Donald Trump darf 2028 nicht noch einmal antreten – also beginnt im Weißen Haus offenbar die Casting-Show für seine Nachfolge. JD Vance liegt vorne, Marco Rubio steht bereit und Ronald Tramp fragt sich: Kann Amerika überhaupt noch einen Präsidenten wählen, ohne dass Trump vorher den Daumen drauflegt?
Liebe Freunde,
es gibt schwierige Aufgaben.
Einen IKEA-Schrank ohne Anleitung aufbauen.
Einem Deutschen erklären, warum drei Minuten Verspätung noch keine Staatskrise sind.
Oder bei der FIFA jemanden finden, der nicht gerade jemand anderem sein uneingeschränktes Vertrauen ausspricht.
Aber die schwierigste Aufgabe der Vereinigten Staaten lautet derzeit:
Wie ersetzt man Donald Trump durch jemanden, der Donald Trump ersetzt, ohne dabei Donald Trump zu ersetzen?
Ich bin Ronald Tramp, internationaler Spitzenreporter und ausgewiesener Experte für politische Erbmonarchien in Republiken.
Und im Weißen Haus läuft offenbar bereits die Casting-Show des Jahrhunderts:
„America’s Next Top Trump – ohne Trump.“
Denn 2028 ist Schluss. Die US-Verfassung kennt keine Bonuskarte. Zwei Amtszeiten sind zwei Amtszeiten. Auch wenn jemand vermutlich irgendwann vorschlagen wird, dass Amtszeiten, die besonders großartig waren, verfassungsrechtlich nur als halbe Amtszeiten zählen sollten.
Damit braucht die Republikanische Partei einen Nachfolger.
Und Donald Trump scheint bereits einen Favoriten zu haben:
JD Vance.
„Letztendlich müssen wir JD wählen“
Laut Washington Post soll Trump bei einem Treffen mit Parteispendern im Oval Office erklärt haben, letztendlich müsse man JD wählen.
Das ist amerikanische Demokratie in ihrer effizientesten Form.
Andere Parteien veranstalten Vorwahlen.
Debatten.
Townhalls.
Parteitage.
Umfragen.
In Iowa stehen Menschen sechs Stunden in einer Turnhalle und diskutieren darüber, welcher Kandidat die Zukunft Amerikas verkörpert.
Trump dagegen sitzt im Oval Office, schaut sich um und sagt sinngemäß:
„Wir nehmen JD.“
Fertig.
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Allerdings beruft sich der Bericht auf anonyme Quellen. Und andere anonyme Berater sagen wiederum, Trump habe sich möglicherweise noch gar nicht endgültig entschieden.
Das bedeutet:
Anonyme Quelle Nummer eins sagt: Vance.
Anonyme Quelle Nummer zwei sagt: Vielleicht.
Anonyme Quelle Nummer drei sagt vermutlich gerade irgendwo:
„Marco hat noch Chancen.“
Willkommen in Washington, wo selbst Gerüchte inzwischen einen Pressesprecher brauchen.
JD Vance: der Kronprinz von MAGA-Lago
Vance gilt schon länger als Favorit.
Vizepräsident.
Loyal.
Medienerfahren.
Politisch bestens im Trump-Universum verankert.
Und vor allem besitzt er die wichtigste Qualifikation für eine Trump-Nachfolge:
Donald Trump scheint ihn zu mögen.
Das ist ungefähr so wertvoll wie im Mittelalter die Zustimmung des Königs, nur mit mehr Fernsehkameras und weniger Pferden.
Ein Präsident Trump darf keinen dritten Durchgang absolvieren.
Aber ein Präsident Vance?
Sehr interessant.
Dann könnte Trump theoretisch Präsidentenberater werden.
Oder Seniorberater.
Oder Oberberater.
Oder „Chairman of Presidential Excellence“.
Vielleicht bekommt er einfach einen goldenen Schreibtisch neben dem Resolute Desk.
Vance regiert.
Trump erklärt anschließend, wie gut Vance regiert hat.
Und wenn etwas schiefläuft, erklärt Trump:
„Ich hätte es anders gemacht.“
Perfektes System.
Aber da wäre noch Marco Rubio
Denn das republikanische Casting hat einen zweiten prominenten Kandidaten:
Marco Rubio.
Außenminister.
Nationaler Sicherheitsberater.
Politisches Schwergewicht.
Trump bezeichnete sowohl Rubio als auch Vance bereits als sehr intelligent und brachte sogar ein gemeinsames Ticket ins Gespräch.
Vance und Rubio.
Das klingt weniger wie eine Präsidentschaftskandidatur als wie eine internationale Anwaltskanzlei.
Vance & Rubio – wir vertreten Ihre Interessen, solange Donald zustimmt.
Trump meinte, dieses Team sei nur schwer zu schlagen.
Und ich muss sagen:
Das ist politisch clever.
