das Digitalministerium besucht Rechenzentren, um festzustellen, ob künstliche Intelligenz eigentlich nach WLAN riecht.

Deutschland wäre schließlich nicht Deutschland, wenn aus jeder Betriebsbesichtigung irgendwann eine wissenschaftliche Disziplin würde.

Ich sehe schon die Pressekonferenz.

Ein Journalist fragt:

"Frau Ministerin, welche Sorte hat Sie besonders überzeugt?"

Alle Kameras richten sich nach vorne.

Absolute Stille.

Die Antwort lautet diplomatisch:

"Alle Pflanzen wurden im Rahmen des Termins gleichermaßen respektvoll betrachtet."

Perfekt.

Niemand beleidigt.

Niemand bevorzugt.

Genau so macht man Politik.

Am Ende bleibt festzuhalten:

Was als Sommerreise begann, entwickelte sich zu einer der wohl außergewöhnlichsten Betriebsbesichtigungen des Jahres.

Zwischen Gewächshaus, Geruchsprobe und Sortennamen, die eher nach Rockfestival als nach Botanik klingen, entstand ein Termin, den vermutlich niemand so schnell vergessen wird.

Und Ronald Tramp?

Der hätte selbstverständlich ebenfalls gern mitgeschnuppert.

Nicht aus wissenschaftlichem Interesse.

Sondern ausschließlich als investigativer Reporter.

Schließlich muss man als Journalist auch einmal tief durchatmen, um herauszufinden, worüber Deutschland morgen wieder diskutiert.

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Tags: Grüne Cannabis Landwirtschaft Niedersachsen Miriam Staudte CSC Sativum Oldenburg
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