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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Island zur EU: Lieber Vulkan als Formular 27b

Grafi: Island sagt Nein - Der Kabeljau besiegt Brüssel

52,8 Prozent sagen Nein zu neuen EU-Beitrittsgesprächen. Ronald Tramp entdeckt Islands größte Sorge: Nicht Trump, nicht Vulkane – sondern womöglich der EU-Antrag für Kabeljau.

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Von Ronald Tramp, Europareporter für Fischquoten, Bürokratie und tektonische Unabhängigkeit

Meine lieben Europäer, Isländer und Menschen, die schon einmal versucht haben, auf einer EU-Webseite herauszufinden, welches Formular man benötigt, um das Formular zur Beantragung eines Formulars herunterzuladen!

Es ist passiert.

Island hat abgestimmt.

52,8 Prozent sagen:

NEIN!

47,2 Prozent sagen:

JA!

Und ungefähr 100 Prozent wissen anschließend immer noch nicht, welche Arbeitsgruppe in Brüssel eigentlich für die Größe eines zugelassenen Kabeljaus zuständig wäre.

Island möchte die EU-Beitrittsverhandlungen vorerst nicht wieder aufnehmen.

Ich, Ronald Tramp, sage:

THE FISH HAVE SPOKEN!

Und das Bemerkenswerte ist:

In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, Donald Trump, Grönland-Debatten, Ukraine-Krieg und arktischer Machtpolitik haben die Isländer offenbar alles sorgfältig abgewogen und gesagt:

„Schlimm. Aber habt ihr schon einmal eine EU-Verordnung gelesen?“

Zwischen Trump und Brüssel

Stellen Sie sich die Wahl vor.

Links:

Donald Trump.

Rechts:

EU-Bürokratie.

Trump sagt:

„Vielleicht gehört diese Insel eigentlich uns. Große Insel. Wunderschöne Insel. Viele Fische.“

Brüssel sagt:

„Bitte füllen Sie zunächst Anlage VII zur Vorprüfung des harmonisierten Fischereizugangsverfahrens aus.“

Der Isländer schaut nach links.

Schaut nach rechts.

Schaut auf seinen Vulkan.

„Ich nehme den Vulkan.“

Denn ein Vulkan ist wenigstens transparent.

Er raucht.

Dann rumpelt er.

Dann kommt Lava.

Bei EU-Bürokratie beginnt es ebenfalls mit Rauch, aber anschließend kommen 728 Seiten Durchführungsverordnung.

Das große Kabeljau-Problem

Besonders wichtig für Island ist die Fischerei. Die Kontrolle über die eigenen Gewässer gehört zu den zentralen Argumenten der EU-Skeptiker. (AP News)

Verständlich!

Island hat Fisch.

Sehr viel Fisch.

So viel Fisch, dass ein durchschnittlicher Kabeljau dort vermutlich politisch einflussreicher ist als manche europäische Regionalpartei.

Und nun stellen Sie sich den Beitritt vor.

Heute sagt der isländische Fischer:

„Ich fahre raus und fange Fisch.“

Nach dem EU-Beitritt:

„Ich fahre raus.“

STOP!

Haben Sie die Gemeinschaftliche Fangabsichtserklärung EU-FISCH-12/4?

Nein?

Zurück in den Hafen!

Dort benötigen Sie zunächst die elektronische Voranmeldung.

Die funktioniert ausschließlich mit:

FischID.

FischID verlangt Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Der Bestätigungscode wird Ihnen innerhalb von fünf bis sieben Werktagen per Kabeljau zugestellt.

Ronald besucht Brüssel

Ich bin selbstverständlich sofort nach Brüssel gereist und habe gefragt:

„Was müsste Island eigentlich alles übernehmen?“

Daraufhin rollten vier Beamte einen Aktenschrank herein.

Ich fragte:

„Ist das die Dokumentation?“

Antwort:

„Nein. Das ist das Inhaltsverzeichnis.“

VERY EUROPEAN!

Fantastische Bürokratie.

Weltklasse.

Europa kann eine Glühbirne so präzise regulieren, dass sie anschließend Angst hat zu leuchten.

Ich sehe bereits die ersten Vorschriften für Island.

EU-Verordnung 2027/881 zur Harmonisierung vulkanischer Ausbruchstemperaturen.

Lava darf nur noch zwischen 800 und 1.200 Grad austreten.

Darüber:

Sondergenehmigung.

Darunter:

Keine Lava, sondern thermisch auffälliges Gesteinsmaterial.

Der Vulkan bekommt CE-Kennzeichnung

Natürlich müssten auch Islands Vulkane europäisch harmonisiert werden.

Vor jedem Ausbruch:

Gefährdungsbeurteilung.