Denn wenn man noch nicht weiß, wer Präsident werden soll, erklärt man einfach beide für fantastisch.
Das ist wie beim Pferderennen beide Favoriten zu loben und hinterher zu sagen:
„Genau diesen Sieger habe ich erwartet.“
Rubio bietet bereits freiwillig den Beifahrersitz an
Noch bemerkenswerter:
Rubio hat bereits signalisiert, dass er Vance unterstützen würde, sollte dieser kandidieren.
Meine Freunde, das ist Washington 2028.
Der Wahlkampf hat noch nicht richtig begonnen und einer der möglichen Kandidaten sagt praktisch:
„Wenn JD will, nehme ich meine Jacke wieder mit.“
Unglaublich.
Normalerweise verbringen Politiker zwei Jahre damit, öffentlich zu erklären, dass sie überhaupt keine Ambitionen haben, während im Keller bereits 14 Strategieberater eine Wahlkampfwebsite programmieren.
Rubio überspringt diese Phase einfach.
JD kandidiert?
Dann unterstützt Marco JD.
Vielleicht.
Falls Trump es will.
Vielleicht.
Falls Trump seine Meinung nicht ändert.
Vielleicht.
Denn es gibt einen entscheidenden Faktor: Trump kann sich umentscheiden
Und hier liegt die wahre Spannung.
Berater warnen offenbar davor, die Sache als entschieden zu betrachten.
Denn Donald Trump könnte seine Meinung ändern.
Was?
Donald Trump?
Meinung ändern?
Unvorstellbar!
Das wäre ungefähr so überraschend wie ein Tweet in Großbuchstaben.
Heute:
„JD IST DIE ZUKUNFT!“
Morgen:
„Marco war IMMER mein Favorit!“
Übermorgen:
„Viele Menschen sagen, Ronald Tramp wäre ausgezeichnet.“
Ich wäre natürlich verfügbar.
Rein journalistisch.
Die republikanische Casting-Show beginnt
Man muss sich vorstellen, wie die nächsten zwei Jahre aussehen könnten.
JD Vance besucht Ohio.
Marco Rubio reist nach Florida.
Beide halten Reden.
Beide sammeln Spenden.
Beide erklären, dass sie über 2028 überhaupt nicht nachdenken.
Und beide schauen jeden Morgen aufs Handy:
„Hat Donald schon etwas gesagt?“
Denn Trumps Unterstützung könnte bei republikanischen Vorwählern enorm wichtig werden.
Damit entsteht ein faszinierendes politisches Experiment:
Wer wird Nachfolger eines Präsidenten, dessen politische Bewegung so stark mit seiner eigenen Person verbunden ist?
Man braucht jemanden, der Trump fortsetzt.
Aber nicht kopiert.
Der MAGA übernimmt.
Aber selbst Profil entwickelt.
Der loyal genug ist.
Aber irgendwann eigenständig regieren muss.
Kurz gesagt:
Gesucht wird ein Schatten, der irgendwann selbst in der Sonne stehen möchte.
Viel Glück.
Ronald Tramp präsentiert deshalb das Auswahlverfahren
Ich empfehle eine große Fernsehshow.
Keine Vorwahl.
Viel zu langweilig.
Wir brauchen:
„THE SUCCESSOR.“
Moderation: Donald Trump.
Kandidat eins: JD Vance.
Kandidat zwei: Marco Rubio.
Jede Woche neue Aufgaben.
Episode eins:
„Wer verteidigt eine überraschende Präsidentenäußerung am überzeugendsten?“
Episode zwei:
„Wer schafft es, in einem Interview 15 Minuten über Trump zu sprechen, ohne einmal sich selbst zu erwähnen?“
Episode drei:
Trump veröffentlicht morgens um 3:17 Uhr eine völlig unerwartete politische Forderung.
Die Kandidaten haben 30 Minuten Zeit, sie öffentlich als brillant zu bezeichnen.
Finale im Oval Office.
Trump sitzt hinter dem Schreibtisch.
Vance links.
Rubio rechts.
Dramatische Musik.
Trump öffnet einen goldenen Umschlag.
Und sagt:
„Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten ist … jemand, den ich vielleicht nächste Woche bekannt gebe.“
Abspann.
Zweite Staffel garantiert.
Denn eines ist sicher:
Donald Trump darf 2028 vielleicht nicht mehr für das Präsidentenamt kandidieren.
Aber niemand hat gesagt, dass er nicht versuchen kann, die Präsidentschaftskandidatur zum größten Casting seiner politischen Karriere zu machen.
Ich bin Ronald Tramp.
Und mein Tipp für 2028 lautet:
Gewinnen wird der Kandidat, den Donald Trump am Wahltag immer noch für den Kandidaten hält.
Das grenzt das Feld erheblich ein.
Oder überhaupt nicht.

