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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Großer Biberkrieg: Wem gehören eigentlich die Nagezähne?

Grafik: Der Konzern will jetzt auch die Zähne

Ein Tankstellenriese verklagt einen kleinen Laden wegen eines Biberlogos. Ronald Tramp untersucht den globalen Nager-Markenkrieg und entdeckt: Bald könnten sogar Zähne, Fell und Baumfällen lizenzpflichtig werden.

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Meine Damen und Herren, ich habe einen Krieg entdeckt.

Keinen normalen Krieg. Keinen Handelskrieg. Keinen Burgerkrieg.

Einen Biberkrieg.

Und glauben Sie mir: Er ist größer, haariger und juristisch deutlich besser ausgestattet als alles, was Sie bisher gesehen haben.

In Beavercreek gibt es einen kleinen Laden namens Beaver’s Mini Mart. Kleiner Laden, kleines Logo, großer Biber. Eigentlich friedlich. Der Biber schaut freundlich, vermutlich denkt er an Holz.

Doch dann kam Buc-ee’s.

Ein riesiger Tankstellenkonzern mit Biberlogo.

Und offenbar gilt jetzt im amerikanischen Markenrecht: Wer zuerst einen Biber auf ein Schild malt, besitzt irgendwann den gesamten Wald.

Buc-ee’s verklagt den kleinen Laden wegen des Biberlogos.

Ich bin natürlich sofort hingefahren.

Investigativer Journalismus.

Niemand untersucht Nager härter als Ronald Tramp. Einige sagen sogar, ich hätte mehr Erfahrung mit Bibern als die Forstverwaltung. Sehr angesehene Leute.

Vor Ort traf ich Menschen, die den kleinen Laden unterstützen. Die Stadt selbst hatte den Biber kurz zuvor sogar offiziell als Teil ihrer Geschichte gewürdigt.

Das ist natürlich hochproblematisch.

Denn wenn Großkonzerne anfangen, Tiere zu besitzen, geraten wir in gefährliches Gelände.

Heute der Biber.

Morgen der Zahn.

Übermorgen das Nagen.

Ich habe deshalb vertrauliche Pläne gesehen. Sehr vertraulich. Vielleicht existieren sie nicht einmal, so vertraulich sind sie.

Demnach soll bereits geprüft werden, folgende Dinge markenrechtlich schützen zu lassen:

Biberzähne.

Biberfell.

Biberschwänze.

Holz.

Das Geräusch „knack“.

Und möglicherweise sogar das Fällen von Bäumen.

Das wäre katastrophal.

Stellen Sie sich vor, ein echter Biber baut einen Damm.

Plötzlich kommt ein Anwalt aus Texas aus dem Gebüsch:

„Unterlassungserklärung!“

Der Biber schaut verwirrt.

Der Anwalt sagt:

„Sie verwenden ohne Lizenz zwei Schneidezähne und markentypisches Holzverarbeitungsverhalten.“

Boom.

Klage.

Der Biber verliert seinen Bau.

Genau so beginnt Konzernherrschaft.

Ich habe deshalb einen Experten gefragt, ob man überhaupt einen Biber besitzen könne.

Er sagte: „Natürlich nicht.“

Sehr enttäuschende Antwort.

Also fragte ich einen Markenrechtsanwalt.

Der sagte 45 Minuten lang Dinge wie „Verwechslungsgefahr“, „Kennzeichnungskraft“ und „schutzfähige Gestaltung“.

Danach wusste niemand mehr, wem der Wald gehört.

So funktioniert Recht.

Besonders beeindruckend ist die Größenordnung.

Auf der einen Seite: ein großer Konzern mit Geld, Anwälten und vermutlich einem Konferenzraum namens „Rodent Strategy Center“.

Auf der anderen Seite: ein kleiner Laden.

Und genau da zeigt sich die moderne Wirtschaft.

Früher musste ein großes Unternehmen bessere Produkte anbieten.

Heute genügt möglicherweise ein Aktenordner.

Ich habe deshalb meinen eigenen Vorschlag gemacht.

Der kleine Laden sollte sein Logo ändern.

Kein Biber mehr.

Ein „rechtlich nicht näher bestimmbares mittelgroßes Säugetier mit neutralen Vorderzähnen“.

Perfekt.

Keine Verwechslungsgefahr.

Leider sieht es aus wie eine depressive Wasserratte.

Aber juristisch sensationell.

Der Konflikt zeigt etwas Wichtiges:

Wenn Konzerne irgendwann jeden Biber, jeden Zahn und jedes Stück Holz für sich beanspruchen, bleibt uns nur noch eines.

Ronald Tramp registriert vorsorglich das Wort „Markenrecht“.

Dann kostet jede Klage Lizenzgebühr.

Das wäre Gerechtigkeit.

Und vermutlich mein bestes Geschäftsmodell seit der Erfindung künstlicher Selbstüberschätzung.

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Tags: USA Markenrecht Buc-ee’s Unternehmensmacht Biberkrieg
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