Umweltverträglichkeitsprüfung.

Datenschutzfolgenabschätzung.

Bürgerbeteiligung.

Vergabeverfahren.

Und ein Schild:

CE

Dann fragt jemand:

„Warum ist der Vulkan seit acht Monaten nicht ausgebrochen?“

Antwort:

„Die Ausschreibung wurde angefochten.“

Endlich Sicherheit!

52,8 Prozent gegen PowerPoint

Das Ergebnis war knapp. In Reykjavíks Wahlkreisen lagen die Befürworter vorne, während ländliche und küstennahe Regionen deutlich stärker gegen neue Verhandlungen stimmten. (euronews)

Das bedeutet:

Die Hauptstadt sagt:

„Europa!“

Die Fischer sagen:

„FINGER WEG VON UNSEREM KABELJAU!“

Und am Ende gewinnt der Kabeljau.

Demokratie kann wunderschön sein.

Ich fordere deshalb, dass künftig bei allen europäischen Abstimmungen zusätzlich ein Fisch befragt wird.

Moderator:

„Deutschland?“

Ja.

„Frankreich?“

Ja.

„Italien?“

Enthaltung.

„Kabeljau?“

BLUBB.

Antrag abgelehnt.

Island hat Europa Premium – ohne Vollabo

Das wirklich Geniale:

Island ist bereits Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums und des Schengen-Raums. Das Nein ändert daran grundsätzlich nichts. (euronews)

Island besitzt damit gewissermaßen:

EU LIGHT™

Freizügigkeit?

Ja.

Binnenmarkt?

Weitgehend dabei.

Schengen?

Natürlich.

EU-Mitglied?

NÖ.

Das ist wie Netflix benutzen, ohne Netflix-Aktien kaufen zu müssen.

Oder im Fitnessstudio duschen, aber niemals trainieren.

Brüssel:

„Wollt ihr nicht endlich Vollmitglied werden?“

Island:

„Was kostet Premium?“

Brüssel:

„Fischereipolitik, politische Integration und viele spannende Verhandlungen.“

Island:

„Gibt es einen Werbeblocker?“

Ronalds europäischer Beitrittstest

Ich schlage deshalb ein neues Verfahren vor.

Jedes Land, das der EU beitreten möchte, bekommt zunächst einen einfachen Test.

Aufgabe:

Sie möchten einen Fisch verkaufen.

Bitte bestimmen Sie:

Fangquote,

Herkunftsnachweis,

Hygienekategorie,

Kühlkette,

Fanggebiet,

Artenschutzstatus,

Mehrwertsteuer,

Verpackungsrichtlinie,

CO₂-Bilanz,

Allergenhinweis,

Datenschutzbeauftragten des Fisches.

Wer danach immer noch Mitglied werden möchte:

Willkommen in Europa!

Dieser Mensch meint es wirklich ernst.

Und Trump?

Besonders schön ist natürlich der geopolitische Hintergrund.

Die Debatte um Islands europäische Bindung bekam auch durch die Unsicherheit im hohen Norden neue Nahrung. Trumps wiederholte Grönland-Äußerungen spielten dabei eine Rolle. (AP News)

Und trotzdem sagte eine knappe Mehrheit:

Keine neuen EU-Verhandlungen.

Damit hat Brüssel etwas geschafft, was nur wenige Institutionen schaffen:

Menschen schauen gleichzeitig auf geopolitische Spannungen, Russland, Trump und die Zukunft der Arktis –

und denken:

„Moment. Was passiert eigentlich mit unseren Fischquoten?“

RESPECT!

MAKE ICELAND ICELAND AGAIN!

Meine Damen und Herren:

Island hat nicht gegen Europa gestimmt.

Es hat gegen neue Beitrittsverhandlungen gestimmt.

Wichtiger Unterschied.

Aber Satire kennt selbstverständlich ihre eigene Übersetzung:

Brüssel klopfte an.

Island öffnete die Tür.

Brüssel hielt einen 14 Kilogramm schweren Ordner hoch.

Island sah den Ordner.

Island sah den Atlantik.

Island sah seine Fische.

Und Island sagte:

„NEIN DANKE. WIR HABEN SCHON VULKANE.“

Denn Vulkane sind gefährlich.

Vulkane sind unberechenbar.

Vulkane können ganze Regionen lahmlegen.

Aber wenigstens verlangen sie nicht, dass Sie vorher Formular EU-LAVA-27b in dreifacher Ausfertigung unterschreiben.

MAKE ICELAND COMPLICATED ONLY BY NATURE AGAIN!

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Tags: Donald Trump Bürokratie EU Fischerei Referendum EU-Beitritt Island
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