Donald Trump feiert seinen 80. Geburtstag nicht mit Kuchen und Kerzen, sondern mit Käfigkämpfen, Muskelbergen und einer Show, die selbst römische Kaiser neidisch gemacht hätte. Ronald Tramp berichtet von einem Abend zwischen Demokratie, Entertainment und vollkommenem Wahnsinn.
Von Ronald Tramp
Meine lieben Leserinnen, Leser und zufällig vorbeigelaufenen Politikwissenschaftler,
ich habe in meinem Leben vieles gesehen.
Ich habe Politiker erlebt, die Wahlversprechen machten. Ich habe Behörden erlebt, die ein Faxgerät für Digitalisierung hielten. Ich habe sogar Menschen getroffen, die behaupteten, Ananas gehöre auf Pizza.
Aber nichts – und ich meine wirklich nichts – konnte mich auf den Sonntagabend vorbereiten, an dem Donald Trump seinen 80. Geburtstag mit einem gigantischen MMA-Spektakel vor dem Weißen Haus feierte.
Und was für ein Spektakel das war!
Vergesst die Mondlandung.
Vergesst Woodstock.
Vergesst die Gründung der Vereinigten Staaten.
Hier wurde Geschichte geschrieben. Oder zumindest jemand gegen einen Käfig geschleudert.
Schon der Einmarsch hatte die subtile Eleganz eines Hollywood-Films, der von zwölf Energy-Drink-Herstellern gleichzeitig gesponsert wurde.
Donald Trump marschierte gemeinsam mit UFC-Chef Dana White in die eigens errichtete Arena ein. Die Faust erhoben. Die Menge jubelte. Feuerwerke explodierten. Irgendwo spielte vermutlich ein Adler auf einer elektrischen Gitarre die Nationalhymne.
Zumindest fühlte es sich so an.
Das Weiße Haus, einst Symbol demokratischer Institutionen, wirkte an diesem Abend eher wie die Mischung aus Kolosseum, WrestleMania und einem Grillfest in Florida.
Und mitten drin: Donald Trump.
Der Präsident.
Der Geburtstagskönig.
Der Oberkommandierende der Vereinigten Schlagkraft.
Während draußen Historiker versuchten zu erklären, warum die USA eigentlich gegründet wurden, prügelten sich vor den Fenstern des Oval Office muskelbepackte Kämpfer gegenseitig in neue Zeitzonen.
Manche Zuschauer bezeichneten die Veranstaltung als bizarr.
Andere nannten sie absurd.
Wieder andere fragten, ob jemand versehentlich eine Satirezeitung zur Regierung gemacht habe.
Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht größer denken würde.
Warum einen normalen Geburtstag feiern?
Warum Kerzen auspusten, wenn man stattdessen Menschen durch Käfigwände werfen kann?
Warum Kuchen anschneiden, wenn man Ringrichter einsetzen kann?
Das ist Innovation.
Das ist Disruption.
Das ist Geburtstagsmanagement auf einem Niveau, das PowerPoint-Präsentationen nie erreichen werden.
Besonders beeindruckend war die Symbolik.
Die Vereinigten Staaten feierten ihr 250-jähriges Bestehen.
Viele Nationen hätten dazu Konzerte veranstaltet.
Kulturelle Programme organisiert.
Historische Ausstellungen eröffnet.
Trump dagegen fragte offenbar:
„Was wäre, wenn wir stattdessen zwei Schwergewichte aufeinander loslassen?“
Ein visionärer Ansatz.
Während die Kämpfer durch die Arena flogen, versuchten Politikwissenschaftler hektisch neue Fachbegriffe zu entwickeln.
„Postdemokratischer Muskelpopulismus.“
„Käfigbasierte Verfassungsdidaktik.“
„Mixed Martial Governance.“
Noch sind sich die Experten uneinig.
Parallel dazu fand in New York eine Gegenveranstaltung statt.
Dort protestierten unter anderem Jane Fonda und Bette Midler gegen Trumps Politik.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto der Meinungsfreiheit.
Ein sehr ehrenwertes Anliegen.
Doch seien wir ehrlich:
Während in New York Menschen über den ersten Verfassungszusatz diskutierten, diskutierten in Washington zwei MMA-Kämpfer über Schwerkraft und Nasenbeinbrüche.
Beide Seiten verteidigten ihre Werte auf ihre Weise.
Jane Fonda sprach über demokratische Rechte.
Im Weißen Haus sprach ein Ringrichter über erlaubte Ellbogen-Techniken.
Amerika ist eben ein vielfältiges Land.
Besonders bemerkenswert war die Beteiligung der Bewegung „No Kings“.
„Keine Könige“, lautet ihr Motto.
Eine interessante Botschaft.
Denn zeitgleich feierte ein Präsident seinen Geburtstag mit einer Arena vor seinem Amtssitz, begleitet von Jubelrufen, Faustgesten und einem Spektakel, das selbst römische Kaiser beeindruckt hätte.
Historiker berichten, dass einige Mitglieder der Bewegung kurz auf ihre Handys schauten, das Livebild sahen und kollektiv murmelten:
„Okay. Das macht unseren Punkt vielleicht etwas einfacher.“
Millionen Menschen beteiligten sich an Protestaktionen.
Millionen andere schalteten vermutlich den Kampf ein.
Und irgendwo dazwischen saß ich.
Ronald Tramp.
Reporter.
Beobachter.
Chronist des Wahnsinns.
Ich blickte auf die Arena.
Auf die Scheinwerfer.
Auf die jubelnden Fans.
Auf die Kämpfer.
Auf das Weiße Haus.
Und ich stellte mir eine einzige Frage:
Was kommt nächstes Jahr?
Ein Formel-1-Rennen durch den Westflügel?
Monster-Trucks auf dem Rasen?
Eine Lasershow mit bewaffneten Robotern?
Ein Battle-Royale-Turnier zur Auswahl des Kabinetts?
Bei Donald Trump weiß man es nie.
Und genau deshalb wird es niemals langweilig.
Denn während andere Präsidenten ihre Memoiren schreiben, scheint Trump fest entschlossen zu sein, jede einzelne Schlagzeile persönlich zu inszenieren.
Manche nennen das Politik.
Manche nennen es Unterhaltung.
Ich nenne es die vermutlich teuerste Geburtstagsparty der Weltgeschichte.
Und irgendwo in den Archiven der Zukunft wird ein Historiker auf diese Episode stoßen, kurz innehalten und fragen:
„Moment mal … das ist wirklich passiert?“
Ja.
Offenbar schon.
Und ich war dabei.
Zumindest emotional.
Aus sicherer Entfernung.
Hinter einer sehr stabilen Käfigwand.

