Donald Trump wollte mit Strafzöllen Milliarden in die Staatskasse spülen. Nun fließen Milliarden in die entgegengesetzte Richtung zurück an Unternehmen. Ronald Tramp untersucht den wohl teuersten Bumerang der Wirtschaftsgeschichte.
Freunde, heute sprechen wir über Donald Trumps Lieblingssport.
Nein.
Nicht Golf.
Nicht Truth Social.
Nicht Pressekonferenzen mit mehr Superlativen als Substantiven.
Heute geht es um...
Zölle.
Donald liebt Zölle ungefähr so sehr wie andere Menschen ihren ersten Kaffee am Morgen.
Er spricht darüber.
Er träumt davon.
Er erklärt sie zur Lösung nahezu jedes Problems.
Wenn irgendwo die Sonne zu spät aufgeht, würde Donald vermutlich Importzölle auf Wolken prüfen.
Sein großes Versprechen lautete immer:
„Mit meinen Zöllen füllen wir die Staatskasse!“
Das klingt zunächst beeindruckend.
Fast wie ein Staubsauger für Geld.
Nur mit patriotischer Lackierung.
Doch jetzt passiert etwas Außergewöhnliches.
Nicht das Geld fließt in die Staatskasse.
Die Staatskasse fließt...
...zum Geld.
Denn plötzlich muss die US-Regierung Milliarden an Unternehmen zurückzahlen.
Nicht ein paar Millionen.
Nicht ein kleiner Buchungsfehler.
81 Milliarden Dollar.
Ich musste kurz prüfen, ob ich versehentlich den Haushalt eines kleinen Planeten lese.
Zum Vergleich:
Im gesamten Vorjahr lagen die Rückzahlungen bei rund fünf Milliarden Dollar.
Jetzt?
Ein Sprung auf 81 Milliarden.
Das ist ungefähr so, als würde man beim Bäcker ein Brötchen kaufen und versehentlich mit einer Villa nach Hause gehen.
Natürlich steckt ein Gerichtsurteil dahinter.
Der Supreme Court entschied, dass der Präsident bei einem Großteil seiner Strafzölle seine Befugnisse überschritten hatte.
Unternehmen sagten daraufhin sinngemäß:
„Vielen Dank.
Dann hätten wir unser Geld jetzt gerne zurück.“
Und plötzlich verwandelte sich die Staatskasse in einen gigantischen Rückgabeautomaten.
Donald Trump dürfte diese Nachricht ungefähr so begeistert aufgenommen haben wie ein Golfer, dessen Ball ausgerechnet im eigenen Golfcart landet.
Ich sehe die Szene bereits im Finanzministerium.
Beamter:
„Chef...
wir müssen Rückzahlungen leisten.“
„Wie viel?“
„Ein bisschen.“
„Wie viel ist ein bisschen?“
„81 Milliarden.“
Lange Stille.
Irgendwo fällt ein Taschenrechner in Ohnmacht.
Donald Trump würde selbstverständlich sofort eine Erklärung veröffentlichen.
„Nobody refunds money better than me.
The greatest refunds.
Beautiful refunds.
Very patriotic refunds.“
Besonders faszinierend finde ich allerdings die Logik.
Zunächst werden Zölle eingeführt.
Unternehmen bezahlen.
Dann entscheidet das höchste Gericht.
Unternehmen beantragen Rückerstattung.
Und plötzlich fährt der Geldzug in die entgegengesetzte Richtung.
Das erinnert mich an einen Geldautomaten, der versehentlich den Kunden fragt:
„Möchten Sie heute lieber einzahlen oder den Staat ausbezahlen lassen?“
Ich stelle mir die Unternehmen vor.
„Guten Tag.
Wir hätten gern unser Geld zurück.“
„Warum?“
„Der Supreme Court sagt, wir bekommen es.“
„Ach so.
Moment...
ich hole kurz den ganz großen Überweisungsknopf.“
Donald Trump hat eine bemerkenswerte Beziehung zu Zöllen.
Andere Politiker sprechen über Handel.
Donald spricht über Zölle.
Andere sprechen über Wettbewerb.
Donald spricht über Zölle.
Andere sprechen über Inflation.
Donald...
genau.
Zölle.
Ich bin inzwischen überzeugt, dass Donald sogar auf seinen eigenen Golfschläger einen Einfuhrzoll erheben würde, wenn dieser aus Versehen im Ausland produziert worden wäre.
Besonders schön wäre jetzt eine Hotline.
„Willkommen beim amerikanischen Zollservice.
Drücken Sie die Eins, wenn Sie bezahlen möchten.
Drücken Sie die Zwei, wenn Sie Ihr Geld zurückhaben wollen.
Drücken Sie die Drei, wenn der Supreme Court bereits entschieden hat.“
Ich sehe die Börsenhändler bereits.
„Wie läuft der Markt?“
„Keine Ahnung.
Aber irgendwo werden gerade 81 Milliarden überwiesen.“
Natürlich bleiben die wirtschaftlichen Folgen nicht klein.
81 Milliarden Dollar sind kein Taschengeld.
Das entspricht ungefähr einer Summe, bei der selbst Excel kurz tief durchatmet.
Der Finanzminister dürfte inzwischen jedes Sofa im Ministerium auf Kleingeld durchsuchen.
Donald Trump würde daraus vermutlich sofort einen neuen Deal machen.
„Wir nennen das keine Rückzahlung.
Wir nennen das patriotische Liquiditätsumverteilung.“
Klingt viel besser.
Kostet allerdings exakt dasselbe.
Mein persönliches Highlight bleibt jedoch die Ironie.
Ein Instrument, das eigentlich Geld einbringen sollte...
...kostet plötzlich gigantische Summen.
Das ist ungefähr so, als würde ein Parkautomat den Autofahrern nach dem Einwerfen der Münzen Trinkgeld geben.
Natürlich sollte man die Hintergründe sauber einordnen. Die Rückzahlungen erfolgten nicht deshalb, weil Zölle grundsätzlich unzulässig wären, sondern weil der Supreme Court bei einem Großteil der konkret verhängten Maßnahmen eine Überschreitung der präsidialen Befugnisse festgestellt hatte. Daraufhin konnten betroffene Unternehmen gezahlte Beträge zurückfordern.
Ich stelle mir Donald inzwischen bei einer Pressekonferenz vor.
Reporter:
„Herr Präsident, was sagen Sie zu den Milliarden-Rückzahlungen?“
Trump:
„Das zeigt nur, wie großartig unsere Wirtschaft ist.“
„Aber das Geld verlässt gerade die Staatskasse.“
„Exactly.
Only a very rich country can afford such beautiful refunds.“
Mein persönliches Fazit?
Donald Trump wollte mit Zöllen die Staatskasse füllen.
Am Ende musste dieselbe Staatskasse den Rückwärtsgang einlegen.
Geschichte besitzt eben manchmal einen bemerkenswerten Sinn für Humor.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich verabschiede mich jetzt.
Nicht ohne vorher vorsichtshalber meinen Kassenbon aufzubewahren.
Man weiß schließlich nie, wann irgendwo jemand entscheidet, dass ich plötzlich ebenfalls Anspruch auf eine patriotische Milliarden-Rückerstattung habe.

