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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Pentagon sucht die Wahrheit – bitte nicht im Munitionslager

Grafik: Pentagon am Lügendetektor - Die Wahrheit unter Strom

Im Pentagon werden hochrangige Militärs an Lügendetektoren angeschlossen, weil Informationen über Munitionsbestände an die Presse gelangten. Ronald Tramp fragt sich: Wenn keiner geleakt hat – war es vielleicht die Rakete selbst?

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Washington hat ein neues Waffensystem. Es fliegt nicht, explodiert nicht und kostet vermutlich trotzdem mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Liechtenstein: der Lügendetektor.

Meine Damen und Herren, ich bin Ronald Tramp, investigativer Reporter, diplomierter Beobachter amerikanischer Großartigkeit und derzeit vermutlich der einzige Mann in Washington, der noch keinen Polygraphen angelegt bekommen hat. Was vermutlich nur daran liegt, dass das Verlängerungskabel zu kurz ist.

Im Pentagon herrscht nämlich Alarmstufe Wahrheit.

Medien hatten berichtet, die Vereinigten Staaten könnten bei bestimmten hochentwickelten Munitionsarten möglicherweise nicht ganz so prächtig ausgestattet sein, wie man es sich bei einer Supermacht mit Verteidigungsbudget in der Größenordnung einer mittelgroßen Galaxie wünschen würde. Donald Trump erklärte dagegen sinngemäß: Munition? Haben wir! Riesige Mengen! Fantastische Mengen! Die besten Mengen! Nur von einigen besonders modernen Dingen könnte man eventuell, theoretisch, ganz vielleicht gerne noch ein paar mehr besitzen.

Das ist ungefähr so, als würde ich vor meinem leeren Kühlschrank erklären: „Lebensmittel sind reichlich vorhanden. Historische Lebensmittelbestände! Niemand hat jemals so viel Essen gesehen. Lediglich Milch, Brot, Butter, Wurst, Käse und alles Essbare könnten wir eventuell nachbestellen.“

Doch im Pentagon stellte man offenbar nicht zuerst die Frage: „Wie voll sind eigentlich unsere Lager?“

Nein.

Die entscheidende Frage lautete offensichtlich:

„WER HAT GESAGT, DASS DIE LAGER NICHT VOLL SIND?“

Das ist Management auf Weltmachtniveau.

Wenn im Keller Wasser steht, sucht man schließlich auch nicht nach dem Rohrbruch. Man verhört den Hausmeister, der den nassen Fußboden entdeckt hat.

Also wurden mehrere Dutzend hochrangige Militärangehörige und Funktionsträger an Lügendetektoren angeschlossen. Ich stelle mir das großartig vor: Generäle, Kommandeure und Strategen, Männer und Frauen, die über Flugzeugträger, Raketenabwehr und globale Einsatzplanung entscheiden, sitzen plötzlich auf einem Stuhl und beantworten Fragen wie:

„Haben Sie mit Journalisten gesprochen?“

„Nein.“

Piep.

„Wissen Sie, wer mit Journalisten gesprochen hat?“

„Nein.“

Piep.

„Denken Sie gerade an Munition?“

„Nein.“

PIIIIIIIIIEP.

Das Schöne daran: Nach Berichten soll bei den Fragen zum eigentlichen Medienleck niemand durchgefallen sein.

Fantastisch!

Damit haben wir nun möglicherweise ein militärisches Rätsel von strategischer Bedeutung: Dutzende Leute werden getestet, keiner war’s – aber irgendwer muss es gewesen sein.

Vielleicht war es die Munition selbst.

Sehr verdächtig, diese Raketen. Sie stehen jahrelang schweigend im Lager und plötzlich landen vertrauliche Informationen in der Zeitung. Ich würde sofort Patriot-Abfangrakete Nummer 847 zum Verhör bringen.

„Wo waren Sie am 14. Juli um 23:30 Uhr?“

„Im Depot.“

„Können das Zeugen bestätigen?“

„Meine Palette.“

Aus Washington hört man außerdem, dass der Schutz geheimer Informationen selbstverständlich wichtig sei. Und das stimmt natürlich. Militärische Geheimnisse gehören geschützt. Einsatzbereitschaft, Bestände und strategische Fähigkeiten sind keine Informationen, die man sorglos in die Welt hinausposaunen sollte.

