Geschützte Meeresgebiete? Nicht mit Donald Trump! Millionen Jakobsmuscheln sollen künftig wieder auf amerikanischen Tellern landen. Ronald Tramp deckt auf, warum jetzt sogar Kabeljaue hektisch nach einem Immobilienmakler suchen.
Meine fantastischen Freunde,
ich habe schon viele politische Revolutionen erlebt.
Steuerreformen.
Grenzmauern.
Zölle.
Raumfahrt.
Aber jetzt kommt die wohl wichtigste Entscheidung der Weltgeschichte.
Jakobsmuscheln.
Ja.
Muscheln.
Nicht Atomwaffen.
Nicht Öl.
Nicht Gold.
Muscheln.
Und plötzlich schaut der komplette Atlantik nervös auf Washington.
Fantastisch.
Donald Trump hat nämlich beschlossen:
"Wir brauchen mehr Muscheln."
Ein Satz, der vermutlich in keinem einzigen Geschichtsbuch der letzten 2000 Jahre vorkam.
Bis heute.
Operation: Make Scallops Great Again
Die Mission ist klar.
Geschützte Meeresgebiete sollen teilweise wieder für die Fischerei geöffnet werden.
Warum?
Weil Millionen zusätzlicher Jakobsmuscheln auf amerikanischen Tellern landen sollen.
Ich stelle mir die Kabinettssitzung ungefähr so vor.
"Worum geht es heute?"
"Muscheln."
"Und morgen?"
"Wahrscheinlich wieder Muscheln."
"Fantastisch."
Der Atlantik bekommt eine Pressekonferenz
Ich glaube inzwischen, sämtliche Meeresbewohner haben bereits eine Krisensitzung einberufen.
Der Kabeljau eröffnet.
"Kollegen..."
"...es gibt Neuigkeiten."
Absolute Stille.
Die Heringe werden blass.
Die Krabben rutschen nervös seitwärts.
Ein Hummer fragt vorsichtig:
"Ist wieder Wahlkampf?"
"Nein."
"Schlimmer."
"Was denn?"
"Es geht um Jakobsmuscheln."
Panik.
Der Kabeljau sucht eine neue Wohnung
Besonders leid tut mir der Atlantische Kabeljau.
Er wohnt bekanntlich gern dort, wo künftig wieder Muscheln gefischt werden sollen.
Jetzt steht er vermutlich mit einem kleinen Umzugskarton am Meeresboden.
"Entschuldigung..."
"Haben Sie vielleicht eine freie Höhle?"
"Leider alles belegt."
"Wie sieht es hinter dem Korallenriff aus?"
"Zu teuer."
Wohnungsnot.
Jetzt sogar unter Wasser.
Der Meeresboden wird zum Parkplatz
Die Umweltschützer warnen natürlich.
Beim Fang der Jakobsmuscheln werde der Meeresboden abgeschabt.
Ich stelle mir das ungefähr so vor.
Ein Krebs schaut aus seinem Zuhause.
Plötzlich kommt ein gigantisches Fanggerät vorbei.
Zehn Sekunden später sieht die Gegend aus wie nach einer Großbaustelle.
Der Krebs sagt:
"Ich hatte hier gestern noch Möbel."
Donald liebt Wildjakobsmuscheln
Ich musste schmunzeln.
Denn Donald spricht nicht einfach von Muscheln.
Nein.
Von köstlichen Wildjakobsmuscheln.
Großartig.
Das klingt fast wie eine Luxusautomarke.
"Neu."
"Der Wildjakobsmuschel GT Premium."
Mit extra Meeresaroma.
Die NOAA erklärt den Rotationszugang
Natürlich gibt es einen Plan.
Rotationszugang.
Das klingt unglaublich wissenschaftlich.
Ich stelle mir das so vor.
Montag:
Die Fischer dürfen rein.
Dienstag:
Die Muscheln dürfen sich erholen.
Mittwoch:
Alle drehen sich einmal im Kreis.
Donnerstag:
Weiter geht's.
Effizienz!
Die Umweltverbände schlagen Alarm
Natürlich melden sich auch die Naturschützer.
Sie sagen:
"Moment mal."
"Vielleicht sollten wir die Tiere dort einfach leben lassen."
Ein völlig verrückter Gedanke.
Sofort beginnt eine Debatte.
Die eine Seite spricht von Arbeitsplätzen.
Die andere von Ökosystemen.
Und irgendwo sitzt eine Jakobsmuschel und fragt sich:
"Hat mich eigentlich jemand gefragt?"
Die Muschel-Gewerkschaft
Ich fordere sofort die Gründung der ersten Unterwassergewerkschaft.
Mitglieder:
- Jakobsmuscheln,
- Kabeljaue,
- Krabben,
- Hummer,
- und ein besonders nervöser Seestern.
Erste Forderung:
Mehr Urlaub.
Zweite Forderung:
Keine Fangnetze während der Mittagspause.
Dritte Forderung:
Schutz der persönlichen Sandfläche.
Völlig berechtigt.
Truth Social unter Wasser
Ich glaube übrigens, auch die Fische nutzen inzwischen soziale Medien.
Ein Kabeljau schreibt:
"Heute wieder Bagger am Meeresboden. Nicht schön."
Eine Muschel kommentiert:
"Kann das bestätigen."
Ein Hummer antwortet:
"Ich ziehe nach Kanada."
Binnen Sekunden trendet der Hashtag:
#SaveMySand
Mein exklusiver Besuch auf der Georges Bank
Ich war selbstverständlich gedanklich vor Ort.
Ronald Tramp recherchiert überall.
Ich sprach mit einer Muschel.
"Wie geht es Ihnen?"
"Ich bin angespannt."
"Warum?"
"Sie nennen uns plötzlich köstlich."
Verständlich.
Sobald Politiker anfangen, Lebensmittel besonders liebevoll zu beschreiben, wird es für das Lebensmittel meistens kompliziert.
Die Lösung liegt auf der Hand
Ich habe einen Kompromiss.
Die Fischer bekommen moderne Fangmethoden.
Die Umwelt erhält mehr Schutz.
Die Kabeljaue bleiben wohnen.
Die Muscheln bekommen ein Mitspracherecht.
Und Donald erhält jedes Jahr symbolisch eine goldene Jakobsmuschel als Auszeichnung für die weltweit größte politische Aufmerksamkeit, die jemals einer Muschel zuteilgeworden ist.
Alle gewinnen.
Fantastisch.
Nur Donald Trump schafft es, dass plötzlich Millionen Menschen über Jakobsmuscheln diskutieren, die vorher nicht einmal wussten, wie eine Jakobsmuschel aussieht.
Der Atlantik wird zum Politikum.
Der Meeresboden zur Titelseite.
Der Kabeljau zum Wohnungssuchenden.
Und die Muschel?
Die wird unfreiwillig zum berühmtesten Schalentier der Welt.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage euch:
Wenn demnächst die erste Pressekonferenz direkt vom Meeresgrund übertragen wird und ein Hummer die Fragen stellt...
...dann wundere ich mich über gar nichts mehr.
Großartig.
Einfach muschelig großartig.

