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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Die Drohne auf Rädern: Spionage jetzt mit Sitzheizung

Grafik: Spionage auf vier Rädern

Vernetzte Autos sehen, hören und speichern immer mehr. Ronald Tramp untersucht die „Drohne auf Rädern“ – und gründet vorsichtshalber die deutsche Autoabwehr.

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Von Ronald Tramp, investigativer Spezialreporter für Elektromobilität, Weltspionage und verdächtig neugierige Rückfahrkameras

Meine lieben Autofahrer, Datenschützer und Menschen, die bislang dachten, ihr größtes Problem mit einem modernen Auto sei die Frage, warum man für die Sitzheizung plötzlich ein Benutzerkonto braucht!

Wir müssen reden.

Über Elektroautos.

Genauer gesagt über vernetzte Autos, die Kameras, Mikrofone, GPS, Sensoren und genug Computertechnik besitzen, um vermutlich nebenbei herauszufinden, dass Sie jeden Donnerstag um 18:12 Uhr heimlich bei McDonald’s halten, obwohl Sie Ihrer Familie erzählt haben, Sie seien noch im Büro.

Die Bundesregierung arbeitet laut „Spiegel“ an einer nationalen Risikoanalyse zu den Sicherheitsgefahren solcher Fahrzeuge. Hintergrund ist unter anderem die Frage, ob vernetzte Autos – beispielsweise chinesischer Hersteller – als Datensammler missbraucht werden könnten.

Ich, Ronald Tramp, sage:

WELCOME TO SPIONAGE 4.0!

Früher musste ein Geheimagent noch einen Trenchcoat tragen, sich hinter einer Zeitung verstecken und mit einer Minox-Kamera militärische Anlagen fotografieren.

Heute reicht möglicherweise:

Parken.

James Bond heißt jetzt BYD Bond

Ein modernes Auto sieht alles.

Kameras vorne.

Kameras hinten.

Kameras an der Seite.

Mikrofone.

Radar.

GPS.

Sensoren.

Vermutlich weiß der Wagen inzwischen mehr über seine Umgebung als der Fahrer.

„Schatz, wo haben wir geparkt?“

Das Auto:

„Ich weiß es. Und möglicherweise ein Server ebenfalls.“

Polen und die Schweiz haben deshalb bereits Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Fahrzeuge im Umfeld militärischer Anlagen eingeführt.

Eine polnische Wissenschaftlerin beschreibt vernetzte Autos drastisch als „Drohnen auf Rädern“.

Fantastisch!

Damit bekommt der Satz „Da fährt jemand langsam an der Kaserne vorbei“ plötzlich eine vollkommen neue Bedeutung.

Früher:

„Der sucht wahrscheinlich einen Parkplatz.“

Heute:

„ALARM! DER MG Z4 HAT WLAN!“

Die Bundesregierung erkennt eine abstrakte Gefahr

Das Bundesinnenministerium spricht bislang von „abstrakten Missbrauchsgefahren“. Konkrete Vorfälle seien nicht bekannt.

Deutschland liebt abstrakte Gefahren.

Das bedeutet ungefähr:

Wir wissen nicht, ob etwas passiert.

Wir wissen nicht, wann etwas passiert.

Wir wissen nicht, wer es machen würde.

Aber vorsichtshalber gründen wir eine Arbeitsgruppe.

VERY GERMAN. VERY PROFESSIONAL.

Als investigativer Reporter habe ich deshalb sofort eine eigene Risikoanalyse erstellt.

Dauer:

Elf Minuten.

Kosten:

Eine Currywurst und zwei Kaffee.

Ergebnis:

Wenn ein Fahrzeug Kameras, Mikrofone, GPS, Internetzugang, Cloud-Verbindung und regelmäßige Softwareupdates besitzt, sollte man es sicherheitspolitisch vielleicht nicht genauso behandeln wie einen Opel Kadett von 1987, dessen fortschrittlichster Sensor ein Fahrer namens Günther war.

Ronald gründet die Autoabwehr

Ich fordere deshalb die sofortige Einrichtung des:

BUNDESAMTES FÜR VERDÄCHTIG HERUMSTEHENDE FAHRZEUGE

Kurz: BfVHF.

Vor jeder Kaserne steht künftig ein Beamter.

Auto nähert sich.

