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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Roboter schlägt Bolt – und verliert gegen ein Ladekabel

Roboter schlägt Bolt – und verliert gegen ein Ladekabel

Roboter brechen Sprintrekorde, doch Ronald Tramp entdeckt ihre wahre Schwäche: Kabel, Stühle, Wände und überraschend auftretende Realität.

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Meine Damen und Herren, ich habe die Zukunft gesehen. Sie ist schnell. Sehr schnell. Vielleicht sogar schneller als Usain Bolt.

Leider findet sie die Steckdose nicht.

Bei den Humanoiden-Roboterspielen in Peking liefen Maschinen über 100 Meter in Zeiten, bei denen selbst Weltrekorde plötzlich aussehen wie gemütliche Spaziergänge zum Briefkasten. Beeindruckend! Historisch! Elektrisch!

Natürlich musste Ronald Tramp ermitteln. Niemand untersucht künstliche Intelligenz intelligenter als ich. Manche sagen sogar, meine natürliche Intelligenz sei künstlich nicht reproduzierbar. Sehr kluge Leute sagen das.

Also besuchte ich das berühmte Institut für künstliche Selbstüberschätzung. Dort präsentierte man mir den „LeadershipBot 9000“.

„Er läuft Weltrekord“, sagte der Forscher stolz.

Ich fragte: „Kann er arbeiten?“

Stille.

Dann sprang irgendwo ein Lüfter an.

Der LeadershipBot kann sprinten, winken, Kameras beeindruckend anblicken und bedeutungsvoll in die Ferne starren. Damit erfüllt er bereits ungefähr 85 Prozent aller Anforderungen an modernes Topmanagement.

Doch ich wollte echte Alltagstauglichkeit sehen.

Erste Aufgabe: Ladekabel anschließen.

Der Roboter betrachtete das Kabel.

Das Kabel betrachtete den Roboter.

Nach einer Minute erklärte der Techniker: „Das System analysiert.“

Nach zwei Minuten: „Es entwickelt eine Strategie.“

Nach drei Minuten: „Wir benötigen vermutlich ein Update.“

Fantastisch! Wenn ein Mensch drei Minuten vor einer Steckdose sitzt, nennt man ihn unfähig. Wenn eine Maschine das macht, bekommt sie Forschungsgelder.

Dann der Restauranttest.

Der Roboter sollte ein Tablett zum Tisch bringen. Dafür brauchte er elf Ingenieure, mehrere Kameras und ungefähr so viel Rechenleistung wie eine mittelgroße Stadtverwaltung.

Zwei Schritte liefen perfekt.

Beim dritten entdeckte er einen Stuhl.

Chaos!

Das Tablett kippte um.

„Fehler?“, fragte ich.

„Nein“, sagte der Forscher. „Unvorhergesehene Flüssigkeitsumverteilung.“

So klingt Zukunft!

Anschließend sollte LeadershipBot einen Karton durch den Raum tragen. Leider stand dort eine Wand.

BUMM.

Roboter am Boden.

„Was jetzt?“

„Softwareupdate.“

Meine Damen und Herren, ich möchte diese Technologie sofort für Menschen.

Auto gegen Garage gefahren? Update.

Kaffee verschüttet? Patch.

Montags keine Lust? Systemwartung.

Das Geniale an moderner Robotik ist nämlich nicht der Rekord. Es ist die Präsentation. Man entfernt alle schwierigen Bedingungen, baut eine perfekte Strecke, dreht ein sensationelles Video und schreibt anschließend: DIE ZUKUNFT IST DA!

Erst später fragt irgendein unangenehmer Mensch: „Kann das Ding eigentlich etwas Nützliches?“

Ich habe LeadershipBot deshalb sofort einen Job angeboten:

Chief Executive Officer für strategische Zukunftsbeschleunigung.

Schnell auftreten, große Erwartungen erzeugen, praktische Probleme delegieren und bei Fehlern ein Update verlangen.

Perfekte Führungskraft.

Leider konnte er den Vertrag nicht unterschreiben.

Akku leer.

Das Ladekabel lag direkt daneben.

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Tags: KI Roboter Robotik Usain Bolt Humanoide Roboter KI-Hype
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