Satirisch interessant wird es allerdings dort, wo politische Kommunikation und Realität anfangen, miteinander Armdrücken zu spielen.

Wenn Berichte über knappe Bestände automatisch als politisches Problem behandelt werden, entsteht schnell eine bizarre Logik:

Nicht ein möglicherweise leerer Munitionsschrank gefährdet das Image.

Derjenige, der die Tür geöffnet hat, gefährdet das Image.

Das ist sehr modern.

Man könnte dieses Verfahren auf sämtliche Regierungsbereiche übertragen.

Inflation zu hoch?

Lügendetektor für den Kassierer im Supermarkt.

Brücke kaputt?

Polygraphentest für den Autofahrer, der das Loch fotografiert hat.

Staatsverschuldung gestiegen?

Finanzministerium durchsuchen, bis man den Verräter findet, der Taschenrechner besitzt.

Und wenn irgendwann ein Satellit feststellt, dass die Erde rund ist, sollte man unverzüglich untersuchen, wer diesem Satelliten Zugang zu klassifizierter Geometrie verschafft hat.

Besonders faszinierend finde ich die Vorstellung, Donald Trump könnte persönlich einen solchen Lügendetektortest absolvieren.

Der Techniker würde wahrscheinlich nach drei Minuten kündigen.

„Mr. President, ist dies der größte Lügendetektor aller Zeiten?“

„Absolut. Unglaublicher Detektor. Viele Leute sagen, vielleicht der beste Detektor, der jemals gebaut wurde.“

Gerät beginnt zu rauchen.

„Haben Sie jemals übertrieben?“

„Noch nie.“

Transformator explodiert.

„Sind amerikanische Munitionsbestände ausreichend?“

„Wir haben so viel Munition, dass andere Länder uns anrufen und sagen: Sir, bitte hören Sie auf, Munition zu besitzen.“

Stromausfall an der Ostküste.

An diesem Punkt würde das Pentagon vermutlich erklären, der Test habe keinerlei Unregelmäßigkeiten ergeben und das Gerät sei wegen mangelnder patriotischer Widerstandsfähigkeit außer Dienst gestellt worden.

Doch hinter der Komik steckt ein ernsthafter Kern.

Eine Regierung muss Leaks geheimer Informationen verfolgen können. Gleichzeitig braucht eine Demokratie Medien, die über Fragen von erheblichem öffentlichen Interesse berichten können. Und wenn Diskussionen über militärische Einsatzfähigkeit vor allem dadurch beantwortet werden, dass man die Herkunft unbequemer Informationen untersucht, statt transparent zwischen Sicherheitsinteressen, tatsächlichen Engpässen und politischem Spin zu unterscheiden, entsteht ein bemerkenswertes Schauspiel.

Washington scheint derzeit eine neue Variante des berühmten Satzes „Don't shoot the messenger“ zu erproben:

„Wir erschießen den Boten selbstverständlich nicht. Wir schließen ihn lediglich an Elektroden an und fragen, wer ihm gesagt hat, dass uns möglicherweise die Munition ausgeht.“

Ich bin jedenfalls beruhigt.

Die mächtigste Armee der Welt weiß vielleicht nicht öffentlich exakt, wie viele bestimmte Raketen sie langfristig benötigt.

Aber sie besitzt offenbar genügend Kabel, Sensoren und Klettverschlüsse, um herauszufinden, wer darüber gesprochen hat.

Und sollte auch das nicht funktionieren, gibt es immer noch Plan B:

Man erklärt einfach, dass die Wahrheit hervorragend ausgestattet ist.

Mit riesigen Vorräten.

Den größten Vorräten aller Zeiten.

Lediglich von einigen Fakten hätte man vielleicht gern ein paar mehr.

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Tags: Donald Trump Pentagon Pete Hegseth Munition US-Militär Medienleaks Lügendetektor
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