„Nationalität?“

„Chinesisch.“

„Kameras?“

„Acht.“

„Mikrofone?“

„Vier.“

„Cloud-Anbindung?“

„Ja.“

„Warum sind Sie hier?“

„Ich bringe Oberst Müller seine Pizza.“

HÖCHSTE ALARMSTUFE!

Die Pizza wird beschlagnahmt.

Der Fahrer überprüft.

Das Auto in Alufolie eingewickelt.

Deutschland ist wieder sicher.

Aber China macht es selbst strenger?

Besonders interessant: Nach Einschätzung der zitierten China-Expertin behandelt Peking vernetzte Fahrzeuge selbst deutlich stärker als Sicherheitstechnologie und geht restriktiver mit ihnen um als viele europäische Staaten.

Das ist bemerkenswert.

Wenn der Hersteller eines Küchenmessers sagt:

„Übrigens, damit kann man sich schneiden“,

sollte Europa vielleicht nicht antworten:

„Interessant. Wir verwenden es als Kinderspielzeug.“

Europa hat bei Digitalisierung manchmal eine erstaunliche Strategie.

Erst wird alles vernetzt.

Dann werden möglichst viele Daten gesammelt.

Dann wandern die Daten in irgendeine Cloud.

Und ungefähr fünf Jahre später betritt jemand hektisch einen Konferenzraum:

„HAT EIGENTLICH JEMAND ÜBER SICHERHEIT NACHGEDACHT?“

Stille.

PowerPoint startet.

Vielleicht schaut auch Moskau mit

Die Forscherin hält es zudem angesichts der engeren chinesisch-russischen Militärkooperation für möglich, dass in Europa gesammelte Daten auch in Russland landen könnten.

Wohlgemerkt: möglich.

Nicht nachgewiesen.

Und genau diese Unterscheidung ist wichtig.

Aber für Ronalds Satireabteilung reicht bereits die Vorstellung.

Irgendwo sitzt Sergej in einem fensterlosen Raum vor zwölf Monitoren.

„Chef! Neue strategische Informationen aus Deutschland!“

„Militärbewegungen?“

„Nein.“

„Neue Waffensysteme?“

„Nein.“

„Was dann?“

„Herr Schneider aus Gelsenkirchen fährt seit 14 Minuten rückwärts durch ein Parkhaus.“

Pause.

„Interessant.“

„Und er hat noch 23 Prozent Akku.“

„Mein Gott. Deutschland ist verwundbar.“

Das Auto weiß sowieso alles

Das eigentliche Thema reicht allerdings weit über chinesische Hersteller hinaus.

Das BSI warnt schließlich grundsätzlich davor, dass Daten vernetzter Fahrzeuge abfließen können – beispielsweise für Werbung oder KI-Training.

Ihr Auto könnte also theoretisch nicht nur Transportmittel sein.

Sondern:

Kamera.

Mikrofon.

Bewegungsprofil.

Werbeplattform.

KI-Lieferant.

Und irgendwann:

„Sie haben gestern dreimal vor einer Pizzeria gebremst. Möchten Sie Premium Pizza Plus für 7,99 Euro monatlich aktivieren?“

NEIN!

„Sprachbefehl als Kaufbestätigung erkannt.“

Ronalds ultimative Sicherheitslösung

Ich habe deshalb eine revolutionäre Lösung entwickelt:

Den Ronald Tramp Secure Car 1.0.

Keine Kamera.

Kein Mikrofon.

Keine Cloud.

Kein WLAN.

Kein Bluetooth.

Keine App.

Keine Softwareupdates.

Navigation erfolgt mit einem Straßenatlas von 1998.

Einziger Sensor:

Der Fahrer schaut aus dem Fenster.

Absolut unhackbar!

Okay, außer jemand klaut das Auto.

Aber auch dann findet er ohne Google Maps wahrscheinlich nicht weit.

Meine Damen und Herren, die entscheidende Frage der modernen Mobilität lautet deshalb längst nicht mehr:

„Wie weit fährt mein Elektroauto?“

Sondern:

„WER FÄHRT DATENTECHNISCH EIGENTLICH ALLES MIT?“

Das Auto der Zukunft soll elektrisch, autonom, intelligent und vernetzt sein.

Sehr schön.

Vielleicht sollten wir nur verhindern, dass es am Ende mehr über die Umgebung weiß als der Verfassungsschutz.

MAKE CARS DUMB AGAIN!

Sometimes stupid is secure.

Believe me.

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Tags: BSI Datenschutz Spionage China E-Auto Cybersicherheit vernetzte Autos
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